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Neues EU Gesetz
EU Richtlinie zwingt Autohersteller zur Vereinfachung des Lampenwechsels
Bei vielen Autos kann man die kleinen Leuchtmittel nicht mehr selbst austauschen

 
  • Lampenwechsel - oft ein Fall für die Werkstatt
  • Ausnahme: LED- und Xenon-Lampen
  • Rechtsvorschrift R-48 (Ergänzung 07)
 


Besonders in Herbst und Winter gefährdet der Ausfall einer Autolampe die Sicherheit. Die eigene Sicht und die Erkennbarkeit sind eingeschränkt. Und meist fällt kurz nach der einen auch noch die andere Lampe aus. Quelle: Hella


Neue EU-Richtlinie verspricht für zukünftige Autos jetzt endlich Abhilfe

Jetzt zur dunklen Jahreszeit wird es wieder überdeutlich wie wichtig eine gute Beleuchtung ist. Statistisch passieren mehr Unfälle während der Dunkelheit als bei Tageslicht. Aber was ist wenn ein Lampenwechsel angesagt ist, weil ein Lämpchen kaputt ging?

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Gemäß Paragraph 23 der Straßenverkehrsordnung (StVO) müssen vorgeschriebene Beleuchtungseinrichtungen an Fahrzeugen betriebsbereit sein. Ist das nicht der Fall, wird ein Bußgeld von zehn Euro fällig. Bei neueren Fahrzeugen ist der Lampenwechsel für Laien kaum noch möglich. Was früher innerhalb von zehn Minuten erledigt war, kann heute je nach Fahrzeugmodell bis zu einer Stunde und länger dauern. Somit ist für einen früher einfachen Wechsel des Leuchtmittels ein teurer Werkstatt-Besuch notwendig. Dieser Aufwand ist nötig, weil erst umliegende Bauteile bis hin zur kompletten Frontschürze entfernt werden müssen. Um an die Beleuchtung zu gelangen, ist beispielsweise beim Fiat Stilo vorab Verkleidung und Batterie, beim Ford Fiesta Kühlergrill und Scheinwerfer und beim Smart City Coupé und Cabrio gar die komplette Frontverkleidung zu demontieren. Auch für Fachbetriebe ist die Arbeit längst nicht mehr im Handumdrehen erledigt: Ein Lampentausch beim Chrysler 300M dauert 72 Minuten. Rund eine Stunde nimmt die Prozedur beim Toyota Avensis in Anspruch. Es drängt sich der Verdacht auf, daß einige Hersteller bewußt den Wechsel erschweren, um beim Service später besser abkassieren zu können.


Ergänzung 07 der Richtlinie ECE 48

Auch in Brüssel hat man das Problem erkannt. Die Europäische Union zwingt die Hersteller nun dazu, dafür zu sorgen, dass sämtliche Kleinstreparaturen mit Bordmitteln und anhand der Bedienungsanleitung durchzuführen sein können. Auf den Lampenwechseln wurde aufgrund der Komplexheit häufig in den Bedieungsanleitungen schon gar nicht mehr eingegangen. Die Ergänzung 07 der Richtlinie ECE 48 verpflichtet Hersteller nun, die Scheinwerfertechnik ihrer Neuentwicklungen so zu konstruieren, daß die Lampen ohne Spezialwerkzeug korrekt auswechselbar sind. Die Regelung gilt seit August 2006. Sie wird bestätigt im europäischen 'Certificate of Conformity' (COC), das seit Anfang Oktober 2006 faktisch Bestandteil der Neufahrzeugpapiere ist. Ziel ist es, den Austausch von Glühlampen in Scheinwerfern zu erleichtern.

Danach gilt, dass Leuchten und Scheinwerfer so eingebaut sein müssen, dass die Lichtquelle anhand der Beschreibung in der Bedienungsanleitung mit Bordwerkzeug ausgetauscht werden kann. Aus Sicherheitsgründen sind Xenon-Anlagen und LED-Beleuchtung von der Regelung ausgenommen. Hier können Hochspannungen von bis zu 25.000 Volt lebensgefährlich sein. Daher muß die Werkstatt aufgesucht werden.

