HintergrundNews
Aktuell:
Neuer Streit um CO2-Emissionen nach EU-Vorlage
EU-Kommission präsentiert Gesetzentwurf mit einem
veränderten Grenzwert
- Barroso hat einen
Entwurf zur CO2-Reduzierung vorgelegt
- EU-Umweltkommissar
Dimas sieht das CO2-Planziel als Möglichkeit
für mehr Arbeitsplätze
- 130 statt 160 Gramm
als Grenzwert ab 2012
- Der Kraftfahrzeugverbrauch
macht derzeit nur etwa zwölf Prozent der CO2-Emissionen
in der Europäischen Union aus
- U-Kommissar weist
deutsche Kritik zurück
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Der Kraftfahrzeugverbrauch
macht derzeit nur etwa zwölf Prozent der CO2-Emissionen
in der Europäischen Union aus. Dennoch gibt es inder
EU Bestreungen diese Quote künftig deutlich zu reduzieren.
Die Europäische Kommission legte diese Woche hierzu
einen veränderten Gesetzentwurf für CO2-Grenzwerte
bei Pkw vor. Allerdings besteht hinsichtlich des Themas
generelle Uneinigkeit unter den insgesamt 27 EU-Kommissaren.
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Ferner
muß der Entwurf
noch vom EU-Parlament und dem Ministerrat verabschiedet
werden, bevor er in Kraft treten kann.
Was für die einen
unabwendbare Vorausetzung für den Klimaschutz ist,
ist für die anderen eine Ungerechtigkeit. Umweltminister
Sigmar Gabriel sprach von einem Wirtschaftskrieg gegen
die deutschen Hersteller. Aber auch Frankreichs Präsident
Nicola Sarkozy wettert gegen die Pläne aus Brüssel.
Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein
rügte die "knallharte Industriepolitik",
die besonders die bayerische Automobilindustrie treffe.
Und auch Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee fand,
Brüssel schieße über das Ziel hinaus.
Der Vorschlag aus Brüssel "arbeitet auch gegen
und nicht für den Klimaschutz".

EU-Umweltkommissar
Stavros Dimas
Bild: Copyright Europäische Gemeinschaft, 2007
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Nun hat sich
EU-Umweltkommissar Dimas in der Debatte um die geplanten
CO2-Auflagen für Autohersteller zu Wort gemeldet.
Die Pläne seien keine Strafe, sondern eine Chance
für die deutsche Industrie. Unterdessen kritisierte
der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) das
Vorhaben scharf. Der EU-Plan habe "rein gar nichts
mit gutem Klimaschutz zu tun", sagte BDI-Hauptgeschäftsführer
Werner Schnappauf derselben Zeitung. Die Regeln seien
willkürlich. "Wer hauptsächlich Klein-
und Mittelklassewagen baut, muss sich kaum anstrengen.
Am härtesten trifft es die deutschen Premiumhersteller",
bemängelte er. Deshalb sei der EU-Plan "unfair
gegenüber unserem Land". |
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Hauptstreitpunkt
inder Co2-Debatte
Die Gesamtflotten-Emissionen soll ab 2012 nicht über
130 Gramm pro Kilometer liegen. Der Fortschritt der
Hersteller soll jedes Jahr von den Mitgliedsstaaten
auf Basis der Daten von neu zugelassenen Fahrzeugen
kontrolliert werden.
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Der Entwurf sieht vor, den Grenzwert für die durchschnittlichen
CO2-Emissionen von Neuwagen in der EU von derzeit 160 Gramm
auf 130 Gramm pro Kilometer im Jahr 2012 zu senken. Bislang
war als Obergrenze der Wert von 120 Gramm im Gespräch.
Diese Zahl wird nun im Rahmen eines undefinierten "gemeinsamen
Ansatzes"genannt. Mittels der 130-Gramm-Grenze sollen
die CO2-Emissionen um 19 Prozent reduziert werden und die
EU künftig zu den Spitzenreitern bei verbrauchsarmen
Fahrzeugen gehören. Wer den neuen Mittelwert überschreitet,
muss mit Geldbußen rechnen. Dimas schlägt vor
20 Euro pro Gramm ab 2012 und bis 2015 stufenweise steigende
Strafgelder bis zu 95 Euro. Diese Beträge fallen mit
jedem verkauften Auto an. Nach den Berechnungen der EU-Kommission
werden sich Pkw durch die notwendigen technischen Anpassungen
um jeweils 1300 Euro verteuern.
Der Umweltkommissar Dimas
hält auch zusätzliche nationale Strafsteuern auf
höheren Verbrauch für sinnvoll, sofern sie den
Wettbewerb nicht verzerren.
Weitere Infos:
www.ec.europa.eu/commission_barroso/dimas/index_en.htm