In allen Dimensionen gewachsen
Das Größenwachstum (sechs Zentimeter mehr Radstand) schafft
mehr Platz im Fond sowie einen etwas größeren Kofferraum.
Wie schon beim Vorgänger bleiben die bequeme aufrechte Sitzposition
und das von Mitwettbewerbern ergonomisch strukturierte Bedienkonzept.
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Kein Licht ohne Schatten: Haptik des Interieurs
In den meisten Punkten konnte das Qualitäts- und Verarbeitungsniveau
nochmals spürbar angehoben werden. Allerdings hat der Golf
früher den Maßstab in der Haptik und Anmutungsqualität gesetzt.
Heute präsentiert sich das Cockpit als sei es deutlich dem
Rotstift eines Controllers zum Opfer gefallen. Hartkunstoff
mit Softlack dominiert die Mittelkonsole. Den deutlichen
Vorsprung im Finish, den VW einst im Segment der A-Klasse
zweifelsohne inne hatte - scheint dahin. Der Bedienungsfreundlichkeit
indes tut das keinen Abbruch. Schon nach kurzer Eingewöhnungszeit
ist man intuitiv mit dem neuen Golf auch ohne Studium der
Betriebsanleitung so vertraut als gehöre einem dieses Fahrzeug
schon erheblich länger.
Der Fahrer schaut durch ein Vierspeichen-Lenkrad auf kreisrunde
Instrumente. Die Armaturentafel wird dominiert durch eine
weit nach oben gezogene Mittelkonsole, auf der sich ergonomisch
gut plaziert alle Schalter und Regler befinden: Die für
Audio-, Klima- sowie im Falle des hervorragenden Blaupunkt-Radio-Navigationssystems
(2340 Euro Aufpreis) ein sieben Zoll großes Multifunktionsdisplay.
Ungewohnt ist die etwas tiefere Sitzposition gegenüber dem
Vorgänger. Die Sitze - insbesondere in der Lederausführung
(Raffleder auf der Sitzfläche) - sind noch bequemer geworden
und bieten vorne wie hinten selbst groß gewachsenen Personen
ausreichend Platz. Auch die optisch gelungenen Seriensitze
bieten bereits sehr viel Seitenhalt.
Reparaturfreundliche Modultüren
Als erstes stahlbasiertes Großserienauto der Welt besitzt
der neue Golf im Modulsystem aufgebaute Türen. Im Schadensfall
ist es hier möglich, statt der kompletten Tür lediglich
die Außenhaut zu tauschen. Dadurch entsteht ein immenser
Zeit- und Kostenvorteil der sich auch auf die Typklasseneinstufung
in der Versicherung auswirken wird.
Erstklassiges Interieur-Design
mit vielen ungeahnten Ablagemöglichkeiten
Verteilt im gesamten Innenraum befinden sich die vielen
praktischen Ablagemöglichkeiten: Von der Sonnenbrillen-Konsole
im Dachhimmel über den mittlerweile obligatorischen Becherhalter
in Seitenverkleidungen und Mitteltunnel bis zur Schublade
unter den Vordersitzen. Besonders pfiffig fanden wir den
Mittelsteg der beiden Getränkedosenhalter im Mitteltunnel,
der sich herausnehmen und als Flaschenöffner nutzen lässt.
Serienausstattung
Serienmässig gibt es eine umfassende Sicherheitsausstattung
inklusive sechs Airbags, fünf Kopfstützen - vorne aktiv
- samt Dreipunktgurten, Sicherheitslenksäule, ESP inklusive
Dual Brake Assist und beim Unfall wegklappende Pedale. In
der Basis-Version Trendline sind bereits Komfortmerkmale
wie elektrische Fensterheber, elektrisch einstell- und beheizbare
Außenspiegel und Zentralverriegelung mit Fernbedienung serienmäßig.
Desweiteren 195er Reifen, elektromechanische Servolenkung
und Wärmeschutzglas. Der Einstiegspreis liegt bei 15.220
Euro.
Die anderen Versionen Comfort und Sport kosten jeweils 1630
Euro Aufpreis. Diese kommen mit Details wie die automatische
Fahrlichtschaltung, Regen- und Lichtsensor, Komfort-Sitze,
automatisch abblendendem Innenspiegel, 15-Zoll-Leichtmetallfelgen
und Tempomat (Comfortline) oder ein Sportfahrwerk mit 16-Zoll-Alu-Felgen,
lackierte Stoßfänger und Schutzleisten, Sportsitze und Lederlenkrad
plus Lederschalthebelknauf (Sportline) hinzu.
