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Fahrbericht
Twincharger mit Dieselqualitäten: 1.4 TSI mit 103KW im VW Golf
Direkteinspritzung, kombiniert mit Kompressor- und Turboaufladung

 
  • Insbesondere bei Zurückhaltung sparsam
  • TSI-Aggregate besitzen je nach Fahrweise ein enorm hohes Sparpotenzial
  • Beginnend mit dem Golf wird sukzessive die komplette Modellpalette umgestellt
 


Im Fahrtest: Golf 1.4 TSi mit 103KW/140PS


Sparsame TSI-Technik wird langfristig FSi ablösen


Mit Turbo und Kompressor gleich doppelt aufgeblasen, verspricht der Golf 1.4 TSI benzingetriebenen Fahrgenuss ohne Reue. Der Golf ist bereits seit gut einem Jahr mit dem neuen 1,4-Liter-TSI-Motor in der 103 KW-Variante orderbar. Wir haben diesen neuen Motor nun ausgiebig im Golf erproben dürfen. Unser nachfolgender Fahrbericht mit dem 140 PS starken Wolfsburger wird zeigen, dass VW mit der neuen TSI-Technik genau die richtige Richtung eingeschlagen hat.





Downsizing

Einzigartiges Merkmal der TSI-Technik, die Volkswagen exklusiv als weltweit erster und einziger Hersteller anbietet, ist die Kombination aus Benzindirekteinspritzung und Doppelaufladung. Der "Twincharger", ein mechanischer Lader in Kombination mit einem nachgeschalteten Abgasturbolader, sorgt für Spitzenwerte unter den Serien-Vierzylindern im PKW-Bereich.
Wir haben überpüft, ob und bei welcher Fahrweise sich tasächlich dieselähnliche Verbräuchswerte einstellen.


Der neue Farbton Sunset Red Metallic

Durch die Kraft von zwei Herzen

Bisher galt Hubraum ist durch nichts zu ersetzen als durch noch mehr Hubraum. Diese Regel stimmt schon längst nicht mehr. Der Trend geht genau in die umgekehrte Richtung. Downsizing heißt das Geheimnis: Die Grundidee basiert auf einer Verkleinerung des Hubraums um damit die Reibungsverluste zu reduzieren und einen niedrigen spezifischen Verbrauch zu realisieren. Damit wird ein besserer Wirkungsgrad erreicht. Ein Turbolader sorgt obenrum für Power, und ein bei niedrigen Drehzahlen ansprechender Kompressor soll Turboloch und Anfahrschwäche überspielen. Es beschreibt den Trend, an Hubraum zu sparen und gleichzeitig die Leistung zu erhöhen. Volkswagen hat mit dem TSI 2.0 und 1.6 angefangen. Nun wird die Palette nach unten abgerundet.

Die aktuellen Entwicklungen vollziehen das nach, was beim TDI per Direkteinspritzung und Turbolader längst etabliert ist. Ohne diese Technik wird der Ottomotor auch keine Chance haben, sich den niedrigen Verbrauchswerten moderner Diesel anzunähern. Nachteil: Er wird damit in der Herstellung geringfügig teurer. Weil die Fertigung aber immer noch erheblich günstiger ist als bei Dieselmotoren, können die Fahrzeuge billiger angeboten werden als vergleichbar starke Selbstzünder. Im Golf ergibt sich so eine Preisvorteil von bis zu 2500 Euro gegenüber einem vergelichbaren Dieselaggregat.

Um die hohen Drücke von bis zu 21,7 bar dauerhaft - Volkswagen legt eine Laufleistung des Motors von mindestens 250.000 Kilometern zugrunde - zu überstehen, musste ein neues, hoch belastbares Zylinderkurbelgehäuse aus Grauguss entwickelt werden. Neu ist auch die Einspritztechnik: Zum ersten Mal setzt VW ein Hochdruck- Einspritzventil mit sechs Austrittsöffnungen für den Kraftstoff ein. Der Kompressor wird bei niedriger Drehzahl mit einem Riemen mechanisch angetrieben. Erhöht sich die Drehzahl, setzt zusätzlich der Abgasturbolader ein, der mit dem Kompressor in Reihe geschaltet ist. Eine Regelklappe sorgt dafür, das die jeweils im Moment nötige Frischluft zum Turbolader oder zum Kompressor gelangt.

Bei hoher Drehzahl arbeitet der Turbo allein, der Kompressor unterstützt nur im Drehzahl-Keller. Viel Wert haben die VW-Ingenieure darauf verwendet, Turbo und Kompressor möglichst harmonisch aufeinander einzustimmen. Herausgekommen sind dabei die weltweit ersten Ottomotoren mit zweifacher Aufladung.


