Vorstellung Fahrbericht VW Touareg
V6 TDI Individual
Mit dem Facelift kommen auch viele neue
technische Finessen
Im gelifteten
Touareg wurden 2.300 Teile geändert
Hoher
Reifegrad und Top Verarbeitung
Im Test
V6 3.0 TDI mit 165kW (225 PS) in der
Ausstatung Individual
Mit serienmäßigem
ABSplus für kürzeren Offroad-Bremsweg
ACC,
Front Scan und Side Scan für noch
mehr Sicherheit überzeugen
Erfolgsgeschichte
Innerhalb von nur vier Jahren haben sich weltweit
rund 300.000 Autokäufer für einen
neuen Touareg entschieden. Aus dem Stand heraus
avancierte der Wolfsburger Offroader damit zu
einem der erfolgreichsten Geländewagen
mit Premium-Charakter.
Anzeige:
In Japan wurde er unter anderem zum besten SUV
des Jahres gewählt. Auf allen Kontinenten
erhielt der mit innovativen Fünf-, Sechs-,
Acht-, Zehn- und Zwölfzylinder-Motoren
angebotene Bestseller viele Auszeichnungen.
Wir fuhren den gründlich überarbeiteten
Bestseller mit V6 3.0 TDI in der üppigen
aber auch teuren Individual-Ausstattung.
Umfangreicher Feinschliff
Mit einem Feinschliff erhielt der VW Touareg
ein geändertes Gesicht und jede Menge neue
technische Finessen. Wir fuhren den VW Touareg
Individual als 3.0 V6 TDI. Dass beim überarbeiteten
VW Touareg gleich 2.300 Teile geändert
wurden sieht man dem bulligen Geländewagen
beim besten Willen nicht an. Die wichtigsten
Neuerungen stecken unter dem Blech. Optisch
unterscheidet sich der Nachfolger unter anderem
durch eine veränderte Frontpartie mit einem
Wappenkühlergrill und den nach unten gewölbten
Scheinwerfern. Weitere Modifikationen im Seiten-
und Heckbereich umfassen den Heckklappenspoiler,
die Rück- und Bremslichter, den hinteren
Stoßfänger sowie die Endrohre. Zu
den Sicherheitsfeatures zählen Spurwechsel-Assistent,
ein erweitertes ESP und ein Überschlagsensor.
Eine ergonomisch wie optisch neu konzipierte
Komfortsitzanlage verfeinern das Angebot im
Innenraum. Ein verbessertes Kombiinstrument
für die Multifunktionsanzeige und ein neues
Soundsystem gehören zum erweiterten Info-
und Entertainmentpaket. Kurzum ein fast neuer
Offroader der in unserem Test dank adaptiven
Wankausgleichs auch mit ausgezeichneten On-Road-Eigenschaften
zu glänzen wusste.
Die neuen "inneren"
Werte des Touaeg zählen neben ABS plus
auch erweiterte ESP-Funktionen. Abstand- und
Spurwechsel-Assistenzsysteme (Front und Side
Scan) müssen extra bezahlt werden. Feine
Materialien und hohe Fertigungsqualität
prägen das üppig ausgestattete Cockpit.
Optik und Anmut
eines Offroaders
Der mächtige VW-Touareg flößt
Respekt ein. Dem neuen Touareg steht die neue
VW-Designlinie - wie wir meinen - gut zu Gesicht
und fügt sich damit nahtlos in die aktuelle
VW-Palette ein. Neben dem so genannten Wappenkühlergrill
in Chromoptik sitzen rechts und links davon
die frischen überarbeiteten Scheinwerfer.
Um überhaupt noch ans Auto zu passen, mussten
sich demzufolge zwangsläufig auch die Form
des Front-Stoßfängers ein wenig ändern.
Zusätzlich wurden die Außenspiegel
so aerodynamisch optimiert, was Luftwiderstand
und Geräuschkulisse positiv beeinflusst.
Interieur mit
Luxus
Dem Innenraum widmeten sich die Wolfsburger
im Rahmen der Überarbeitung mit vielen
gelungenen Änderungen. Am Auffälligsten
ist dies im Fond. Die Rückbank sieht nun
zeitgemäß aus und passt zum Rest
des hochgradig edel wirkenden Interieurs. Sie
sitzt sich etwas härter als die Frontsitze,
reichen aber vollkommen um es auf ihr auch auf
langen Strecken aushalten zu können. Die
optionale Komfortsitzanlage wurde dem Phaeton
entlehnt und hilft den Gästen jetzt mit
einer verbesserten Seitenführung.
Hinten im Kofferraum herrscht nun ein üppiges
Platzangebot. Umgeklappt ergibt die leichtere
Rückbank jetzt eine ebene Ladefläche.
