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Fahrbericht
Land Rover Discovery 3 TDV6 HSE
Nicht nur im Gelände ein Alleskönner

 
  • 2.7-l-TdV6-Commonrail-Diesel mit 190 PS (140 kW)
  • Einzelradaufhängung an allen vier Rädern mit elektronischer Kopplung
  • Variabel einstellbare Bodenfreiheit
  • Bis zu sieben Sitze in Erwachsenengröße in drei Reihen
 


Im Test: Land Rover Discovery3 TDV6 HSE

Offroad very british


Ein typischer Land Rover lässt sich mit Attributen wie zeitlos britisch, markant, streng funktionell und absolut nicht dekorativ umschrieben. Den mächtigen Range Rover ergänzt seit letztem Jahr nun der neue Discovery. Der neue Landrover tritt zwar eine Klasse unter dem großen Range an, legt jedoch dafür einiges in die Wagschale. Höher, stärker und leider auch schwerer will der britische Vollblut-Entdecker bei SUV-Familien und echten Offroad-Fans gleichermaßen punkten. Aus dem Rauhbein Discovery von einst ist ein Landlord geworden, der mit feiner Technik den vorhandenen modern gestylten SUVs den Kampf ansagt. Er dürfte mit zum Besten gehören, was die Offroad-Klasse zu bieten hat. Land Rover baut seit Jahrzehnten Ikonen der Schlamm- und Geröllfraktion und gilt als angelsächsisches Pendant zum amerikanischen Jeep. Beiden gleich ist der Ursprung im Militärischen. "Wir bauen noch echte Geländewagen und keine Sport Utility Vehicle", heißt es im Hauptquartier in Solihull.

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Der Discovery ist der Hoffnungsträger der Traditionsmarke Landrover und zeigte - soviel sei vorweg verraten - nicht nur im Gelände seine außergewöhnlichen Fähigkeiten. Wir fuhren den Alleskönner mit dem 2,7-Liter-V6-Turbodiesel-Triebwerk und Sechsstufen-Automatik in der Ausstatung HSE. Unser Exemplar hatte zusätzlich eine Navigationsanlage und eine dritte Sitzreihe und lag damit im Preis deutlich über der 50.000 Euro-Schwelle.

Exterieur - Mit Ecken und Kanten

Land Rover muss sich um Markengesicht und Wiedererkennung seiner Fahrzeuge keine Gedanken machen. Man erkennt alle Land Rover an ihrem kantigen und rustikalen Charme. Undenkbar, dass bei Land Rover ein Designer Rundungen einbringt, um dem Luftwiderstand weniger entgegenzusetzen oder etwa die gewaltigen Abmessungen zu kaschieren. Der 4,83 m lange Discovery ist übrigens der erste unter Ford-Regie entwickelte Land Rover. Seitenlinie und Heck zeigen sich eigenständig, Nur der Vorderwagen orientiert sich am großen kleinen Bruder mit den BMW-Genen. Mit 1,94 Meter Max-Höhe überspringt der britische Allrader locker das Gardemaß typische Geländewagen und zeigt seinen Mitbewerbern wo das Limit liegt: Die DIN-Garagenhöhe liegt bei 2 Metern.

Interieur

Der Innenraum zeigt sich im Vergleich zum Range Rover deutlich robuster. Der Fahrer findet sich in einer Umgebung wieder, in der ebenfalls nicht gefälliges Design, sondern nüchterne Sachlichkeit vorherrscht.

  Alle Bedienelemente sind übersichtlich angeordnet und intuitiv bedienbar sind, ohne das der Fahrer den Blick von der Straße wenden muss. Draußen wie drinnen steht der Nutzen im Vordergrund. Platz gibt es dagegen im Überfluss: Fahrer und Passagiere werden mit viel Platz und Komfort inklusive etlicher durchdachter Ablagemöglichkeiten verwöhnt. Das Design des Cockpits und der mächtigen Mittelkonsole könnten zwar hochwertiger wirken, sind dafür aber funktionell.