Volkswagen geht mit guten Beispiel voran

Aber auch ohne zwingende Vorschrift haben manche Hersteller bereits auf den Unmut der Kunden reagiert. Mit gutem Beispiel voran geht hier beispielsweise Volkswagen. Ihre Lichttechnik haben die Wolfsburger unabhängig von der Richtlinie zumindest für einzelne Modelle erheblich vereinfacht. Der alte VW Käfer läßt grüßen. Bei der Neuentwicklung des VW Golf wurde der Glühlampenwechsel modifiziert. Während das Golf IV-Licht nur in der Werkstatt repariert werden konnte, schaffen das beim Golf V auch Ungelernte in nur 60 Sekunden. Einfach Kunststoffdeckel abziehen, Lampe rausdrehen, neue einsetzen und fertig.

Eine positive Entwicklung, der bisher noch zu wenige folgen. Autobesitzern, deren Beleuchtung erst nach zeitaufwendigen Ausbaumaßnahmen oder gar nicht demontiert werden kann, bleibt nur der Werkstattbesuch. Dies kostet Zeit und Geld und unterbleibt deshalb eventuell länger als notwendig und gefährdet deshalb die Sicherheit. Um die 50 Euro werden für eine solche Dienstleistung laut ADAC fällig. Aber auch hier zeigen sich manche Händler einsichtig.

 
  • Innerhalb Europas wird die Sicherheit im Straßenverkehr von ECE-Richtlinien geregelt. Alle Scheinwerfer - und Signallampen eines in der EU zugelassenen Fahrzeugs müssen diesen ECE-Richtlinien entsprechen.

  • Lampen, die diese Richtlinien erfüllen (Scheinwerferlampen, Signallampen usw.), tragen das E-Zeichen (E1, E2 usw.) und die Nummer des Konformitätszertifikats, z.B. E1-2C3.

  • Eine Ausnahme bildet hier E13, das nicht immer dieselben Qualitätsstandards garantiert.

  • Die ECE-Richtlinien für Scheinwerferlampen unterscheiden die beiden Kategorien R37 (Halogen- und herkömmliche Glühlampen) und R99 (Xenon-HID-Lampen). Lampen mit dieser Kennzeichnung entsprechen der jeweiligen ECE-Richtlinie.

  • Lampen lassen sich nach verschiedenen Kriterien unterscheiden, z.B. nach der Nennspannung, dem Energieverbrauch, der Kolbenform oder der Kategoriebezeichnung (z.B. H1, H4, R5W oder P21W).

 


Meist fällt kurz nach der einen auch noch die andere Lampe aus. Dieser Ärger lässt sich vermeiden, wenn man Glühlampen am Auto stets paarweise tauscht. Brennt eine durch, sind die Tage des zweiten Exemplars nämlich ebenfalls gezählt.

Der Grund des paarweisen Ausfalls ist paradoxerweise in der hohen Qualität der Lampen zu suchen. Sie sind mit so engen Toleranzen gefertigt, dass auch ihre Lebensdauer kaum Streuungen zeigt. Heute gibt es zudem so genannte Longlife-Versionen, deren Lebensdauer rund zwei bis drei Mal so hoch ist wie die von Standardlampen. Besonders empfehlenswert sind Longlife-Lampen im Signallicht-Bereich, also bei Blinkern, Brems- und Rücklichtern.

Mitführen von Ersatzlampen im Ausland vorgeschrieben

In Frankreich, Spanien und den Niederlanden ist es Pflicht, Ersatzglühlampen für Scheinwerfer und Beleuchtungseinrichtungen im Fahrzeug mitzuführen. Entsprechende Glühlampen-Ersatzkästen für Fahrzeuge mit H4- und H7-Halogenlicht bietet Hella über den Kfz-Teilehandel an. Die stoßfesten Kunststoffkästen enthalten neben der H4- beziehungsweise H7-Halogen-Glühlampe zwei Ersatzlampen für das Blinklicht in Gelb und in Weiß.


 








Es empfiehlt sich Ersatzglühlampen aus Sicherheitsgründen immer im Fahrzeug mitzuführen.

Weitere Informationen unter: www.europa.eu.int

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