Fahrbericht Opel GT
im Kurztest Fliegen ist halt
doch nicht schöner
Der
Opel GT begeistert mehr von außen
als von innen
Vier
Meter, zwei Sitze, 260 PS
Großartiges
Design und dynamische Fahreigenschaften
Bereist
12 Monate Lieferzeit
Opel
hat die Corvette geschrumpft: Der neue GT
Opel GT - Spaßroadster mit viel Fahrspaß
Endlich baut Opel wieder einen GT. 40 Jahre
nach dem legendären Opel GT (Werbeslogan
für den GT der 70er-Jahre: "Nur
Fliegen ist schöner") kam in diesem
Frühjahr ein Nachfolger. Doch im Gegensatz
zu dem damaligen Coupé mit den charakterischen
Klappscheinwerfern ist der Neue ein Roadster.
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Seit Bestellstart hat sich schon nach kurzer
Zeit eine respektable Warteliste von über
12 Monaten aufgebaut. Der Spaßroadster
lockt mit knackigen Formen und mächtigen
Rädern. Der GT soll die Marke Opel
durch progressives Design emotionalisieren
und die Begehrlichkeit der Marke erhöhen.
Die Erwartungshaltung der Rüsselsheimer
ist gross.
Der
GT mit klassischer Stoffkapuze
Emotionale
Aufladung der Marke Opel
Wäre da nicht der Blitz am Kühlergrill,
der neue Opel GT würde ohne weiteres
als kleine Corvette durchgehen. Der GT -
soviel ist sicher - ist ein echter Hingucker
und zieht alle Blicke auf sich. Emotionen
verkörpert der GT wie kein anderes
Opel-Modell. Die langgezogene Motorhaube
mit den zwei chromeingefassten Lufteinlässen
wird bestimmt von den schwungvoll gestalteten
Kotflügeln. Die Scheinwerfer reichen
bis in die Seitenflächen hinein und
unterstreichen die Schnittigkeit des neuen
GT. Abgerundet wird dieser Eindruck durch
die chromeingefassten Nebelleuchten und
die daneben befindlichen Lufteinlässe.
Von innen
hält er nicht ganz das was er aussen
verspricht und macht keinen Hehl daraus,
dass er eng mit dem Saturn Sky und dem Pontiac
Solstice verwandt ist.
Opels Mittelmotor-Abenteuer mit dem Speedster
ist vorbei
Der neue offene Zweisitzer der Rüsselsheimer
basiert auf der so genannten Kappa-Plattform
(Frontmotor, Heckantrieb) von GM und kommt
aus Amerika zu uns. Die Fahrwerksabstimmung
erfolgte bei Opel, und das Design stammt
ebenfalls aus Europa.
Wir hatten
Gelegenheit den neuen Spaßroadster
in der Nähe von Potsdam probezufahren.
Der GT ist 4,09 Meter lang, hat Platz für
zwei Passagiere, wenigGepäck und ein
Stoffverdeck. Das satt sitzende Stoffdach
wird manuell unter der nach hinten schwingenden
Heckklappe verstaut etwas zeitaufwendig,
aber solide gelöst. Jedoch bedeckt
die gefaltete Kapuze dann den spärlichen
Rest an Stauraum, den der in den Kofferraum
ragende Tank noch zulässt. Der Kofferraumdeckel
ist gleichzeitig der Verdeckkasten. Das
kennt man schon von der Corvette. Überhaupt
erinnert der GT an eine geschrumpfte Corvette.
Allerdings ist das Gepäckabteil beim
Opel GT kaum größer als ein zerklüftetes
Handschuhfach. Bei geöffnetem Dach
sind es gerade mal 66 Liter Stauraum, und
selbst bei geschlossenem Dach nur 157 Liter.
Ein paar mehr Ablagen vorn und ein bisschen
Kofferraum hinten wären wünschenswert.
Wie dies geht zeigen direkte Konkurrenten
wie der Mazda MX-5.
Weiterentwickelter
OPC-Motors bekam neben Turbolader auch noch
eine Direkteinspritzung hinzu
Opel verspricht
ein 264 PS starkes Hightech-Triebwerk, das
dank Turboaufladung immer genügend
leistung beiten solle. Der Vierzylinder
startet beim Drehen des Zündschlüssels
überaus willig. Das Gewicht bleibt
mit 1320 Kilogramm erfreulich niedrig. Damit
haben die 260 PS und 353 Nm des Direkteinspritzers
leichtes Spiel: Von 0 auf 100 km/h beschleunigt
der neue GT in unter sechs Sekunden. Die
Höchstgeschwindigkeit - was wir nicht
testen konnten - soll bei 230 km/h liegen.
In Anbetracht des Leistungsgewichts von
264 PS für 1,5 tonnen ist dies wenig.
Die Werksangaben versprechen einen moderaten
Durchschnittsverbrauch von 9,2 Litern Super
auf 100 Kilometern.
Doch wird dieser Wert nur selten erreicht
werden. Dazu bringt eine verschärfte
Gangart viel zu viel Vergnügen, besonders,
wenn der GT dabei auch Kurven fressen darf.
Der direkt einspritzende Turbo-Motor hängt
gierig am Gas und gibt sich glücklicherweise
ausgesprochen elastisch. Denn das Getriebe
bietet nur fünf Stufen. Trotz aller
heckgetrieben Roadster-Attitüden rollt
der GT akzeptabel ab, zeigt sich bei kurzen
Wellen zuweilen jedoch etwas unterdämpft.
Das serienmäßige ESP bietet auf
Knopfdruck drei Stufen: Traktionskontrolle
aus, Competitive Mode mit nach oben versetzter
Regelschwelle oder komplett deaktiv. Agil
wetzt der Roadster um die Ecken, lenkt spontan
ein und schickt - falls gewünscht -
schon mal das Heck hinterher.
Dem GT liegt
ein optimales am Fahrspaß orientiertes
Konzept zurunde: Motor vorn, Antrieb mit
Sperrdifferenzial hinten sowie eine optimale
Gewichtsbalance von 51 zu 49 Prozent. Nicht
zu vergessen ein Fahrwerk, das sich auf
doppelte Dreieckslenker rundum stützt.
Der neue GT fährt frech und selbstbewusst
in die Lücke zwischen die selbstbewussten
deutschen Edel-Roadstern und preiswerten
Importmodellen. Vorteil des Opel ist seine
komplette Ausstattung: ABS, ESP, zwei Airbags,
Klimaanlage, CD-Player, Alufelgen und Lederlenkrad
sind serienmäßig. Nur Metalliclack
und das sogenannte Premiumpaket mit CD-Wechsler
und Ledersitzen kosten noch extra.
Fazit:
Passt der GT zum Anspruch, den die sportliche
Optik weckt? Wer einen coolen Spaßroadster
mit außergewöhnluches Design
sucht, der sportliche Fahrleistungen bringt,
der wird vom GT nur im Innenraum enttäuscht.
Er ist schnell, liegt satt auf der Straße
und ist eben einfach nur zum Fahren gemacht.
Mit Blick auf einen Mazda MX-5, BMW Z4 oder
Audi TT Roadster sieht sich der GT starker
Konkurrenz gegenüber. Doch mit seinem
beeindruckendem Aussehen hat er gute Chancen,
den Wettbewerbern Kunden streitig zu machen.
Leider beträgt die Lieferzeit bereits
schon 12 Monate. Opel teilt die GT´s
eher zu als zu verkaufen.