MPV Der
neue Kia Carens mit viel Platz
und Variabilität
Kia Carens 2.0
CRDi EX
im Fahrbericht
Symbiose
aus SUV und MPV mit
Platz für bis zu 7 Personen
Zweiliter-Common-Rail-Diesel
mit 140 PS
Neuer
Carens breiter, höher
und geräumiger
Der
neue Kia Carens mit völlig neuer
Optik
im Test
Kia Carens reloaded
Kia
arbeitet stetig an seinem nachhaltigen
Imagewandel. Nachdem bereits
der Carnival und der Sorento
modernisiert wurden, kam nun
auch der Carens in den Genuss
eines deutlich frischeren Erscheinungsbildes.
Eigentlich, so verkündete Kia
stolz, ist der Carens ein ganz
neues Auto geworden, das mit
seinem Vorgänger nicht mehr
viel gemein hat. "Platz"
und "Variabilität"
sind die beiden Primär-Tugenden,
mit denen der neue Carens punkten
möchte. Breiter, höher und v.a.
moderner sowie letztlich auch
europäischer soll der neue Carens
geworden sein.
Anzeige:
Gedacht
ist der gründlich überarbeitete
Kompakt-Van für all diejenigen,
die etwas mehr Platz brauchen.
Zielgruppe sind Kleinfamilien
oder sportliche Singles gleichermassen
wie Senioren mit dem Hang zum
bequemen, praktischen Auto.
Der Carens soll eine Symbiose
aus SUV (Sports Utility Vehicle)
und MPV (Multi Purpose Vehicle
- Minivan) sein. Die Kunden
wünschten sich angeblich einen
breiteren und höheren Carens.
Gut 25.000 Fahrzeuge des neuen
MPV will Kia noch in diesem
Jahr innerhalb Europa absetzen,
50 000 Zulassungen sollen es
2009 sein. Ehrgeizige Ziele
im heftig umkämpften Segment
der Kompakt-Vans. Nachfolgend
werden wir in diesem Fahrbericht
den neuen Koreaner genauer unter
die Lupe nehmen. Wird der neu
gestaltete Carens das Van-Segment,
wie die selbstbewussten Koreaner
ankündigten, tatsächlich aufmischen
können? Und werden seine Fahreigenschaften
auch das hohe Anspruchsniveau
europäischer Käufer erfüllen
können?
Der
Kia Carens gehört zur Gattung
der Multi Purpose Vehicle (MPV)
Multi Purpose Vehicle (MPV)
Die neue Version dieses Multi
Purpose Vehicle (MPV) der Kompaktklasse
soll als Ergänzung zum demnächst
erscheinenden Kia C'eed in der
Golf-Klasse gegen die etablierten
Stammhirsche antreten. Der Carens
soll gegen Fahrzeuge wie dem
Opel Zafira oder Renault Scenic
positioniert werden. Seine
Plattform teilt der neu konzipierte
Kia Carens mit der Mittelklasselimousine
Magentis, mit dem er auch die
Hauptkomponenten der Radaufhängung
gemeinsam hat. Allerdings wurde
beim Carens der ursprüngliche
Radstand um 20 Millimeter auf
2700 Millimeter verkürzt.
Optisch hat der Carens gewonnen
Auch der jetzt vorgestellte
Carens wurde in Sachen Optik
vollkommen neu designed und
weiss wie der neue Carnival
durchaus zu gefallen. Er ist
jetzt ein richtiger Van, schnörkellos,
mit wuchtiger Front, großen
Klarglasscheinwerfern, einer
hohen Seitenlinie sowie einer
breiten Heckklappe. Die Südkoreaner
gehen zunehmend auch im Design
auf Augenhöhe ihrer europäischen
Wettbewerber. Der europäische
Grill tendiert - im Gegensatz
zur US-Version - deutlich zum
Lächeln. Bei der Frontpartie
vermittelt ein schmalerer und
gedrungener Kühlergrill mehr
Dynamik. Die im Stoßfänger untergebrachten
Nebelscheinwerfer wirken sogar
ein wenig sportiv. Die Scheinwerfer
erhielten eine moderne Klargasoptik.
