Elektroantrieb
Neues
Antriebsmodul von Siemens-VDO verschwindet im Rad
Ein Antriebssystem, das den Verbrennungsmotor,
die Bremse, die hydraulischen Stoßdämpfer und die klassische
Radaufhängung in einem Elektronik-Modul zusammenfasst
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- Die Technik zukünftiger
Elektroautos wandert ins Rad
- Mehr Sicherheit,
weil Pedale und Lenksäule fehlen
- Der Radnabenmotor
setzt bis zu 96 Prozent der eingesetzten Energie
in Vortrieb um
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Siemens
VDO integriert im eCorner-Modul Antrieb, Lenkung, Dämpfung
und Bremse direkt in den Rädern
Neues Antriebsmodul von Siemens-VDO verschwindet im Rad
Der Automobilzulieferer Siemens
VDO entwickelt ein neues Antriebsmodul, bei dem Antrieb,
Lenkung, Dämpfung und Bremse direkt in die Räder des Fahrzeuges
integriert sind. In 15 Jahren, so prognostiziert Siemens
VDO, wird das "umweltfreundliche Drive-by-Wire-Auto
auf unseren Straßen zu sehen sein". Das Konzept mit
dem Namen eCorner bildet die Basis für jene umweltfreundlichen
"Drive-by-Wire"-Autos, die in 15 Jahren auf unseren
Straßen zu sehen sein werden. Das eCorner ersetzt die klassische
Radaufhängung mit hydraulischen Stoßdämpfern, die mechanische
Lenkung, die hydraulische Bremse und vor allem den klassischen
Verbrennungsmotor. Für den Autofahrer bedeutet das eCorner
weniger Verbrauch, mehr Sicherheit und Komfort. Den Designern
zukünftiger elektrisch angetriebener und elektronisch gesteuerter
Autos gewährt das eCorner völlig neue Gestaltungsfreiheiten.
Was harmlos klingt, könnte den Automobilbau komplett revolutionieren,
denn Verbrennungsmotoren würden nicht mehr gebraucht. Das
System ersetzt die klassische Radaufhängung mit hydraulischen
Stoßdämpfern, die mechanische Lenkung, die hydraulische
Bremse und vor allem den klassischen Verbrennungsmotor.
Stattdessen kommen Hybrid- oder Elektromotoren zum Einsatz.
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Siemens VDO Automotive entwickelt unter dem Namen eCorner
ein Antriebssystem, das den Verbrennungsmotor, die Bremse,
die hydraulischen Stoßdämpfer und die klassische Radaufhängung
in einem Elektronik-Modul zusammenfasst und in den Rädern
des Fahrzeugs unterbringt.
Hybrid ist nur ein Zwischenschritt
Zwar investiert Siemens VDO auch weiterhin in die Optimierung
des klassischen Verbrennungsmotors, um dessen Potenzial
vollständig auszuschöpfen. Gleichzeitig ist jedoch auch
der Blick nach vorne wichtig. "Der Hybrid-Antrieb ist
nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zum Antrieb der Zukunft.
Wir sehen im Elektromotor die tatsächlich langfristige Antriebslösung,
mit der auch strengste zukünftige Emissionsvorschriften
erfüllt werden können", so Dr. Klaus Egger, Mitglied
des Bereichsvorstandes von Siemens VDO Automotive.
Autos werden sicherer
Siemens VDO verspricht sogar, dass die Autos sicherer würden,
weil sie durch das komplexe System, bei dem jedes Rad seinen
eigenen Antrieb, seine eigene Lenkung, Bremse und Straßenkontakt-Steuerung
hat, wesentlich feiner auf unterschiedliche Verkehrs- oder
Gefahrensituationen abgestimmt werden könnten. Außerdem
gebe es im Innenraum keine Verletzungsgefahr mehr, weil
etwa Pedale und Lenksäule wegfallen würden. Und schließlich
soll das Auto der Zukunft auch noch billiger werden. Das
Argument der Elektroniker: "Weniger Bauteile und der
Verzicht auf hydraulische Systeme bedeuten geringere Verschleißmöglichkeiten
und damit geringeren Serviceaufwand."
Ob sich die Fahrzeughersteller,
die dann wohl die Kompetenz für den Antriebsstrang an Elektronik-Zulieferer
abgeben müssten, mit der Beschränkung auf das Design und
die Abstimmung zufrieden geben würden? Oder werden die bisherigen
Spezialisten für Verbrennungsmotoren zu E-Aggregat-Experten?
