AutoTest Fahrbericht Citroen C3
Limousine VTi 120 Exclusive Der Nachfolger
des
Saxo kann im Test überzeugen
Der
Citroen C3 VTi 120 im Test
120-PS-Benziner
stammt aus Kooperation mit BMW
Interieur
glänzt mit hochwertigen Materialien
und guter Verarbeitung
Komfortables Fahrwerk sowie viel
Platz im Fond und im Kofferraum
Zu
Preisen ab 18.800 Euro,-
Der
neue C3 gibt es nur als Fünftürer
- die Rolle des Dreitürers übernimmt
der DS3
Panorama-Glasadach: Erweiterte Perspektive
bei Citroen
Der neue Citroen
C3 startete in Deutschland am 22. Januar
2010. Die zweite C3-Generation setzt sich
mit frischem Design und einer überdimensionalen
Windschutzscheibe von seinen Wettbewerbern
in der Polo-Klasse ab.
Anzeige:
Im knüppelhart
umkämpften B-Segment bescherrt dies
dem C3 gegenüber seinen Hauptwettbewerbern
Seat Ibiza, Ford Fiesta, Renault Clio sowie
Opel Corsa und Co. ein attraktives Alleinstellungsmerkmal.
Wie bisher ist der C3 ein Fünftürer
- die Rolle des Dreitürers übernimmt
der DS3.
Die
zweite Generation des rundlichen Kleinwagens
ist seit Januar 2010 auf den Markt
Die Marke
Citroen befindet sich aktuell in einer sehr
erfolgreichen Phase des Image- und Optikwandels.
Die Fahrzeuge sollen deutlich höher
positioniert werden und erhalten eine deutlich
bessere Qualitätsanmutung. Dem neuen
C3 wird in dieser Markenstrategie eine zentrale
Rolle zu Teil.
Hat der kompakte
Franzose in der heiß umkämpften
Kompaktklasse mehr zu bieten als eine Panorma-Glasscheibe?
Wir hatten Gelegenheit den viertürigen
Franzosen in der Version VTi 120 in der
gehobenen Ausstattung Exclusive zu fahren.
Am
Heck prangt das neue, dreidimensionale Markenlogo
Der neue Citroen
C3 macht aber längst nicht nur wegen
seiner spektakulären Aussicht neugierig.
Seine markante Optik orientiert sich am
Designstil des Citroen C5. Das neue Logo
von Citroen (mehr Schwung und breiter) sieht
gut aus. Die Grundform der zweiten Generation,
samt den schmalen Dachsäulen und dem
drittem Seitenfenster, ist so rundlich wie
die des Vorgängermodells. Ergänzt
wird dies durch Elemente vom C3 Picasso
sowie einem stärker betonten Haifischmaul.
Mit seiner runden, aber hohen Front, den
ausgeprägten Radläufen und seinen
dynamisch geschwungenen Formen samt seriös
wirkende Heckleuchten wirkt der neue C3
auf den Betrachter in sich stimmig und erwachsen.
Jedenfalls nicht wie ein 3,94 Meter kurzer
Stadtflitzer der Kompaktklasse. Mit
dazu beigetragen haben könnte, dass
bei nahezu unverändertem Radstand die
Länge um acht und die Breite um sechs
Zentimeter zulegte.
Die
Panorama-Frontscheibe ist von vorne erkennbar
Interieur mit guter Verarbeitung
Noch deutlicher
zugelegt hat der Viertürer hingegen
bei der Materialanmutung, Verarbeitung und
Qualitätseindruck. Die optisch rundum
gelungene Neukonstruktion präsentiert
sich auch innen nobler denn je. Die Verarbeitung
des Interieurs läßt eine Sorgfalt
erkennen, wie sie bei französischen
Autos nicht immer gegeben war. Der neue
C3 hat es tatsächlich geschafft vom
Hartplastik-Ambiente seines Vorgängers
zu verabschieden und einen gewaltigen Sprung
nach vorn zu machen. Dickeres Dämm-Material
und doppelte Türdichtungen verbessern
den Geräuschkomfort deutlich. Vor allem
das Armaturenbrett wirkt sehr hochwertig.
Ab der zweiten Ausstattungsstufe Tendance
trägt das Cockpit eine geschäumte
Oberfläche. An der Bedientafel glänzt
schwarzer Klavierlack und das Armaturenbrett
schimmert (ab Variante Exclusive) metallisch.