Die guten Seitenhalt bietenden Sitze sind trotz straffer Polsterung auch auf längeren Strecken bequem. Die zweigeteilte Heckklappe lässt sich nur bewegen, wenn der Zündschlüssel abgezogen ist. Ist sie offen, steht man staunend vor einem riesigen Laderaum.

 

 

 

Unser Exemplar hatte drei Sitzreihen, wobei die hinteren Sitze zugunsten einer ebenen Ladefläche weggeklappt werden können. Wir haben aber kein sinnvolles Verfahren gefunden, diese Sitze nicht kopfüber krabbelnd zu erreichen.



Extrem viel Stauraum mit umgeklappter zweiter, vollständig versenkter Sitzreihe


Die zweite Sitzreihe ist höher als die erste angebracht, so dass der Blick nach vorn freier ist als bei klassischen Konfigurationen. Die Sitzflächen in der zweiten Reihe sind kurz und ohne spürbare Seitenführung, die Lehnen steil. Bequemes Reisen ist daher Fahrer und Beifahrer vorbehalten. Last but not least verfügt der gut zu beladene Kofferraum über eine Grundkapazität von üppigen 505 Litern, wobei sich das Volumen auf 2558 Liter erweitern lässt. Die Heckklappe öffnet sich zweiteilig nach oben und unten. Der Land Rover bietet mit seiner dritten Sitzreihe bis zu sieben Personen Platz. Die Sitze lassen sich mit wenigen Handgriffen aus dem Boden nach oben ziehen. Auch die Sitze in der zweiten Reihe lassen sich geradezu spurlos im Boden versenken. So steht für Freizeit und Transport ein Stauraum von über 2.500 Litern zur Verfügung.




Motor

Mehr als überzeugend verrichtete der von Ford, Peugeot und Citroen gemeinsam entwickelte 2,7-Liter-Sechszylinder-Turbodiesel TDV6 seinen Dienst, der 190 PS (140 kW) bei 4000 Upm leistet. Das maximale Drehmoment von 440 Newtonmeter liegt bereits bei 1900 Umdrehungen pro Minute an. Mit dem Diesel wird der mehr als 2500 Kilogramm schwere HSE nicht zu einer flinken Gazelle. Er bleibt seinem Charakter treu und beschleunigt in 11,7 Sekunden auf 100 km/h. Keine schlechten Werte für den 2,5 Tonnen schweren Wagen, doch für den Alltag wichtiger ist die vorhandene Durchzugskraft im unteren und mittleren Drehzahlbereich des überaus laufruhigen Triebwerks und auch die sehr gelungene Automatik-Abstufung. Hinzu kommt noch der in Anbetracht des Gewichts und der Leistungsfähigkeit akzeptable Verbrauch. Dieser betrug in unserem Testfahrzyklus durchschnittliche elf Liter. Vor allem im Gelände hilft das maximale Drehmoment von 445 Nm, um nahezu jede Offroad-Klippe zu überwinden.


Der kultivierte V6 Diesel mit 190 PS

Wir empfanden 160 km/h mit dem Discovery auf der Autobahn als eine angenehme Reisegeschwindigkeit. Haben dann aber auch zur Kenntnis nehmen müssen, dass der Durchschnittsverbrauch sich dann auf die 14-Liter-Marke zubewegt, was angesichts einem Kühlschank nicht unähnlichen Luftwiderstandsbeiwert von 0,41 und der zu bewegenden Masse niemanden verwundern darf. Die maximale Geschwindigkeit liegt bei 180 km/h. Generell kann der Discovery äußerst flott bewegt werden, sofern man sich erstmal an die Eigenschaften von Masse und Größe gewöhnt hat.