Der Gepäckraum fasst im Normalzustand -
also mit aufgestellter Rücksitzbanklehne
- 555 und bei umgeklappter Lehne 1570 Liter.
Die Tiefe variiert zwischen einem und 1,6 Meter
je nach Rücklehnenstellung. Für einen
SUV (Sports Utility Vehicle) ist das geräumig.
Cockpit
Viele Kleinigkeiten sowie Holz, Aluminium und
Klavierlack lassen Oblerklasse-Flair aufkommen.
Selbst Instrumententafel und Mittelkonsole können
sich unter Leder verbergen. Die Instrumente
fallen ungewöhnlich klar aus. Ein neues
optionales Kombiinstrument mit großem
Display für die Multifunktionsanzeige erlaubt
eine übersichtlichere, detailliertere und
nun mehrfarbige Infodarstellung. Der massive
Armaturenträger, in dem sechs chromgerahmte
Rundinstrumente sowie in unserem Individual-Testwagen
das farbige Multimedia-Display in der Mitte
machen einen aufgeräumten und stilsicheren
Eindruck. Rechts wird das Cockpit flankiert
von einem oben abgerundeten Panel mit Lüftungsdüsen,
Navigationsgerät und Klimaanlage- sowie
Navigations- und Telefonbedienungsfeld. Der
breite Kardantunel trägt den stämmigen
Automatikwahlhebel und die Bedienelemente für
Tiefer- und Höherlegen der Karosserie,
Untersetzungsgetriebe und großzügige
Becherhalter. Dahinter ein mächtiges Ablagefach
mit Deckel für Kleinkram und Telefon. Die
Türen sind massiv und haben ein richtig
dickes Innenteil, das oben die Ausmasse einer
Fensterbank annimmt, auf der sich der Ellbogen
bequem abstützen kann. Die Sitze sind breit,
äusserst bequem und mit feinem Leder bezogen.
Der Einstieg in den Touareg ist luxuriöse
92 Zentimeter breit.
Highend
auch im Bereich Audio-Entertainment mit dem
Dynaudio-Soundsystem: Ab sofort kann der Touareg
mit einem 600 Watt starken Soundsystem des dänischen
Hifi-Spezialisten Dynaudio ausgerüstet
werden.
Neues Navigationssystem
der Spitzenklasse
Das neue Radionavigationssystem "RNS 510"mit
seiner 30 GB Festplatte weist sowohl akustisch
als auch optisch auf dem mehrfarbigen, hoch
auflösenden TFT-Display den Weg. Die Bedienung
erfolgt neuerdings ganz bequem und intuitiv
via Touchscreen. Für gute Unterhaltung
zum Beispiel durch Audio-CDs ist auch bei aktiver
Zielführung gesorgt. Außerdem spielt
das DVD Laufwerk Video-DVDs ab. Mit dem Traffic
Message Channel (TMC) ist eine dynamische Zielführung
möglich. Das heißt: Stau adé,
denn das System erkennt Verkehrsbehinderungen
selbsttätig und bietet eine alternative
Route an.
Spurwechselassistent
Side Scan
SUVs verströmen schon auf Grund Ihrer schieren
Größe ein hohes Gefühl an Sicherheit.
Allerdings versagte so mancher Vertreter dieser
Fahrzeugklasse beim Crashtest jämmerlich.
Anders der Touareg. Sein vorbildliches Sicherheitsverhalten
wurde nun mit zusätzlichen Oberklasse-Features
noch ein Stück weiter ausgebaut.
Die Wolfsburger bieten in der neuen Touareg-Generation
mit dem Spurwechselassistent Side Scan erstmals
ein Assistenzsystem, an. Dieses System überwacht
den Bereich hinter und neben dem Touareg und
informiert den Fahrer über eine Kontroll-Leuchte
in den Außenspiegeln vor einer möglichen
Kollisionsgefahr. Dringt ein anderer Verkehrsteilnehmer
in den überwachten Bereich ein, wird dies
durch eine Signallampe am entsprechenden Außenspiegel
signalisiert und funktioniert nach kurzer Gewöhnung
hervorragend.
Automatische
Distanzregelung per AAC
Nicht weniger innovativ ist die automatische
Distanzregelung (ACC: Adaptive Cruise Control)
mit neuer Follow-to-Stop-Funktion. So kann die
automatische Distanzregelung AAC die Geschwindigkeit
des Touareg dem Speed vorausfahrender Fahrzeuge
anpassen - bis zum Stillstand, falls es die
Verkehrssituation erfordert. Bei zu starker
Annäherung informiert es den Fahrer in
zwei Stufen. Gleichzeitig wird das Fahrzeug
auf eine mögliche Vollbremsung durch den
Fahrer vorbereitet. Das System macht dabei bereits
im Vorfeld bestimmter Situationen präventiv
die Bremsen "scharf" und fungiert
so als Anhaltewegverkürzung (AWV). VWs
Interpretation zu der aktuellen Rechtslage zu
Fahrassistenzsystemen sieht folgendermassen
aus: Der Wagen darf zwar bis zum Stillstand
abbremsen, aber nicht mit voller Verzögerung.