Gut gefallen hat uns auch das unten abgeflachte
Lenkrad.
Cockpit:
Die Instrumente in Schwarz und Grau wirken
deutlich edler als bisher
In dem von
uns gefahrenen Top-Ausstattung Exclusive
ist das Panorma-Glasdach "Zenith"
serienmäßig an Bord. Wird der
Dachhimmel des C3 mit einem Griff nach hinten
geschoben, gewährt die 1,35 Meter lange
Panorama-Windschutzscheibe einen grandiosen
Ausblick - im Übrigen auch aus dem
Fond - auf hohe Berge, interessante Architektur
oder hoch angebrachte Ampeln. Doch heizt
sich das Wageninnere durch das Glasdach
trotz Beschichtung wesentlich stärker
auf. Ein Nachteil dieses tollen Panorma-Glasdach
ist der fehlende Schminkspiegel. Ferner
lassen sich die daran angebrachten Sonnenblenden
nicht zum Schutz gegen seitliches Licht
nach außen schwenken. Auch fahndet
der Beifahrer vergeblich nach einem Haltegriff
am Dach. Eine Gurt-Höhenverstellung
an der B-Säule gibt es ebenfalls nicht.
Diesen kleinen Einschränkungen zum
Trotz hat uns das Glasdach sehr gut gefallen.
Schweift der Blick von der Straße
Richtung Himmel, taucht lediglich der frei
schwebende Innenspiegel im Sichtfeld auf.
Ohne störende Querstrebe erstreckt
sich die Windschutzscheibe über die
Frontpassagiere. Ein luftig-himmlisches
Vergnügen mit einem Schuss Cabrio-Feeling.
Ein weiterer Nachteil soll nicht verschweigen
werden: Ein Ersatz im Schadenfall dürfte,
im Vergleich zu konventioneller Frontscheibe,
relativ kostspielig ausfallen.
Die Mittelarmlehne nebst Metalloptik-Elemente
am Armaturenbrett und Lenkrad gibt es nur
in der Topausstattung Exclusive
Platzverhältnisse
Fahrer und
Beifahrer können sich bequem ausstrecken.
Im Fond geht es im Klassenvergleich allerdings
arg eng zu. Zwar bietet der C3 hinten auch
für Erwachsene genügend Kopffreiheit,
an den Knien wird es dafür unzumutbar
eng. Beim Stauraum kann der C3 dafür
punkten. Der Kofferraum ist mit 300 Litern
größer bemessen als der eines
VW Polo und reicht fast an die Golf-Klasse
heran. Allerdings lässt sich der Kofferraum
nicht effizient ausnutzen. Wird die ungleich
geteilte Rückbanklehne umgeklappt,
entsteht eine gut acht Zentimeter hohe Stufe
und dahinter eine stark ansteigende 1,19
Meter lange Ladefläche, die nur über
eine sehr hohe Bordkante erreicht werden
kann. Dafür müssen die Kopfstützen
immerhin nicht demontiert werden und die
Vordersitze können in ihrer hintersten
Position verbleiben. Der beim Vorgänger
offerierte Einlegeboden wird nicht mehr
angeboten. Im neuen C3 gibt es kein Reserverad
mehr, sondern nur ein Reparaturset.
Die Bedienung des optionalen Navigationssystems
erfordert einen kurzen Eingewöhnungsprozess.
Ansonsten sind die Bedienelementedes cockpits
so logisch aufbaut, dass der Faherr sich
schnell vertraut fühlt. Außerdem
freut der Fahrer zudem wieder auf vernünftige,
sehr gut ablesbare und beleuchtete Rundinstrumente
statt auf den mäusekino-ähnlichen
Digitaltacho des Vorgängers. Es gibt
viele Ablagen und ein Staufach unter der
Mittelarmlehne, allerdings sucht man einen
Becherhalter vergebens.
Am
Kofferraum stört eine zu hoher Ladekante.
Dafür passen ohne umklappen bereits beachtliche
300 Liter hinein
Motor
Fünf
Vierzylindermotoren stehen für den
C3 zur Auswahl, darunter ein Diesel in zwei
Leistungsstufen. Alle angebotenen Aggregate
erfüllen die Abgasnorm Euro 5. Der
von uns gefahrene VTi 120 mit neuem 120-PS-Benziner
stammt aus der BMW-Kooperation und bewährt
sich auch im Peugeot 207 und im Mini Cooper.