Am Heck setzen die Rückleuchten
in Form eines umgedrehten L
sowie ein Knick im Heckdeckel
die optischen Akzente. Die Seitenlinie
ist dagegen weniger markant
und beliebig geraten.
Der
Carens 2.0 CRDi EX
Interieur
Die Kia-Ingenieure konnten unter
anderem durch einen neu konstruierten
Kraftstofftank - der ist länger,
flacher und in den Hilfsrahmen
der rückwärtigen Radaufhängung
integriert - mehr Platz schaffen.
Durch den gewonnenen Raum konnten
die Designer die Sitzhöhe zugleich
anheben und dem Carens damit
einen Hauch von SUV verpassen.
Gegenüber dem Vorgänger wuchs
der neue Kia Carens um 5,2 Zentimeter
auf 4,55 Meter Länge. Der Radstand
legte um 13 Zentimeter auf 2,70
Meter zu. Und die Höhe von nun
1,65 Metern sorgt für 4,1 Zentimeter
mehr Kopffreiheit. Im
neuen Carens stecken serienmäßig
aktive Kopfstützen auf den Vordersitzen
Variabler Innenraum
Der
Innenraum zeigt sich rundherum
ordentlich verarbeitet und mit
guter Optik und Haptik der verarbeiteten
Materialien. Die gut geschnittenen
Sitze - in unserem Testwagen
mit Lederteilausstattung - bieten
ausreichenden Seitenhalt und
sind auch in der Höhe verstellbar.
Das Lenkrad ist nur in der Höhe,
nicht in der Tiefe verstellbar.
Aufgrund der aufrechten Sitzposition
vermisst man dies aber nicht
wirklich. Die Auswahl an Knöpfen,
Instrumenten ist angenehm übersichtlich
und ebenso sinnvoll wie logisch
angeordnet. Kia hat beim neuen
Carens auf eine störende Hand-Bremse
im Mitteltunnelbereich zu Gunsten
einer per Fuß bedienbaren Feststellbremse
verzichtet. Ablagen sind üppig
vorhanden. Ein lustiges Feature
gibt es noch auf der Beifahrerseite
zu entdecken: Ein kleiner Haken
lässt sich zum Einkaufsbeutel-Dranhängen
aus der Mittelkonsole klappen.
In Rekordzeit mit ein paar Handgriffen
zu einer ebenen Ladenfläche
Mit ein paar Handgriffen lassen
sich die beiden Sitze hinten
zu einer ebenen Fläche wegklappen.
Neu ist auch, dass der Carens
optional - wie in unserem Testwagen
vorhanden - mit einer dritten
Sitzreihe als Siebensitzer (in
2:3:2-Anordnung) geordert werden
kann. Zum Aufpreis von 615 Euro
können dann zwei weitere, allerdings
kleine Personen die Fahrt genießen.
Dafür schrumpft dann das Kofferraumvolumen
zwar auf magere 77 Liter. Da
deshalb bei aufgestellten Sitzen
fasst der gesamte Gepäckraum
verschwindet, haben die Südkoreaner
zum Ausgleich eine Reling mit
zwei variablen Grunsdträgern
serienmäßig aufs Dach montiert.
Sind aber die beiden hinteren
Sitzreihen umgeklappt, stehen
mit einem Handgriff 440 Liter
zur Verfügung. Nach dem umklappen
der beiden hinteren Sitzreihen
lässt sich das Kofferaumvolumen
auf üppige 1618 Liter erweitern.
Das vordere Seitenfenster ist
ein winziges Dreiecksfenster
integriert.
Auf den hinteren Plätzen werden
zwar Kinder genügend Platz finden
- zumal sich im "Siebener"
die im Verhältnis 60:40 geteilten
mittleren Sitze in Längsrichtung
verschieben lassen. Bei ausgewachsenen
Mitteleuropäern könnte es allerdings
eng werden. Das Fehlen einer
Ladekante erleichtert das Beladen.