Mitsubishi führte unlängst vor, wie Autos einer Radnabenmotorenzukunft
aussehen könnten. Mit der Studie EZ
MIEV zeigten die Japaner im Frühjahr einen Kleinwagen
mit höchst variablem Innenraum, dessen vier Motoren in den
Rädern steckten. Bis 2010 kündigte Mitubishi an, werde man
ein Fahrzeug dieses Typs im Angebot haben. Vielleicht kommt
die Zukunft schneller, als manche jetzt noch denken.
Der Radnabenmotor setzt dem
Unternehmen zufolge bis zu 96 Prozent der eingesetzten Energie
in Vortrieb um und ist so weitaus effektiver als eine Verbrennungsmotor
oder ein aktuelles Hybridsystem. Die Integration verschiedener
Fahrzeugkomponenten im Rad ermöglicht auch eine weitere
Modularisierung im Auto: Der Fahrzeughersteller benötigt
nur noch verschieden ausgelegte Antriebsräder und kann mit
ihnen unterschiedlichste Fahrzeugkonzepte ausrüsten.
Das neue Konzept soll nicht
nur den Verbrauch entscheidend senken, sondern auch die
gestalterische Freiheit der Designer enorm erhöhen. An die
Stelle des Verbrennungsmotors treten nach Ansicht von Siemens
VDO künftig elektrische Radnabenmotoren. Sie werden direkt
im Rad das Auto beschleunigen. "Der Hybrid-Antrieb
ist nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zum Antrieb der
Zukunft. Wir sehen im Elektromotor die tatsächlich langfristige
Antriebslösung, mit der auch strengste zukünftige Emissionsvorschriften
erfüllt werden können", so Dr. Klaus Egger, Mitglied
des Bereichsvorstandes von Siemens VDO Automotive.
Meilensteine auf dem Weg
zum eCorner
Einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum eCorner sieht
Siemens VDO im Serienstart der elektronischen Keilbremse
(EWB). Sobald die EWB zum Ende dieses Jahrzehnts in einem
ersten Wagen auf öffentlicher Straße zeigt, welche Vorteile
ein vollständig elektrisches Bremssystem hat, können auch
die anderen Elemente Schritt für Schritt in das Rad integriert
werden. Der größte Zwischenschritt zum eCorner wird das
Integrated Corner Modul sein. In diesem System wären bis
auf die elektronische Dämpfung und die elektronische Lenkung
bereits im nächsten Jahrzehnt alle Systeme im Rad integriert.
Ganz verschwinden muss der Verbrennungsmotor vorerst noch
nicht: Für flexible Langstreckenfahrzeuge kann dieser für
die notwendige elektrische Energie sorgen.
Das Rad zukünftiger Autos wird deutlich anders aussehen
Das Rad des Autos der Zukunft wird anders aussehen, als
die uns heute bekannten Stahl- oder Aluräder. Den Kontakt
zur Straße wird auch künftig ein Reifen übernehmen, in dessen
Innerem ein Sensor (Tire Guard) den Reifendruck unter Beobachtung
hält. Aber schon bei der Aufhängung wird sich das Zukunftsrad
deutlich von heutigen Rädern unterscheiden: Wo heute aufwändige
mechanisch geprägte Radaufhängungen mit Öldruck-Federelementen
dafür sorgen, dass die Passagiere eine komfortable Fahrt
und die Räder immer einen sicheren Kontakt zum Boden haben,
spielt in Zukunft die Elektronik eine erheblich größere
Rolle. Im eCorner übernehmen Elektromotoren die Aufgabe,
für den dauerhaften Kontakt zwischen Rad und Straße zu sorgen.
Die neue Aufhängung ermöglicht auch den Verzicht auf eine
hydraulische Lenkung und schafft neue Freiräume: Zukünftig
kann jedes einzelne Rad einen individuellen Lenkwinkel einschlagen.
Beim Reduzieren der Geschwindigkeit kann schließlich der
Radnabenmotor durch den Generatoreffekt als Hilfsbremse
genutzt werden. Die so erzeugte elektrische Energie lädt
die Fahrzeugbatterie. Eine elektronische Keilbremse bremst
das Fahrzeug ab.
Fazit: eCorner-gestützte
Fahrerassistenzsysteme bieten völlig neue Chancen. Autos,
die dank der drehbaren Räder fast quer einparken können
oder die mit elektronischem Lenkeingriff und gezielter Beschleunigung
einzelner Räder das Fahrzeug in Gefahrensituationen noch
besser stabilisieren können. Wird ein solches Auto dennoch
in einen Unfall verwickelt, so bedeutet der Wegfall der
klassischen Pedalerie und der Lenksäule eine verringerte
Verletzungsgefahr für den Fahrer. Außerdem sollen weniger
Bauteile für günstigeren Service und geringere Folgekosten
sorgen