Fahreigenschaften

Doch trotz seines hohen Gewichts ist die Straßenlage des Discovery gut. Enge, kurvenreiche Landstraßen sollten aufgrund des hohen Schwerpunkts manchmal besser nicht zu flott angegangen werden. Aber dank ausgeklügelter elektronischer Sicherheitssysteme wird der Grenzbereich deutlich angehoben. Bei zu schneller Kurvenfahrt greift die dynamische Stabilitätskontrolle (DSC) sofort ein und drosselt elektronisch die Geschwindigkeit. Die Karosserie neigt mitunter etwas zum Pendeln. Die Lenkung könnte eine Spur präziser sein. Zusammen mit Ford-Ingenieuren haben die Landrover-Fahrwerksspezialisten ein modernes und gut ansprechendes ABS-Bremssystem mit aktiver Bremskraftverteilung installiert. Die elektronische Traktionshilfe ist ebenso an Bord wie das Antischleuderprogramm ESP.

Im Straßenmodus verteilt der Allradantrieb die Kraft permanent auf beide Achsen. Der schwere Leiterrahmen ist einer integrierten Bodengruppe mit Einzelradaufhängung gewichen, die extrem verwindungssteif ist und für ein präzises, sicheres Handling und, dank der Luftfederung, für hohen Fahrkomfort sorgt.

Die 190 PS des kultivierten Sechszylinder-Dieselmotors mit Common Rail Einspritzung und Sechsgang-Automatik machen den Allrounder auch zum komfortablen Reisewagen für lange Strecken. Auf denen auch mal der Verbrauch unter 10 Liter Diesel liegen kann. Bei einem Tankvolumen von 82 Litern ist die Reichweite gut bemessen.

   

   

Geländefähigkeit

Kein Halten gibt es für den Land Rover im Gelände. Die Stärke des Wagens stellt zweifellos seine überragenden Geländetauglichkeit dar. Erstmals liefert ihn Land Rover mit Einzelradaufhängung. Sein Können verdankt er aber vor allem dem Terrain Response System. Mit einem Drehschalter an der Mittelkonsole stellt der Fahrer das Gefährt auf die Beschaffenheit des Untergrunds ein: Straße für den Normalbetrieb; Gras/Schnee für glitschigen Untergrund; Schlamm, Sand oder Felsen für spezielles Gelände. Automatisch optimiert das System dann die Motor- und Getriebeeinstellungen.

Elektronisch passen sich Traktionshilfen und Sperren den Einflüssen an. So macht der Brite im Gelände einen exzellenten und auf der Straße einen guten Eindruck.

Kein Spaßallradler, der an der zweiten Steigung schlapp macht

Bei der Fahrt durch aufgeweichte Wiesen ist der Modus Schlamm die beste Wahl. Die Luftfederung hebt den Wagen um 55 Millimeter an. Zusammen mit der elektronischen Getriebesteuerung verteilen die Differenzialsperren, um ein Durchdrehen zu verhindern, die Kraft gleichmäßig auf die Räder. Die Bergabfahrtkontrolle reduziert zudem die Geschwindigkeit bei abschüssigen Wegen. Aktivierte Einstellungen lassen sich jederzeit manuell abschalten. Der Fahrer kann entspannt auf dem Display - das im Normalbetrieb dem Navigationssystem vorbehalten ist - verfolgen wie das technische Schauspiel abläuft. Es zeigt die Status an, welche Differenziale gesperrt sind, ob die Reifen den Bodenkontakt verloren haben oder wie der Stand der Lenkung ist.

Es dürfte eigentlich kaum einen Ort geben, wohin man mit dem Discovery3 nicht hingelangt. Im härtesten Geländeeinsatz - seien es tiefe Wasserdurchfahrten, sandige Steigungen - fühlt sich der Discovery immer bestesn aufgehoben.



Serienumfang und Preise

Insgesamt kann der Kunde zwischen dem 190 PS starken 2,7-Liter-V6-Diesel (ab 39.200 Euro) und dem 4,4-Liter-V8 (von Jaguar) mit 299 PS (ab 55.500 Euro) wählen. 2005 komplettiert ein 4,0-Liter-V6-Benziner mit 215 PS das Angebot. Für die empfehlenswerte Automatik mit Tiptronic und Sportmodus ist beim Diesel ein Aufpreis von 2100 Euro fällig.

