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Fahrbericht
Das neue Audi TT Coupé 3.2 quattro
Eine sportliche Symbiose aus Stahl und Aluminium

 
  • Optischer Code des Vorgängermodells wurde behutsam weiterentwickelt
  • Exzellente Verarbeitung und Qualität
  • V6 mit 250PS und 320 Nm
  • quattro-Antrieb bringt die Leistung souverän auf die Straße
  • Abgeregelte 250km/h Höchstgeschwindigkeit
  • Guter Kompromiss aus Alltagstauglichkeit und Sportlichkeit
 


TT reloaded: Wiedererstarkter Porsche-Verfolger aus Ingolstadt

Neuer TT, neuer Fahrspaß

Die zweite Generation des Sportcoupés TT ist bereits seit einem Jahr auf dem Markt. Gereift, noch durchtrainierter aber auch selbstbewusster stellt sich die zweite Generation der erstarkten Konkurrenz. Das Topmodell wird zunächst der TT 3.2 V6 mit dem obligatorischen quattro-Antrieb sein. Grund genug uns mal das Coupé 3.2 quattro im Rahmen eines ausführlichen Fahrberichts genauer unter die Lupe zu nehmen.


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Keine Frage, das neue TT Coupé sieht klasse aus. Wir sind sehr gespannt, ob der TT2 auch beim Fahren so überzeugt. Das neue Coupé wirkt, obwohl es leichter geworden ist, dennoch deutlich gereifter. Mit seinen rundlichen Formen hat sich der neue Audi TT seinen besonderen Charme bewahren können. Zwar folgt auch die neue Generation des TT wieder dem geometrischen Grundmuster des Kreisbogens, doch die Linien gewannen unter der Hand des Audi-Chefdesigners Walter da Silva deutlich an Kontur und Präsenz. So sind die Scheinwerfer nun schärfer geschnitten, über die Motorhaube ziehen sich zwei markante Lichtkanten, an der Flanke schwellt eine muskolöse Schulterlinie, und das Heck wirkt kürzer und schlanker als früher. Front und diabolischer Augenaufschlag wirken bissiger denn je. Die höhere Frontpartie und die aufprallgeschützte Motorhaube dienen dem Fußgängerschutz. Auch die Rückansicht des Sportwagens ist ansehnlicher geworden. Die beiden Endrohre der von uns getesteten Variante mit V6-Motor weisen links und rechts des Hecks auf den Sechszylinder-Saugmotors mit quattro-Antrieb hin. Außerdem verschwindet der Spoiler endlich elegant gelöst im Heckdeckel. Der serienmäßig verwendete Heckspoiler fährt bei 120 km/h automatisch aus, bei Tempo 80 wieder ein und stört somit weder im Stand noch bei langsamerer Fahrt die Silhouette des TT.


Auffällig sind die breite Spur des TT. Markant ausgestellte Radläufe sowie kurze Überhänge

Alu und Stahl

Bei der Karosserie kombiniert Audi in Space-Framen-Bauweise zum ersten Mal Stahl und Aluminium. Gute zwei Zentner Gewicht erleichtert die Space-Frame-Konstruktion die Karosserie. 69 Prozent des Aufbaus bestehen aus Aluminium. Der Vorderwagen ist denn auch größtenteils aus Aluminium gefertigt, das Heck, um die Gewichtsverteilung zu verbessern, überwiegend aus Stahl. Dennoch lasten noch 59 Prozent auf der Vorderachse. Der optimalen Gewichtsverteilung ist man damit aber ein deutliches Stück näher gekommen. Die Autobatterie befindet sich hierzu ebenfalls im Heck.

Interieur

Bei der Innenraumgestaltung war die Herausforderung an die Designer eine evolutorische Veränderung des TT herebizuführen vermutlich noch schwieriger als dies beim Exterieur der Fall war. Dafür hat das äußere Design des neuen Coupés hat auch einige Vorteile für die Platz- und Ergonomieverhältnisse im Inneren. In den Dimensionen hat der TT im Vergelich zum Vorgänger deutlich zugelegt. 137 Millimeter mehr Länge (insgesamt sind es jetzt 4,18 Meter) und 78 Millimeter mehr Breite sorgen bei dem Zweitürer auch für deutlich mehr Platz im Inneren. Der Radstand wuchs um 5 Zentimeter, die voll dem Innenraum zugute kommen. Das extreme Schießscharten-Feeling und die verkrampfte Kopfhaltung an Ampeln sind nun weit gehend passé. So verfügt der Fahrer jetzt dank größerer Glasflächen über eine deutlich bessere Rundumsicht und findet hinter dem wunderschönen, unten abgeflachen Lederlenkrad nun auch eine angenehmere Sitzposition.

Auf den hinteren Notsitzen sind allerdings nach wie vor allenfalls Kinder oder ein paar Einkausftaschen gut aufgehoben. Da die meisten der direkten Wettbewerber hinten gar keine Sitze zur Verfügung haben, möchten wir hier nicht laut meckern. Immerhin erhöht sich als Zweisitzer genutzt das Kofferraumvolumen von 290 auf beachtliche 700 Liter. Genug für eine mehrwöchige Urlaubsreise zu zweit.