Vier
Ausstattungsvarianten
Schon die Grundausstattung kann
sich sehen lassen. Es gibt unter
anderem eine Klimaanlage, eine
Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung
und elektrische Fensterheber.
Bei der EX-Ausstattung kommen
noch Helferlein wie teilweise
beheizte Frontscheibe im Bereich
der Wischgummis oder Regensensor,
Klima-Automatik und höhenverstellbarer
Fahrersitz dazu. Insgesamt wird
der Carens in vier Ausstattungsvarianten
angeboten: LX Basis, LX, EX
und EX Top. Zur Basisausstattung
gehören ESP, Kopf-Airbags, Radio
mit CD-Wechsler und Klimaanlage.
In der relativ kurzen Aufpreisliste
finden sich neben der Automatik,
eine Navi von Clarion (2051,-
Euro) sowie Glasschiebedach
(665,- Euro). Die 380 Euro für
die Metallic-Lackierung sind
nur bei der Trendfarbe uni-weiss
vermeidbar.
Wer nicht auf den Euro schaut,
der greift zur Spitzenvariante.
Sie kommt als CRDi (Common-Rail-Diesel)
mit EX-Ausstattung und kostet
wie im Falle des Testwagens
inklusive der Multimedia-Festplatten-Navigation
(1999 Euro), der dritten Sitzreihe
(600 Euro) und dem schmeichelnden
Lederpaket (inklusive Sitzheizung
vorn für 1730 Euro) 27.579 Euro
Günstige
Navigation
Kia bietet optional ein 2-DIN
Multimedia-Festplatten-Navigation
von Clarion mit Touchscreen
Monitor, Europakarte, TMC Pro
und Sprachsteuerung mit integriertem
AM/FM Radiotuner, DVD Laufwerk
(DVD Video, DVD Audio, MP3 und
WMA fähig) mit Bluetooth Freisprecheinrichtung
sowie sogar IPod Interface an.
Die Navigation und der Radiobetrieb
ist zwar gewöhnungsbedürftig
in der Bedienung und die Usability
verbesserungsfähig. Aber wenn
man es erstmal raus hat glänzt
diese Lösung durch Ihren enorm
hohen Funktionsumfang und ihr
ausgezeichnetes Preis-Leistungsverhältnis.
Den Einbau des Kits hat Kia
in Deutschland perfekt gelöst.
Die Festplatte wurde zum Beispiel
unter dem Beifahrersitz untergebracht,
ohne dass dafür das Schiebeablagefach
geopfert werden musste.
Zwei
Diesel und ein Benziner zur
Auswahl
Gerade mal drei verschiedene
Triebwerke stehen zur Auswahl.
In unserem Testwagen war der
2,0-Liter-Diesel mit 140 PS.
Der Zweiliter-Common-Rail-Diesel
mit variabler Turbinengeometrie
und serienmäßigem Partikelfilter
liefert eine ordentliche Durchzugskraft
und läuft angenehm leise. Als
Einstiegsmaschine gibt es noch
einen weiteren 2 Liter Selbstzünder
mit 115 PS. Der 140 PS starke
Selbstzünder konsumierte in
unserem Test moderate 7,8 Litern
auf 100 Kilometer. Kia gibt
den Verbrauch mit 6,1 Litern
beim Handschalter an. Ohne Turboloch
zieht er von unten heraus kräftig
durch, ohne dabei bei höheren
Drehzahlen zu schwächeln und
treibt mit seinem Drehmoment
von 305 Nm den Carens - mit
gut 1,6 Tonnen Leergewicht -
kraftvoll über die Vorderräder
an. Gelegentlich so heftig,
dass die Antriebskräfte über
die Lenkung deutlich spürbar
sind. Den Spurt von 0 auf 100
km/h schafft der 16-Ventiler
in 11,0 Sekunden. Auf ebener
Autobahn sind laut Tacho durchaus
200 km/h möglich. Kia gibt die
Höchstgeschwindigkeit mit 187
km/h an. Laut Herstellerangaben
konsumiert der Carens 6,1 Liter
Diesel auf 100km bei der Version
mit dem serienmäßigen und präzisen
6-Gang-Handschaltgetriebe.
