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KurzTest
Das neue Porsche 911 Carrera S Cabriolet im Kurztest
Kraftkur und Doppelkupplungsgetriebe für den Porsche 911


  • Insgesamt vier überarbeitete Modelle: Zwei Coupés und zwei Cabriolets
  • Komplett neu entwickelten Sechszylinder-Boxer-Motoren
  • 3,6 Liter-Motormit 254 kW (345 PS), 3,8 Liter-Motormit 283 kW (385 PS)
  • Marktstart ist der 5. Juli 2008
  • Die Preise beginnen nun bei 83 032 Euro

 


Evolution des Klassiker 911: Nun mit mehr Leistung, weniger Verbrauch und leichte Retuschen am Design

Der renovierte 911 wird abermals stärker, schneller - aber auch sparsamer

Wer Porsche sagt, meint 911. Auch im Jahr des 60. Porsche-Geburtstages wird der 911er weiterentwickelt, wobei man eher von verfeinert und verschärft sprechen muss. Ist es möglich, ein weitestgehend perfektes Auto noch besser zu machen?


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Modellpflege 997/2 ab Juni 2008 erhältlich

Der Klassiker aus Zuffenhausen gilt seit Mitte des letzten Jahrhunderts als der deutsche Sportwagen schlechthin, und klugerweise modernisierten die Designer und Techniker ihn immer nur vorsichtig. Sieben Generationen entstanden in dieser Zeit, in der das Design nur fein variiert, aber nie verändert wurde, und er selbst seinen Prinzipien immer treu blieb, so man vom Wechsel von der Luft- zur Wasserkühlung einmal absieht. Das gilt auch für die neueste Auflage, die werksintern unter dem Kürzel 997/2 firmiert. Wir fuhren den runderneuerten Porsche 911 Carrera S als Cabriolet. Die Veränderungen im Rahmen der Modellpflege sind tiefgreifender und weitreichender als bei den sonst üblichen Facelifts.


Vier neue Modelle - zwei Coupés und zwei Cabriolets - mit klassischem Heckantrieb

Die neue Modellgeneration ist am geänderten Front- und Heckbereich sowie am LED-Licht zu erkennen. Auch die Rückleuchten wurden auf LED-Technik umgestellt. Dynamisches Kurvenlicht ist als Option zu haben. Serienmäßig ist ein Assistent fürs Anfahren am Berg an Bord, auf Wunsch ein Sperrdifferenzial, und das aktive Fahrwerk PASM wurde neu abgestimmt. Weitere Neuerungen sind die rundum auf 330 Millimeter angewachsenen Bremsscheiben, die größeren Außenspiegel, ein erweitertes PSM, neu gezeichnete 18- und 19 Zoll-Alufelgen sowie ein Multimediasystem mit größerem Bildschirm und Schnittstelle für externe Datenquellen. Während Porsche die Optik des Autos - abgesehen von LED-Tagfahrlicht und LED-Rückleuchten - nahezu unverändert ließ, wurde der Antriebsstrang komplett erneuert.


Die LED-Tagfahrlichter sind hervorstechenstes Merkmal des 911er-Facelifts

Porsche hinkte bei Technologien wie Benzindirekteinspritzung und Doppelkupplungsgetriebe arg hinterher. Daher wurde investiert, um den Sportwagenbauer wieder auf einen zeitgemäßen Stand der Technologie zu bringen. Der nun vollzogene Entwicklungsschritt ist gewaltig und war überfällig.
Bereits 1983 verbauten die Zuffenhausener ihr Porsche Doppelkupplungsgetriebe (PDK) in einem 956, der als Rennwagen zum Einsatz kam. Umso paradoxer ist es, dass das siebengängige PDK erst jetzt, deutlich nach den Mitbewerbern - sei es Audi, BMW, Volkswagen oder Volvo - zur Serienreife gelangte.

Porsche Doppel-Kupplungsgetriebe (PDK)