Die geräumige und übersichtliche Karosserie ist ordentlich ausgestattet. Schon das Grundmodell besitzt sechs Airbags, eine elektronische Bergabfahrkontrolle, ESP, elektrische Fensterheber vorne und hinten, Klimaanlage, geteilte Heckklappe, Sechsgang-Schaltgetriebe, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen und ein sich selbst aufladender, wasserdichter Zündschlüssel sowie CD-Radio. Der SE-Trim (4800 Euro) bietet zusätzlich Xenonlicht, Luftfederung mit Terrain Response, PDC, Sichtpaket und größere Räder. Im HSE-Kit (5000 Euro) enthalten sind elektrisch verstellbare Ledersitze, Tempomat, andere Räder und dazu ein Super-Soundsystem.

In der von uns getesteten Ausstattungsversion steht HSE für eine nahezu komplette Ausrüstung mit Klimaautomatik, Lederausstattung, einem High Audio System, Bi-Xenon-Scheinwerfern, Luftfederung und Park Distance Control hinten sowie einem permanentem Allradantrieb, zweistufigem Verteilergetriebe und elektronisch gesteuerter Mitteldifferenzialsperre.



Technische Daten: Land Rover Discovery TD6V Automatik
Motor 6-Zylinder Dieselmotor, V-Form
Hubraum 2.720 ccm
Max. Leistung 190 PS / 140 KW
Max. Drehmoment 440 Nm bei 1.900 Upm
CO2-Emissionen (g/km) 270 g/km
Emissionsklasse EU4
Getriebe 6-Stufen Automatik
Beschleunigung 0 - 100 km/h 11,7 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 180 km/h
Wendekreis 11,45
Kombinierter Verbrauch 10,2
Länge / Breite / Höhe 4.835 / 1.915 / mind. 1.887 mm
Leergewicht / Zuladung 2.504 min. bis 2.718 kg / 686 kg
Anhängelast (gebremst) 3.600 kg
Kofferraumvolumen/umgeklappt 1.192 / 2.558 Liter
Grundpreis Ausstattung HSE TD6V ab 53.400,00 brutto




Fazit: Mit dem Discovery hat Land Rover nun eine neue Ära eingeläutet. Der Discovery ist dem teureren Bruder Range Rover in vielen Punkten mindestens ebenbürtig und hat in einigen Bereichen sogar die modernere Technik aufzuweisen. Der neue Discovery3 ist zwar nicht so fein, aber das modernere, preiswertere und robustere Fahrzeug und stellt damit für den einen oder anderen Kunden die bessere Wahl. Nicht nur die gebremste Anhängelast von bis zu 3,6 Tonnen könnte so manchen Range-Besitzer nachdenklich machen. Der Preis unseres Wagens (Automatik und HSE Ausstattung) ab 53 400 Euro stellt sicherlich auch für den Discovery3 kein Sonderangebot dar. Andererseits bietet der Discovery3 dem Preis zum Trotz verdammt viel Geländewagen fürs Geld und ist damit immer noch 20.000 Euro unterhalb des Range Rover positioniert. Wie so häufig kommt es auf den Nutzungshintergrund an und man benötigt auch wirklich seine technischen Vorzüge. Selten war ein von uns getestetes Fahrzeug so flexibel und vielseitig wie der neue Land Rover Discovery 3. Neben einer geräumigen Karosserie, welche bis zu sieben Erwachsenen bequem Platz zum Reisen bietet, besitzt der Wagen ein elektronisch gesteuertes Fahrwerk. Dem Kunden dem es nicht auf einen weichgespülten Onroad-Geländewagen ankommt dürfte mit dem Discovery3 bestens bedient werden.

Weitere Informationen unter: www.landrover.de


 


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