Das exakt zu schaltende Sechsganggetriebe
hält immer die passende Übersetzung
bereit. Beim Benziner muss ein
Gang weniger reichen. Optional
ist auch eine Automatik möglich.
Seine Diesel liefert Kia übrigens
mittlerweile aufpreisfrei allesamt
mit Partikelfilter.
Der
140PS starke Zweiliter-Common-Rail-Diesel
mit variabler Turbinengeometrie
Fahrwerk
Mit dem modellgepflegten Carens
zielt Kia verstärkt auf den
europäischen Markt. So ist auch
der Federungskomfort speziell
auf die europäischen Bedürfnisse
abgestimmt. Auch gröbere Unebenheiten
werden brav geschluckt. Es wurde
zwar mehr Wert auf Familientauglichkeit
gelegt als auf Fahrspaß. Dennoch
hat sich der Kia einen Rest
davon erhalten und er lässt
sich ganz agil bewegen. Die
Lenkung hat eine relativ hohe
Übersetzung. Das macht ihn vor
allem im Stadtverkehr gut manövrierbar.
Insgesamt geht er gutmütig und
präzise durch die Kurven, untersteuert
bei zu flotter Gangart immer
gut beherrschbar. Ein Auto,
mit dem auch Fahranfänger gut
zurecht kommen sollten. Das
progressive Dämpfersystem (ab
LX-Version) passt seine Kraft
je nach Ladung automatisch an.
Je nach Fahrbahnbelag sind die
Abrollgeräusche jedoch mitunter
laut. Dies mag allerdings auch
an der Winterbereifung des Testfahrzeugs
gelegen haben. Die Windgeräusche
nehmen ab 140 km/h deutlich
vernehmbar zu.
Sicherheitsausstattung
Gerade
weil der Carens neben Freizeit-
auch als Familienauto konzipiert
wurde, betrachtet man den Transport
seiner Lieben auch unter Sicherheitsaspekten.
Hier bietet der Carens neben
den zwei Frontairbags noch zwei
Seitenairbags und durchgehende
Fensterairbags, aktive Kopfstützen
und natürlich ABS und Bremsassistent.
Auch ESP wird serienmäßig verabreicht.
Preise
und Ausstattungen Kia Carens
Modell
Preis
brutto 19% MWSt
2.0
CVVT LX Basis
18.935,00
2.0
CVVT LX
20.160,00
2.0
CVVT EX
21.905,00
2.0
CRDi LX
22.110,00
2.0
CRDi EX
Testwagen
23.855,00
2.0
CVVT EX TOP
24.365,00
2.0
CDRi EX TOP
26.315,00
Gespart
wird nur am Preis
Natürlich greift der neue Carens
wieder mit einem Discountpreis
an. Der neue Carens setzt zwar
keine neuen Akzente, versteht
es aber, in der Summe seiner
Eigenschaften zu gefallen. Die
Neuauflage des südkoreanischen
Kompakt-Vans kommt optisch spürbar
frischer daher als je zuvor.
Er ist geräumig und vielseitig,
bietet moderne Motoren, viel
Fahrspaß, ein weitgehend komplette
Ausstattung und insgesamt betrachtet
viel Auto fürs Geld. All dies
bereitet den Carens-Fahrern
eine ungetrübten Alltagsfreude.
Zwar ist er wenig spektakulär,
aber dafür grundsolide. Der
größte Pluspunkt den sich dieser
Koreaner zu Gute halten darf,
sind einmal mehr die Kosten.
Wer eine gefällige Optik, gepaart
mit üppigem Platzangebot und
hoher Alltagstauglichkeit zu
einem günstigem Preis sucht,
für den dürfte der optimierte
Kia Carens eine gute Wahl sein.
Technische
Daten: KIA Carens 2.0 CRDi
EX mit 6-Gang Handschalter
Motor
4
Zylinder Common-Rail-Diesel
mit Direkteinspritzung und
Turbolader