Wesentliche Innovationen kennzeichnen den 2009er-Jahrgang des 911. Der 3,6-Liter-Boxer leistet jetzt 254 kW (345 PS), eine Steigerung um 20 PS. Die S-Version mit 3,8 Liter Hubraum bringt es auf 283 kW (385 PS), ein Plus von 30 PS. Porsche erwartet, dass weitaus mehr Kunden das neue PDK-Getriebe bestellen werden als bislang die Wandlerautomatik Tiptronic, die über lediglich fünf Gänge verfügte. Mit Doppelkupplungsgetriebe beschleunigen die Renner aus Zuffenhausen allesamt noch einen Tick schneller von 0 auf Tempo 100, als das einem Wagen mit perfekt bedienter Handschaltung gelingt. Ein Carrera mit PDK an Bord wechselt die Gänge ohne Zugkraftunterbrechung, hängt im Sprint alle Vorgänger ab und senkt Verbrauch sowie CO2-Ausstoß. Der Vorsprung des PDK ist deutlich messbar. Auf der Strecke und an der Tankstelle. Carrera (345 PS) und Carrera S (385 PS) sind mit PDK und Sport Chrono Plus-Paket beim Sprint von null auf 100 genau eine Sekunde schneller als das Vorgängermodell mit der herkömmlichen Tiptronic-S-Automatik. Verbrauch und CO2-Ausstoß sinken um über zwölf, beziehungsweise mindestens 14 Prozent. Einziger Nachteil: Die relativ hohen Anschaffungskosten. Die Direkteinspritzung gibt's gratis, das interessante Porsche-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) belastet das Budget mit 3510 Euro und das Sport Chrono Plus-Paket kostet 1094 Euro.


Im Prinzip besteht das siebengängige PDK aus zwei gewöhnlichen Handschaltgetrieben und einer hydraulischen Steuereinheit. Herzstück des Systems sind zwei radial angeordnete Nasskupplungen, die hydraulisch gesteuert und mit Öl sowohl gekühlt als auch geschmiert sind. Die eine Kupplung ist für das erste Teilgetriebe mit den ungeraden und dem Rückwärtsgang verantwortlich, die andere Kupplung übernimmt die geraden Gänge. Während des Ampelstarts im ersten Gang wird automatisch der zweite Gang vorgewählt, allerdings ist die Kupplung noch offen. Beim Gangwechsel wird die erste Kupplung geöffnet und die zweite geschlossen. Dies geschieht innerhalb von Millisekunden und ist vom Fahrer nur durch den Drehzahlunterschied der beiden Gänge zu spüren. Im Fahrbetrieb ist das ein Genuss, und schon nach ein paar Kilometern kann man sich gar nicht mehr vorstellen, dass für einen Sportwagen bislang nur die Handschaltung als wahres Getriebe galt. Wer mag, kann auch beim neuen Doppelkupplungsgetriebe die Gangwechsel per Lenkradtasten oder durch Antippen des Schaltknüppels einleiten. Der Schaltvorgang dauert dann nur wenige Sekundenbruchteile. Beim entspannten Cruisen gehen die Gangwechsel so sanft vonstatten, dass sie kaum wahrnehmbar sind. Bei flotterer Fahrweise ist beim Schaltvorgang allenfalls ein leichtes Rucken zu vernehmen. Wichtigster Vorteil: Der Kraftfluss liegt permanent an und es erfolgt keine Zugkraftunterbrechung. Der siebte Gang ist als sogenannter Override ausgelegt und soll auf langen Autobahnfahrten Sprit sparen, die Höchstgeschwindigkeit von 285 km/h wird aber nur im sechsten Gang erreicht.

Änderung im Innenraum: Ein neues Lenkrad, mit Schaltwippen für das PDK und ein neuer Wählhebel

Sechszylinder-Boxermotor mit Direkteinspritzung

Die neuen Direkteinspritzer sind eine Wucht und passen perfekt zum neuen Doppelkupplungsgetriebe. Erstmals gelangt der Treibstoff in den Sechszylinder-Boxermotor über eine Direkteinspritzanlage. Das Benzin wird also fortan durch Magnetventile mit einem Druck von bis zu 120 bar direkt in die Zylinder gespritzt, was eine sehr viel feinere Dosierung erlaubt. Das erhöht die Leistung des 3,6-Liter-Aggregats von 325 auf nun 345 PS und die des 3,8-Liter-Triebwerks in den S-Varianten von 355 auf 385 PS. Und nebenbei senkt es auch den Spritdurst. Beide Motoren in beiden Karosserievarianten (Coupé und Cabrio) kommen nun mit weniger als 11 Liter Durchschnittsverbrauch aus. Als Folge sinkt der CO2Ausstoß um rund 15 Prozent. Die Aufgabenliste der Ingenieure umfasste neben der Senkung des Kraftstoffverbrauchs und des Motorgewichts eine Steigerung des Drehmoments und der Leistung.


Den Ingenieuren im Entwicklungszentrum von Porsche in Weissach gelang es das Gewicht der Motoren auf nun nur noch knapp 200 Kilogramm zu senken. Entscheidender aber ist, dass neben dem Gewicht die Anzahl der Bauteile um 40 Prozent reduziert werden konnte. Bislang getrennte Elemente konnten häufig zu einem Teil integriert werden. Das vereinfacht und verbilligt die Montage, und es hilft dabei, die Ausfallquote zu drücken.