Extras
Es gibt eine üppige Liste an aufpreispflichtigen Extras,
auf der sich neben äußeren und inneren Verschönerungen auch
so Luxus-Features wie eine zugluftfreie Klimaanlage (Climatronic)
mit automatischer Umluftschaltung beim Rückwärtsfahren (1525
Euro), zusätzliche Seitenairbags für den Fond (265 Euro),
verschiedene Radiosysteme mit CD-Player (335 bis 625 Euro),
Navigationssystem (2340 Euro) sowie ein Telefon mit Freisprecheinrichtung
(975 Euro) finden lässt. Wer sich da nicht zurückhält, durchbricht
mit dem Golf auch schnell die 30.000-Euro-Grenze.
Künftig soll es nur noch die
drei Linien Trend, Comfort und Sport geben
Derivate - auch der Golf-Avant (Kombi) steht auf der
Kippe
Vorerst wird es kein eigenständiges neues Golf-Cabrio
geben. Verständlich da Volkswagen mit der offenen Version
des Beetle in diesem Cabriosegment relativ gut aufgestellt
ist. Umso schwerer wiegt hier hingegen die zweite Offenbarung:
Es sei äußerst fraglich, ob eine Kombiversion des Golf entwickelt
werde. Hier gäbe es ja zur Überbrückung den Kompaktvan
Touran auf Golfbasis. Auf VW Bora (Ende 2004),
müssen Interessenten noch länger warten. Zuvor jedenfalls
erscheint vermutlich eine noch namenlose Hochdach-Variante
(HD) des Golf (Herbst 2004), die auf der Verkehrsfläche
der Golf-Limousine so viel Ladevolumen bieten soll wie ein
klassischer Kombi. Ob man einen Variant dann noch braucht,
wird der Markt entscheiden. Jedenfalls liegen Hochdach-Autos
im Trend, und VW kann damit eine weitere offene Marktnische
schließen.
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Motoren
Diesel: Die Palette der TDI-Motoren wurde um einen Zweiliter
mit 140 PS und 320 Nm nach oben erweitert. Dieser vor allem
im Bereich zwischen 2.000 und 4.000 Touren enorm durchzugsstarke
Diesel läuft bemerkenswert kultiviert und passt in Verbindung
mit dem gut gestuften Sechsgang-Schaltgetriebe prima zum
komfortablen Charakter des Kompakt-VW. Die Palette bietet
zur Markteinführung einen SDI sowie zwei leistungsstärkere
Vierventil-TDI mit 1,9 und 2,0 Liter Hubraum sowie 100,
140 und 160 PS. Ob allerdings der für den neuen VW Bully
(T5) entwickelte 2,5-Liter-Fünfzylinder-TDI (174 PS, 400
Newtonmeter) auch im Golf eingesetzt wird, ist nicht definitiv
entschieden. Die PQ 35-Plattform wäre dafür kein Hinderungsgrund.
Benziner: Bis auf den 75 PS starken Einstiegsvierzylinder
mit 1,4 Liter Hubraum setzt Volkswagen bei den Ottomotoren
auf Benzin-Direkteinspritzung. Je zwei 1,6-Liter- (86 und
115 PS) und Zweiliter-Motoren (150/200 PS). Die Krönung
der Motorenbaureihe im Golf V wird erst 2004 erfolgen, wenn
der auf FSI-Technik umgestellte 3,2 Liter VR6-Motor, der
übrigens ausschließlich mit dem Allradantrieb 4-motion kombiniert
erhältlich sein wird, in den Kompaktsportler Einzug halten
wird.
Alle Motoren erfüllen allesamt
die EU-4-Norm, die in Deutschland noch bis 2005 steuerlich
gefördert wird. Kleiner Wermutstropfen: Auch die neuen TDI-Modelle
des VW Golf wird es serienmäßig nicht mit einem sauberem
Rußpartikelfilter geben.
Motorisierung unserer Wahl: Der 1.9 TDI
Unser Favorit war das gut 100 PS starke 1.9 TDI-Agregat.
Dieses machte im Golf eine ausgewogene Figur. Seine 250
Nm schoben den fast anderthalb Tonnen schweren Golf immer
souverän an. Auch im untersten Drehzahlbereich ist der Antritt
kräftig genug. Ein Turboloch ist praktisch nicht vorhanden.
Drehfreude ist natürlich nicht die Stärke des Zweiventilers.