Sämtliche TSI-Motoren werden im Volkswagen-Werk Chemnitz gebaut


Insgesamt bietet VW nun drei 1.4 TSI-Motoren an. Einmal mit 122PS, 170 PS und die in diesem Fahrtest vorgestellte mittlere 140-PS-Version. Wir kommen noch später darauf warum sie vermutlich auch die goldene Mitte darstellt.

Direkteinspritzung, kombiniert mit Kompressor- und Turboaufladung, sicherte dem TSI zwei Mal den Titel "Motor des Jahres". Zu ihren weiteren Downsizing-Plänen lässt sich VW allerdings noch nicht in die Karten schauen. Man darf aber davon ausgehen, dass die Motorenpallette auch nach den drei 1.4 TSI weiter ausgebaut werden wird.



Kombinierte Turboaufladung beim 1.4 TSI mit 103 KW

Im Golf 1.4 TSI mit 103 kW arbeitet das Aggregat effizienter als in den früher stark angepriesenen 1,6 Liter FSI-Motoren. Obwohl der Verbrauch um rund sechs Prozent gegenüber dem 1.6 FSI gesenkt werden konnte, verbesserte sich die Leistungs- und Drehmomentcharakteristik spürbar. Weiterer Vorteil des kleineren Hubraums von 1,4 Litern sind zudem die geringere Kfz-Steuern. Derzeit sind nur 94 Euro pro Jahr zu zahlen. Und der TSI ist auf den Betrieb mit Superbenzin (95 Oktan) ausgelegt. Der Motorbetrieb mit dem deutlich teureren Super Plus rechnete sich für die Motorentwickler bei der TSI-Technik nicht mehr. Im Vergleich mit dem nur 131 Kilogramm schweren neuen 1.4 TSI-Turbomotor sieht der 1.6 "F"SI in der Tat ziemlich alt aus. Schon ab 1750 Umdrehungen steht der volle Schub in Höhe von 220 Newtonmeter zur Verfügung. Der "alte" FSI vermag insgesamt nur 155 Newtonmeter auf die Kurbelwelle zu wuchten. Bietet der 140PS-TSI genausoviel Fahrspaß gegenüber der Diesel-Alternative im 140 PS starken 2.0 TDI? Dessen Drehvermögen bei hohem Drehmoment geht nur bis 4.000/min, liefert dafür in der Spitze zwar ein Drittel mehr Drehmoment, wirkt aber bei höheren Autobahntempi nicht mehr so agil. Gegenüber dem Diesel durchfährt der TSI vorbildlich das gesamte Drehzahlband.

 

 


Leistung trotz Downsizing

Das 140 PS starke 1,4-Liter-Maschine fährt sich "gefühlt" ungefähr so wie ein 2,0 Liter großer Saugmotor an, nur mit gut zehn bis 15 Prozent weniger Verbrauch. Schon ab Leerlaufdrehzahl liefert der riemengetriebene Kompressor genügend Ladedruck um gar nicht erst eine Anfahrschwäche aufkommen zu lassen.

Dementsprechend entspannt lässt sich der TSI bewegen: Die Kraft aus dem Keller erlaubt schaltfaules Fahren. Selbst im Sechsten bei knapp 2000 Touren nimmt der Vierzylinder ohne Murren Gas an und zieht tapfer hoch. Der Wolfsburger Kompakte beschleunigt in 8,8 Sekunden auf 100 km/h. Dies ist fast eine Sekunde schneller als beim paradesprint des 1.6 FSI. Den Überholspurt von 80 bis 120 Km/h bewältigt er im fünften Gang in immerhin 11 Sekunden. Die serienmäßige Sechsgangschaltung arbeitet VW-typisch äusserst präzise.

 

 



Kleiner Verbrauch und großer Fahrspaß schiessen auch im kleinen Golf TSI nicht aus


Das straffe Golf-Fahrwerk sowie eine die direkte Lenkung vervollständigen den Fahrspaß. Zwar ist der "mittlere TSI-Golf" mit den 140 PS kein Sportwagen. Es stehen aber dennoch stets genügend Kraftreserven parat. Insbesondere auf Autobahn und Landstraßen fühlt man sich nie untermotorisiert. Die Wolfsburger geben einen Durchschnittsverbrauch von 7,1 Litern an. Bei unseren Testfahrten mit zügiger, aber vorausschauender Fahrweise und hohem Landstraßen-Anteil, pendelte sich der Verbrauch bei knapp unter 7 Litern ein. Es ist überhaupt kein Problem den Verbrauch durch entsprechende Fahrweise sogar noch weiter zu senken.