Besser wird auch der Verbrauch. So verbraucht das Carrera S Cabrio mit PDK nur 10,3 Liter pro 100 Kilometer. Alle neuen Carrera liegen im Kraftstoffkonsum nun deutlich unter 11 Litern pro 100 Kilometer. Damit sinken auch die CO2-Emissionen um bis zu 15 Prozent.

Touchscreen und Festplatten-Navi sind endlich auch bei Porsche erhältlich.
Auch Bluetooth-Telefon und iPod finden nun ihren Anschluss


Launch Control


Neuer Bestandteil des Sport Chrono Paket Plus ist die Launch Control. Wir konnten uns davon überzeugen: Sie garantiert eine ideale Beschleunigung aus dem Stand und wird über die Sport-Plus-Taste aktiviert. es funktioniert relativ leicht: Den linken Fuß auf das Bremspedal, rechten Fuß beherzt Gas bis auf Drehzahlen von circa 6.500 Touren geben. Dann den linken Fuß von der Bremse nehmen und ab geht die Show. In 4,7 Sekunden sollten die 100km/h erreicht sein. Und das Beste: Kein Quietschen, kein Durchdrehen - das Getriebe regelt selbstständig den optimalen Radschlupf und das Fahrzeug startet mit der bestmöglichen Beschleunigung. Und die ist brachial.

Um den gesteigerten Fahrleistungen gerecht zu werden, wurden Federn, Dämpfer und Stabilisatoren neu abgestimmt. Der 911er ist jetzt subjektiv straffer als sein Vorgänger asugelegt worden. Wer mehr Komfort sucht, sollte für 1.547 Euro das zweistufige Porsche Active Suspension Management, kurz PASM ordern. Der Normalmodus wurde im Vergleich zum Serienfahrwerk mehr auf Komfort ausgelegt. In der Sporteinstellung wird dagegen eine härtere Dämpferkennlinie angesteuert. Zudem ist das Fahrzeugniveau mit PASM um zehn Millimeter tiefer als beim Serienfahrwerk.

Viele weitere Neuheiten

Nebn den erwähnten Innovationen werden noch viele weitere Neuheiten in die jüngste Modellgeneration des 911 integriert: Sei es das Porsche Communication Management mit 40-Gigabyte-Festplatte - erstmals mit Touchscreen -, Bluetooth, eine Sitzbelüftung, größere Rückspiegel, dynamisches Kurvenlicht. Das neue Navi überzeugt mit weniger Tasten durch seine hohe Ergonomie uind leichte Bedienbarkeit.

Technische Daten Porsche 911 Carrera S Cabriolet (997/2)
Hersteller: Porsche
Karosserie: Cabrio
Motor: Sechszylinder-Boxer Benzindirekteinspritzer
Hubraum: 3800 ccm
Leistung: 283 kW (385 PS)
Drehmoment: 3420 Nm/6500 UPM
Von 0 auf 100: Handschalter/PDK 4,9 s/4,7 s
Höchstgeschwindigkeit: 302 km/h
Verbrauch (ECE): Handschalter/PDK 10,8/10,3 Liter
CO2-Ausstoß: Handschalter/PDK 254/242 g/km
Kraftstoff: SuperPlus
Leergewicht: Handschalter/PDK 1.510 kg / 1540 kg
Zuladung 380 kg
Preis brutto: ab 104.928,- Euro


Fazit: Porsche gelang die Renovierung des 911. Auch in der neuesten Auflage hat der Klassiker seinen sportlichen Grundcharakter nicht verändert. Er ist nun sparsamer und dennoch schneller geworden. Doppelkupplungsgetriebe, Benzin-Direkteinspritzung und Multimedia-Technik sind auf den neusten Stand der Technik gehievt worden. Dass die neuen Techniken auch funktionieren, darüber konnten wir uns ausgiebig auf unserer Testfahrtenim Großraum Stuttgart überzeugen.

Aber auch das soll nicht verschwiegen werden: Im Vergleich zum bisherigen Modell wird der 911 Carrera allerdings auch knapp 2000 Euro teurer. Der Wagen kostet nun 83.032 Euro, beim Carrera S sind es 93.980 Euro. Bei den Cabrio-Varianten der beiden Typen kommen weitere 11.000 Euro obendrauf.

Weitere Informationen unter: www.porsche.de


 

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