Und das Wiederlosfahren muss vom Gasfuß
des Fahrers initiiert werden.
Das für die
Distanzkontrolle nötige Radar sitzt hinter
dem selbstbewussten VW-Emblem im Kühler.
Es läßt sich daran erkennen, dass
das Logo vollkommen geschlossen und flach ist.
Mercedes hat die Radar-Unterbringung ähnlich
gelöst und damit optisch gut kaschiert.
Fahrdynamikpaket
mit Wankausgleich
Die Modelle mit Luftfederung können erstmals
mit einem innovativen Sportfahrwerk ausgestattet
werden. Das sogenannte Fahrdynamikpaket mit
Wankausgleich ergänzt den bereits vorhandenen
Modus "Sport" der manuell und automatisch
regulierbaren Luftfederung um eine härtere
Federrate. Durch die Ansteuerung der elektronisch
regelbaren Dämpfer wirkt das System bei
Kurvenfahrt der Seitenneigung des Fahrzeugs
entgegen. Für ein Fahrzeuig mit derart
hohen Schwerpunkt wurden wir es unseren Testfahrten
überrascht, welch enorme Querrbeschleunigungen
mit dem Touareg aufgrund des Wankausgleich nunmehr
möglich sind. Man vergisst zuweilen in
einem Geländewagen zu sitzen. Wer schon
mal in einem SUV amerikanischer Bauart um die
Kurve schaukeln musste, weiß das Touareg-System
sehr zu schätzen. So lassen sich Kurven
den 2,3 Tonner zum Trotz - fast wie in einem
PKW - agil durcheilen.
Hilfen für
On- und Offroad
Geschaltet wurde
unser Testwagen mit automatischen Sechsganggetriebe.
Der Kraftfluss zum Allradantrieb erfolgt via
Verteilergetriebe mit zuschaltbarer Geländeuntersetzung
sowie über ein Vorderachs-, Hinterachs-
und Zentraldifferential. Das Zentraldifferential
ist serienmäßig sperrbar, das Hinterachsdifferential
als Sonderausstattung. Im Normalfall, bei ausgeglichenen
Antriebs- und Fahrbahnbedingungen, beträgt
die Kraftverteilung 50:50. In Abhängigkeit
von der Fahrsituation können bis zu 100
Prozent der Antriebskraft an nur eine der beiden
Achsen übertragen werden. Eine auf alle
vier Räder wirkende elektronische Differentialsperre
(EDS) unterstützt die Feinverteilung der
Antriebskraft. Ein Novum ist das von Volkswagen
entwickelte ABSplus. Das serienmäßige
System kann den Bremsweg des Touareg auf losen
Untergründen - also insbesondere im Offroad-Betrieb
- um bis zu 20 Prozent verkürzen und stellt
einen deutlichen Sicherheitsgewinn dar.
Die Luftfederung hat den Vorteil, dass sie quasi
nicht verschleißt und kaum kaputt geht.
Die Luftfederung arbeitet gut. Wellen und Stößen,
Schlaglöchern sowie Rillen werden sehr
gut weggebügelt.Das ESP wurde mit neue Funktionen gründlich
überarbeitet. Im Detail gehören dazu
ein präventiver Bremsdruckaufbau beim plötzlichen
Lupfen des Gaspedals und eine Active Rollover
Protection (ARP) zur Erhöhung der Kippstabilität
sowie einen Fading Brake Support mit zusätzlichem
Druckaufbau für starke Folgebremsungen
und eine Understeer Control Logic, die das Einlenkverhalten
beim Untersteuern verbessern soll.
Ideales für Beruf und Freizeit
Wer auch noch einen Wohnwagen, Pferdeanhänger,
Bootstrailer oder dergleichen ziehen möchte,
wird es schwer haben ähnliches Angebot
von einem anderen Hersteller zu bekommen. Permanenter
Allradantrieb und eine Zuglast von bis zu 3,5
Tonnen adeln den VW Touareg als Zugfahrzeug.
Als Zusatzausstattung speziell für Trailer
gibt es eine Luftfederung mit automatischer
Nivau- und Dämpferregelung. Wer sein Heck
lieber ohne Anhängekupplung sieht, wenn
nicht gezogen wird, findet im Zubehör-Katalog
eine ein- und ausziehbare Version. Übrigens
speziell für Reiter, die Turniere besuchen,
gibt es bei den Wolfsburgern mit dem "Top
Master Touareg Edition" einen über
11.400 Euro teuren Pferdeanhänger im Programm
.
