AutoNews
Abgang fossiler Kraftstoffe ..
Clean Moves wagt Blicke über deutschen
Telerand
Forum erörtert
Konzepte zukünftiger Mobilität
Das Öl geht
zur Neige, der Klimawandel ist Realität
Abwrackprämie
ist volkswirtschaftlich ineffizient
Elektrisch unterstützte
Fahrräder für urbane Mobilität
CLEAN
MOVES ist das erste internationale Forum für die gesamte
Bandbreite energie-effizienter Mobilitätstechnologien.
CLEAN MOVES fand zum 4. Mal erfolgreich auf der Hannover
Messe statt. Nach Engagement auf dem Auto Salon Brüssel
ist sie vom 9. bis 11 Juni 2009 auch als Partner des Masdar
Abu Dhabi initiierten European Future Energy Forum mit der
CLEAN MOVES BILBAO in Spanien.
Clean Moves auf der Hannover Messe
Das Forum Clean Moves auf der Hannover Messe nimmt international
effiziente Fortbewegungs-Technologien unter die Lupe. Das
Öl geht zur Neige, der Klimawandel ist Realität.
Diese Prämissen bestimmen
alle Konzepte zukünftiger Mobilität. Wie sich
diese verändert, welche Techniken über Marktreife
verfügen, wie die Zukunft effizienter Fortbewegung
aussieht, darüber referierten und diskutierten auf
dem Konferenz-Forum Clean Moves auf der Hannover Messe in
der vergangenen Woche zahlreiche Experten aus Wirtschaft,
Forschung, Verwaltung und Politik.
Bereits am Montag ging Prof.
Dr. Claudia Kemfert, Leiterin Energie, Verkehr und Umwelt
am DIW mit den jüngsten politischen Maßnahmen
ins Gericht: Die Abwrackprämie sei volkswirtschaftlich
ineffizient, sie löse lediglich Strohfeuereffekte aus,
kein nachhaltiges Wachstum. Wir benötigen eine gesunde
Branche, die innovative Mobilitätslösungen anbietet.
Die Branche muss sich gesund schrumpfen und neue Technologien
anbieten. Anstatt in die Abwrackprämie solten die 5
Mrd. Euro eher in einen Technologie-Förderfonds investiert
werden, aus dem die besten technologischen Konzepte der
Automobilanbieter gefördert werden, so Prof. Kemfert.
Dass im Automobilbereich bereits heute Effizienzsteigerungen
um bis zu 50 Prozent erreicht werden können, rechnete
Greg Archer von der Low Carbon Vehicle Partnership (einem
Zusammenschluss von ca. 300 britischen Firmen, Organisationen
und Akteuren aus Politik und Verwaltung) aus London vor.
Der Transportsektor hat bislang versagt, sagte Archer am
Dienstag auf der Clean Moves. Er ist der Ansicht, dass gezielte
Nachfrageanreize seitens der Automobilindustrie zu einer
Reduzierung vor allem von Leistung, Größe und
Gewicht der Wagen führen müssten. Die Bahn dagegen
habe in den vergangenen 20 Jahren sehr viel getan, um energiesparender
zu fahren, erklärte Dr. Libor Lochmann, stelvertretender
Vorsitzender der Gemeinschaft der Europäischen Bahnen
und Infrastrukturgeselschaften in Brüssel. Die Bahnen
seien für nur 1,6 Prozent der CO2 Emissionen im Transportbereich
verantwortlich und hätten diese im Gegensatz zum motorisierten
Individualverkehr im Vergleich zum Referenzjahr 1990 gesenkt.
Im vergangenen Jahr mussten Biokraftstoffe einen Meinungssturm
über sich ergehen lassen. Bis dahin als probates Mittel
zur Senkung von CO2-Emissionen gefeiert, sah sich die Branche
plötzlich mit dem Vorwurf konfrontiert, für weltweit
explodierende Lebensmittelpreise und damit den Hunger vieler
Menschen verantwortlich zu sein. Solen Agrarprodukte auf
den Teler oder in den Tank war plötzlich die Frage.
Johannes Lackmann, Geschäftsführer des Verbandes
der Deutschen Biokraftstoffindustrie, wehrt sich gegen diese
Vorwürfe und verlangt von der Politik die Beibehaltung
der Beimischungsquoten. Es muss eine klare Zertifizierung
von Nachhaltigkeitskriterien erfolgen, auch international,
denn Biokraftstoffe werden in Zukunft einen Teil des fossilen
Öls ersetzen müssen, erläuterte Lackmann.
Schweizer fahren weit mehr als doppelt so viele Kilometer
mit der Bahn
Knoten, Takt, Vernetzung. Damit umschrieb Pieter Zijlstra,
Vizepräsident des Schweizer Bundesamt für Verkehr,
die Spezialitäten für das weltweit viel gerühmte
Beispiel öffentlichen Transportes. Warum Schweizer
weit mehr als doppelt so viele Kilometer mit der Bahn fahren
als Deutsche erklärte er so: Dass sehr viel in die
Schweizer Bahn investiert wird, liegt darin begründet,
dass sich die Schweizer per Volksabstimmung zutiefst zu
ihrer Bahn bekannt haben. Und wenn sie das einmal beschließen,
bleiben sie dabei.
Sind elektrisch unterstützte Fahrrädern die
Zukunft urbaner Mobilität
Einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent Pedelecs in naher
Zukunft auch in Deutschland prognostizierte Kurt Schär
von der Schweizer Firma Biketec. Er sieht in elektrisch
unterstützten Fahrrädern die Zukunft urbaner Mobilität.
Chinesische Verhältnisse auf deutschen Straßen:
Fahrrad Auto 3:1. Damit dürfte ein großer Teil
der Reduktions- und Effizienzziele leicht zu erreichen sein.
Im 21. Jahrhundert sind Mobilitätsdebatten noch den
Konzepten des vergangenen Jahrhunderts verhaftet. Was wir
jetzt brauchen, sind bahnbrechende Lösungen. Als Brückenkopf
zur seit Jahrzehnten überfäligen Ablösung
des Ölzeitalters bietet die CLEAN MOVES bereits jetzt
realisierbaren Lösungen eine ergebnisoffen vernetzte
Plattform", stelt Ralph Kappler, Initiator von CLEAN
MOVES, heraus.