   


Die extrem konsequente Verwendung des Kreismotivs an Schaltern, Lüftungsdüsen, Lenkrad und Schaltung wurde auf ein vernünftiges Maß reduziert. Auch der Aluanteil fällt nun etwas geringfügiger aus. Aber die Haptik und Optik sowie der vermittelte Qualitätseindruck wurden dennoch deutlich angehoben. Seine direkten Mitwettbewerber können hier allesamt nicht mithalten.


Aktualisiertes TT-Feeling auch im Interieur


Fahreigenschaften

Wo sich der Vorgänger ruppig und rau gebärdete, benimmt sich das aktuelle Modell harmonisch und kultiviert. Der neue Audi TT fährt sich dank intelligenten Leichtbaus nicht mehr derart kopflastig wie sein Vorgänger. Für den neuen
TT hat Audi das Dynamikfahrwerk neu entwickelt und abgestimmt. Schwerpunkte der Entwickler waren die Spurverbreiterung mit größeren Rädern von 16 bis 19 Zoll sowie umfangreiche Eingriffe im Bereich der Elastokinematik. Die neue Mehrlenker-Hinterachse sorgt für die notwendige Fahrdynamik auf Sportwagenniveau. Dies ist für ein Sportcoupé dieser Klasse gut gelungen. Soviel vorweg: Der TT ist ein fahraktives, dynamisches Sportcoupé geblieben. Der kleine Audi lässt selbst ambitionierte Kurvenjagden auf abgelegenen Landstraßen zum Kinderspiel werden. Nur wenig untersteuernd liegt er zu jeder Zeit satt auf der Straße. Die Lenkung ist präzise und direkt. Das Fahrwerk bietet jetzt einen deutlich verbesserten Komfort, ohne sich bei forcierter Gangart Schwächen zu leisten. Diese Perfektion verringert zugleich die gefühlte Sportlichkeit. Das ein Sportfahrwerk mit diesen Qualitäten noch so komfortabel sein kann überrascht. Der gepflegte Komfort mag nicht recht zum sportlichen Anspruch passen. Aber auch wenn eine Nuancé mehr Härte und Rückmeldung von der Fahrbahn zwar wünschenswert wären, sind die fahraktiven Nachteile der Auslegung zumindest auf öffentlichen Straßen kaum auszumachen.


Der Gesichtsausdruck wirkt nun grimmiger und ist schärfer geschnitten

Ob das per Knopf zuschaltbare 1200 Euro teure "Magnetic Ride" notwendig ist muss jeder für sich entscheiden. Hier hat der Fahrer die Wahl zwischen einer komfortablen, alltagstauglichen Grundeinstellung sowie einer geringfügig härteren Sport-Modus für aktiveres Fahren. Magnetic Ride funktioniert so: In den Stoßdämpferkolben zirkuliert kein herkömmliches Öl, sondern eine Flüssigkeit, die mikroskopisch kleine Magnet-Partikel enthält. Durch Anlegen einer elektrischen Spannung entsteht ein Magnetfeld. Die Partikel legen sich quer zur Strömungsrichtung des Öls und hemmen so dessen Durchfluss durch die Kolbenkanäle. Auf diese Weise ändert sich die Charakteristik der Dämpferkennlinie innerhalb von Bruchteilen von Sekunden.


Gespannte Blechflächen betonen den Eindruck dynamischer Bewegung

Dass es den Allradantrieb Quattro nur in Verbindung mit dem großen Motor gibt, ist schade, schließlich liegt auch ein beträchtlicher Preis- und Ausstattungsunterschied zwischen dem Einstiegs- und dem Spitzenmodell. Vielleicht wird dies wie beim Vorgänger irgendwann separat orderbar sein.

Durstiger V6 Motor mit gutem Sound

Der Sechszylinder - ein Sauger mit sonorem Klang - ist nicht neu: Das Aggregat verrichtete auch schon im Vorgänger sowie in diversen anderen Modellen des Volkswagen-Konzerns seinen Dienst. Auf 250 PS/184 kW bringt es der V6 mit 3,2 Litern Hubraum. Auch wenn die Konkurrenz mittlerweile weitaus kraftvollere Töne anschlägt. Seine Fahrleistungen: 5,9 Sekunden (mit DSG 5,7 s) für den Standardsprint und 250 km/h Höchstgeschwindigkeit (elektronisch abgeregelt) sind ordentliche Werte. Der 3,2-Liter-Sechszylinder hat vor allem im unteren Drehzahlbereich einen kräftigen Anzug und zieht bullig durch. Ein bissiges Ansprechverhalten und hohe Drehzahlen sind nicht die Sache dieses Triebwerks. Mit den Qualitäten der Triebwerke in BMW Z4, Nissan 350Z oder Porsche Cayman kann der engwinklige V-Motor aus dem VW-Konzern leider nicht voll mithalten. Außerdem kommt bei flotter Fahrweise ein enormer - nicht ganz zeitgemäßer - Spritdurst zum Tragen. Unser Testdruchschnittsverbrauch lag bei deutlich über 12 Litern. Dennoch: Den Sound des Sechszylinders hätten die Ingolstädter kaum besser abstimmen können. Ein aggressives, aber dezentes Ansauggeräusch sowie ein sonorer Auspuffton heben den Sechszylinder klar vom 2.0 TSI Einstiegsmodell ab.