V6 TDI mit
165 KW
Der V6 TDI ist mit einem Anteil von rund 75
Prozent der meist georderte Triebwerk beim Touareg.
Auf den weiteren Plätzen folgen die Basisversion
R5 TDI und der mächtige Schiffsdiesel V10
TDI. Die Benziner führen
dagegen in der deutschen Absatzstatistik des
Touareg eher ein Nischendasein. Der
Tourareg fährt mit dem V6 TDI richtig flott.
500 Newtonmeter Drehmoment stellt unser Sechszylinder
im Testwagen zur Verfügung. Zudem steht
dieses bullige Drehmoment schon ab 1.750 Umdrehungen
pro Minute zur Verfügung. Das macht sich
beim Fahren natürlich bemerkbar: Der Touareg
kommt gut aus dem Drehzahlkeller heraus. Außerdem
eignet sich so ein starker Diesel gut als Zugmaschine.
Auch der Geräuschkomfort ist gut: Selbst
bei schneller Fahrt - und die Höchstgeschwindigkeit
des Touareg liegt über 200 km/h - bleibt
das Aggregat angenehm leise.
Sonderausstattung und Preise
Die Sonderzubehör-List ist lang. Das fängt
an beim Design-Paket Volkswagen Individual (2.585
Euro), Einparkhilfe (1261 Euro), Spurwechselassistent
(564 Euro), AAC (2050 Euro), Rückfahrkamera
"Rear Assist" mit Parkdistanzkontrolle
(1275 Euro), Fahrdynamikpaket mit adaptivem
Wankausgleich (3015 Euro), Luftfederung mit
automatischer Niveauregelung und Höheneinstellung
sowie elektronischer Dämpfungsregelung
(ab 2600 Euro), Volllederausstattung "Rodeo
und Cricket" Volkswagen Individual mit
Komfortsitzen vorn (2740 Euro), Climatronic
beidseitig (685 Euro) und geht über vollelektrische
Komfortsitze (6073 Euro) oder Xenon-Scheinwerfer
mit Kurvenfahrlicht (1540 Euro), Radionavigation
"RNS 510" (2020 Euro) oder TV-Empfang
analog und digital über Hybrid-Tuner (1190
Euro). Wer möchte kann seinen individuell
konfigurierten Touareg somit in himmlichsche
Höhen treiben.
V6-Zylinder-Dieselmotor,
Common-Rail-Direkteinspritzsystem mit Piezodüsen,
wassergekühlte Abgasrückführung
Hubraum
2.967
ccm
Max.
Leistung
225
PS /165 KW bei 4.000 U/min
Max.
Drehmoment
500
Nm bei 1.750 U/min
Antrieb
Allradantrieb
Getriebe
6-Gang-Automatikgetriebe
Beschleunigung
0 - 100 km/h
9,2
Sekunden
Höchstgeschwindigkeit
m. Luftfederung
209
km/h
Kombinierter
Verbrauch / Tankinhalt
10,7
Liter Diesel auf 100km / 100 Liter
Abgasnorm
/ CO2-Emission
Euro
4 / 283 g/km
Länge/Breite/Höhe/Radstand
4.754/
1.928/ 1.767/ 2.855 mm
Leergewicht
/ Zuladung
2.321
kg / 624 kg
Kofferraumvolumen
500
bis 1.525 Liter
Wendekreis
ca.
11,6 m
Preis
ab
60.150 Euro
Fazit-
VW hat den Touareg gründlich überarbeitet
Auch wenn man es dem "neuen" Touareg
kaum ansieht. Der neue VW Touareg ist deutlich
verbessert worden. Die Wolfsburger haben ganze
Arbeit geleistet. Die satte und zuweilen ärgerliche
Aufpreispolitik hat dem Erfolg des Touareg in
den vergangenen Jahren keinen Abbruch getan.
Daran wird sich vermutlich auch in Zukunft wenig
ändern. Der VW überzeugt in dem von
uns gefahrenen V6 3.0 TDI-Motor mit Durchzugsstärke,
sehr guter und solider Verarbeitung sowie fairen
Verbrauch. Die Souveränität der hohen
Sitzposition, der Respekt, den die anderen Verkehrsteilnehmer
dem Touareg zollen und dem komfortablen Fahrwerk
machen den Touareg zu einem herausragenden Fahrzeug.
Ihn zeichnen gute Langstrecken-Eigenschaften
aus, ohne bei den Offroad-Eigenschaften zu patzen.
Sofern man nicht vergessen hat die enstprechenden
Zusatzpakete wie Luftfederung und Sperrdifferentiale
dazuzuordern ist sogar extremes Offroading möglich.