Auch geht im Vergleich mit der Commonrail-Konkurrenz dieser
ausgesprochen rauh zur Sache. Dafür stimmen Fahrwerte und
Verbrauch: Über 190 km/h Höchstgeschwindigkeit waren bei
uns im Test möglich. Die Verbrauchswerte lagen dennoch unter
sechs Litern auf 100km. Die Tatsachen, dass der TDI 1.9
die EU4-Abgasnorm schafft sowie die erheblich günstigeren
Anschaffungskosten ggü. dem grösseren Vierventilbruder 2.0
TDI machen ihn letztlich zu der Motorisierung dem wir das
grösste Absatzpotenzial zutrauen. Wer unbedingt mehr Leistung
will, wird mit dem 2,0 TDI sicherlich glücklicher als mit
dem 2.0 FSI, den wir subjektiv als erheblich schwachbrüstiger
empfanden.
Getriebe
Grosses Lob verdient die äusserst gelungene Getriebeabstimmung
beim Handschalter. So knackig und präzise haben wir bisher
selten ein Schaltgetriebe kennengelernt. Der Golf 1.4 und
1.9 TDI wird über ein Fünfganggetriebe geschaltet. Für den
Golf 1.6 FSI und 2.0 TDI kommen serienmäßig Sechsganggetriebe
zum Einsatz (1.9 TDI optional). Eine hochmoderne Sechsgangautomatik
steht für den Golf 1.6 FSI zur Verfügung. Die TDI-Motoren
können alternativ mit dem sportlichen DSG kombiniert werden.
In unserem Test bewährte sich das DS-Getriebe hervorragend.
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Fazit
Auch dem neuen Golf lassen
sich wieder herausragende Klasseneigenschaften bescheinigen.
Beim Fahrwerk und in der daraus gewonnenen Agilität hat
der Wolfsburger enorm zugelegt und gehört nun in dem A-Segment
der Kompaktfahrzeugen zu den Besten seiner Klasse. Volkswagen
plant noch dieses Jahr knapp 160.000 Einheiten von dem neuen
Golf zu bauen. Der Bestelleingang lässt eine erfolgreiche
Markteinführung erwarten. 2004 sollen dann bereits 600.000
Exemplare produziert werden. Es bleibt zu wünschen, dass
der neue Golf den dafür notwendigen genügend starken Kaufanreiz
ausübt, um die generelle auf dem deutschen Markt weiterhin
anhaltene Kaufzurückhaltung zu durchbrechen. Aus unserer
Sicht hat er das Zeug dazu.
Seit Jahren drängen stetig weitere A-Klasse-Derivate in
die Golf-Klasse. Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass
der nun zur Ablösung anstehenen Vorgänger Golf IV trotz
seines Modellzyklus ungebrochen seine Führungsrolle behaupten
konnte. Auch der neue Golf V wird unseres Erachtens die
Golf-Erfolgsgeschichte fortschreiben. Davon sind wir nach
unseren Testfahrten umsomehr überzeugt. Nicht zuletzt die
Wertbeständigkeit rechtfertigt die nach wie vor etwas höhren
Preise ggü. den Mitwettbewerbern.
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Technische Daten
VW Golf V
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Typ
|
Golf
1.4
|
Golf
1.6 FSI
|
Golf
1.9 TDI
|
Golf
2.0 TDI |
Motor
|
Reihenvierzylinder
|
Reihenvierzylinder
|
Reihenvierzylinder
|
Reihenvierzylinder
|
Hubraum
(cm3)
|
1390
|
1595
|
1896
|
1968
|
Leistung
in PS (KW) bei U/min-1
|
75
(55) bei 5000
|
102
(75) bei 5600
|
105
(77) bei 4000
|
140
(103) bei 4000
|
Max.
Drehmoment (Nm) bei Umin-1
|
126
bei 3800
|
148
bei 3800
|
250
bei 1900
|
320
bei 1750-2500
|
Höchstgeschwindigkeit
(km/h)
|
164
|
184
|
187
|
203
|
Beschleunigung
0-100 km/h (sek.)
|
14,7
|
11,4
|
11,3
|
9,3
|
Getriebe
|
5gang-Schaltung
|
5gang-Schaltung
|
5gang-Schaltung
|
6gang-Schaltung
|
Antrieb
|
Front
|
Front
|
Front
|
Front
|
Treibstoffsorte
|
Super
|
Super
|
Diesel
|
Diesel
|
Verbrauch
EU-Drittelmix (l/100 km)
|
6,8
|
7,2
|
5,0
|
5,4
|
Gewicht,
Herstellerangabe (kg)
|
1154
|
1173
|
1251
|
1281
|
Grundpreis
|
15 220
Euro
|
17 995
Euro
|
18 650
Euro
|
22 625
Euro
|
Abgasnorm
|
EU4
|
EU4
|
EU4
|
EU4
|
Versicherungsklassen
(HP/TK/VK):
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13/16/13
|
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16/22/17
|
17/24/19
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