Das neue Aggregat gibt dem dem Fahrer die Möglichkeit über sein Fahrverhalten zu steuern wie sparsam er unterwegs ist. Im Zweifelsfalls sind immer genügend Kraftreserven vorhanden. Um zu sparen, sollte man möglichst untertourig fahren und früh hochschalten. Innerstädtisch lässt sich der Golf bereits ab 50 Km/h problemlos sparsam im fünften Gang bewegen. Und schon ab 70 km/h liefert der 6. Schongang einen Beitrag zu den guten Verbrauchswerten.

Das moderne Triebwerk arbeitet angenehm leise. Im Vergleich zu den TDI-Dieseln herrscht im TSI wohltuende Ruhe. Durch das serienmäßige Sechsganggetriebe ist das Drehzahlniveau bei Landstraßentempo und Autobahn-Richtgeschwindigkeit relativ niedrig, was ebenfalls zu einem angenehmen Geräuscheindruck führt.



Zu recht "International Engine of the Year Awards 2007"

Der 103-kW- (sowie 125-kW) TSI-Motor von Volkswagen hat bei den "International Engine of the Year Awards 2007" die Einzel-Kategorie "1,0 bis 1,4 Liter" gewonnen. Der Wettbewerb gilt weltweit als renommiertester seiner Art. Zur Jury des Awards gehören 61 Top-Journalisten aus 29 Ländern.

Der Golf TSI ist auf den ersten Blick kein typisches Öko-Auto. Dennoch tut Volkswagen mit diesem Modell viel für die Umwelt, weil hier der Kunde trotz guter Umwelteigenschaften keinerlei Verzicht üben muß. Volkswagen sei es mit dem neuen Motorenkonzept gelungen, durch den Einsatz der Benzin-Direkteinspritzung und einer innovativen Doppelaufladung via Kompressor plus Turbolader den Hubraum auf 1,4 Liter zu reduzieren.

Außen und innen bietet der TSI-Golf ebenfalls Neuerungen

Mit Olympiablau Perlfeffekt für das Tour-Sondermodell sowie Sunset Red Metallic wurden zwei neue Farbtöne ins Golf-Programm aufgenommen. Für den Golf Trendline ist die Stofffarbe Light Blue, für Comfortline (mit Sportsitzen) sowie Sportline setzt der Bezug "Limit" in Anthrazit oder Rot-Anthrazit ein. Ebenfalls neu: Lederausstattungen im Farbton Latte Macciato und Metall-Dekoreinlagen in der Armaturentafel - Comfortline- und Sportlinemodelle erkennt man an Dekoreinlagen aus gebürstetem Edelstahl, Leder- und Holzlenkräder tragen jetzt Aluminium-Zierspangen.

Technische Daten: Volkswagen Golf 1.4 TSI mit 103kW/140PS 6gang
Motor 4-Zylinder Ottomotor
Hubraum 1.390 ccm
Max. Leistung 140 PS / 1030 KW bei 5600 Upm
Max. Drehmoment 220 Nm bei 1.750 Upm
CO2-Emissionen (g/km) 169 g/km
Emissionsklasse EU4
Getriebe 6-gang Handschalter
Beschleunigung 0 - 100 km/h 8,8 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 205 km/h
Treibstoffsorte Super - 95 Oktan
Kombinierter Verbrauch 7,1
Länge / Breite / Höhe 4.204/ 1.759 / 1.513 mm
Leergewicht / Zuladung 1262 kg / 608 kg
Kofferraumvolumen/umgeklappt 350 / 1305 Liter
Grundpreis brutto Trendline ab 19.800 Euro


Fazit


Die TSI-Motoren haben sich bereits innerhalb des ersten Jahrnes nach Markteinführung zu Bestsellern entwickelt. Aus unserer Sicht völlig zu recht. Obwohl der Golf 1,4 TSI eine agile Fahrweise ermöglicht, erfüllt der Wagen umweltfreundliche Kriterien. Die neue TSI-Technik senkt den Verbrauch beim Golf deutlich. Ob der Golf GT als Sparmobil unterwegs ist, entscheidet letztlich der Fahrer. Der Twincharger-Motor bietet die Möglichkeit zum verbrauchsarmen Fahren. Insbesondere der von uns gefahrene "mittlere" 1,4 TSI erscheint uns auch als die goldene Mitte hinsichtlich Leistung, Verbrauch sowie Anschaffungskosten zu sein. Verfügbar ist der TSI-Motor neben dem Golf auch im Touran, Jetta, Golf Plus sowie dem neue Golf Variant. So sollte einer weiteren Verbreitung nichts im Wege stehen.

Weitere Informationen unter: www.volkswagen.de


 



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