Der V6 ist mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe ausgestattet, auf Wunsch lässt er sich mit dem dynamischen Doppelkupplungsgetriebe S tronic kombinieren. Die Handschaltung ist auditypisch sehr leichtgängig und exakt. Sehr gut gefallen hat uns auch die optionale Schaltwegverkürzung. Während der Vierzylinder die Vorderräder antreibt, verteilt der V6 über den quattro-Allradantrieb sein Drehmoment permanent auf die Vorder- und Hinterachse. Nach wie vor eine exklusive Technologie in diesem Segment der Sport-Coupés.

     
   

Ausstattung

In punkto Ausstattung verfügen alle TT-Varianten über Sportsitze, CD-Radio, Klimaautomatik sowie unten abgeflachte Lenkräder. Neu sind auch die Audio- und Navigationssysteme sowie eine Bluetooth-Anbindung für Handys. Für die innovativen technischen Finessen wie Kurvenlicht, elektronische Dämpfer oder eine S-Tronic muss der Kunde extra bezahlen. Dafür sind Klimaautomatik, Aluräder und Sportsitze nun in allen Versionen Standard. In der von uns getesteten quattro-Version gehören obendrein noch die Xenonscheinwerfer und Alcantara-Sitzbezüge zum Ausstattungsumfang.

Technische Daten: Audi TT 3.2 quattro; 6-gang Handschalter
Motor V-6-Zylinder Ottomotor mit Saugrohreinspritzung
Hubraum 3.189 ccm
Max. Leistung 250 PS / 184 KW bei 6.300 U/min
Max. Drehmoment 320 Nm bei 2.500 U/min
Abgasreinigungssystem 4 Lambdasonden (2 beheizt), Aktivkohlefilter, 3-Wege-Katalysator
CO2-Emissionen (g/km) 247 g/km
Emissionsklasse EU4
Antriebsart Permanenter Allradantrieb quattro mit elektronisch geregelter Lamellenkupplung, Elektronische Differenzialsperre EDS
Getriebe 6-gang Handschalter
Räder Aluminium-Schmiedeleichtbauräder, 8,5 J x 17 mit 245/45 R 17 bereift
Beschleunigung 0 - 100 km/h 5.9 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h (abgeregelt)
Treibstoffsorte Super Plus
Kombinierter Verbrauch / Tankinhalt 10,3 Liter / 60 Liter
Länge / Breite / Höhe 4.178 / 1.842 / 1.352 mm
Leergewicht / Zuladung 1.430 kg / 400 kg
Kofferraumvolumen/umgeklappt 290/700 Liter
Grundpreis brutto ab 40.950 Euro

 

     

 

Fazit - Die Stilikone der späten 90er Jahre ist erwachsen geworden

Das Sport-Coupé ist in seiner zweiten Generation in allen Dimensionen gewachsen und wird den Stil des Kult-Coupés behutsam in die Zukunft fortschreiben. Mit dem TT 3.2 quattro ist ein sehr elegantes Coupé mit genügend starker Motorisierung, sehr guten Fahreigenschaften und nur ganz wenigen Schwächen gelungen. Damit qualifiziert sich der TT zum Sportwagen für jeden Tag, der auch eine längere Fahrstrecke nicht zur Tortur werden lässt. Auch innen überzeugt der neue TT mit hochwertigeren Materialien und allerbester Verarbeitung. Mit dem komfortablen Fahrwerk und dem besseren Platzangebot ist der TT das alltagstauglichste Angebot bei den kompakten Sportcoupés. Wer allerdings einen ultrasportlichen Asphaltboliden sucht wird beim TT unter Umständen etwas enttäuscht. Zunächst bleibt die von uns getestete Variante des TT 3.2 quattro das Topmodell und ist mit dem obligatorischen quattro-Allradantrieb ausgestattet, der die Motorleistung absolut souverän und überzeugend auf die Straße bringt. So werden die Ingolstädter allerdings beim TT der zweiten Generation mittelfristig kaum um eine echte - vermutlich über 300PS starke - Sportversion mit dem Zusatz "S" oder "RS" umhinkommen. Auf diese Versionen hatten bereits beim Vorgänger viele vergeblich erwartet. Und auf diesen Fahrbericht freuen auch wir uns bereits jetzt ganz besoders.

Weitere Informationen unter: www.audi.de


 



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Update:
Der neue Audi TT wurde öffentlichkeitswirksam vor dem Brandenburger Tor enthüllt. Weitere Details und erste Bilder...


 



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