Das 120-PS-Aggregat arbeitet leise, wirkt
auch bei hohen Drehzahlen nicht aufdringlich.
Der 1,1 Tonnen schwere Kleinwagen kommt
flink vom Fleck, der Motor spricht spontan
aufs Gas an und erfreut beim Überholen
mit einer hohen Elastizität. Obwohl
die neue C3-Generation kaum an Gewicht zugelegt
hat, fühlt er sich mit dem 88 kW (120
PS) Benziner nicht ganz so spritzig an,
wie wir es erwartet hätten. Der Motor
möchte auf Drehzahl gebracht werden.
Erst dort liegt das maximale Drehomoment
von 160 Newtonmeter an. Laut Citroën
beschleunigt derr C3 mit dem VTi 120 in
9,9 Sekunden auf 100 km/h.
Das
drehfreudige 120-PS-Aggregat gibt sich im
Alltagsverkehr ausreichend elastisch
Der Durchschnittsverbrauch beträgt
laut Herstellerangaben im Drittelmix 5,9
Liter. Wir lagen während unserer Testfahrten
ein knappen Liter darüber. Die Gänge
wechselt man im C3 mit einer präzisen
Fünfgang-Handschaltung. Auf der Autobahn
vermissten wir den 6. Gang. Die lange Übersetzung,
die bei hohen Tempi die Drehzahl und damit
den Verbrauch senken könnte, gibt es
nur in Verbindung mit dem 112-PS-Diesel.
Ein
Automatikgetriebe für den 120-PS-Benziner
wird in Kürze lieferbar sein. Desweiteren
haben die Franzosen noch für 2010 eine
Start/Stopp-Automatik für den C3 angekündigt.
Immerhin ist eine Schaltpunktanzeige bereits
Serie.
Die
Knicke in der Fensterlinie auf Höhe
von A- und C-Säule gehören zu
den stilbildenden Besonderheiten des C3
Überraschend
guter Komfort: Fahreigenschaften
Dem
kompakten Fronttriebler Citroen C3 verfügt
über ein gutes und sicheres Fahrverhalten.
Das Fahrwerk nimmt Kurven aller Art gutmütig
leicht untersteuernd. Trotz seiner leichten
Frontlastigkeit durchfährt der C3 Kurven
souverän. Wenn es kritisch wird, hilft
nun in allen C3-Versionen serienmäßig
ein ESP. Ein guter Sicherheitskompromiss.
Im ausgeschalteten Zustand nimmt das ESP
ab 50 km/h wieder automatisch die Arbeit
auf. Was uns besonders überrascht:
Selbst auf holprigen Strecken gibt die steife
Karosserie weder Knister- noch Klappergeräusche
von sich. Die schluckfreudige Federung verschont
die Insassen vor den gröbsten Stößen
und sorgt für überraschend guten
Komfort. Citroen verteidigt hier immer noch
beachtliche Reputation die in der Historie
der legendären DS-Modelle wurzelt.
Wünschenswert
wäre, dass die Lenkung eine deutlichere
Rückmeldung aufbaut. Daran ändert
auch nichts, dass sich mit einem Drehknopf
die Servowirkung regulieren lässt.
Citroen hat die Preise für den neuen
C3 sehr selbstbewusst angesetzt. Drei Ausstattungen
stehen zur Wahl: Advance, Tendance und Exclusive.
Der Einstiegspreis für den 60-PS-Benziner
(1,1 Liter) fängt bei 12.700 Euro an.
Der 90-PS-Diesel kostet 17.450 Euro, der
112-PS-Selbstzünder 20.300 Euro. Der
von uns gefahrene Testwagen Vti 120 in der
Ausstattung Exclusive ist ab einem Grundpreis
ab 18.800 erhäältlich. Das in
dem Testwagen vorhanden Luxuspaket kostet
1.900 Euro sowie die Sonderlackierung in
"botticelli-blau" nochmal 215
Euro Aufpreis. Knapp 21.000 für einen
- zugegeben gut ausgestatteten - Kleinwagen
sind happig. Die Basisversion Advance des
C3 umfasst ESP, vier Airbags, elektrisch
einstellbare Außenspiegel, elektrische
Fensterheber vorne und eine Zentralverriegelung.
Die Version Tendance bietet zusätzlich
neben CD-Radio auch eine Klimaanlage sowie
Kopfairbags und Nebelscheinwerfer. In dieser
Version kostet die 120-PS-Variante bereits
16.800 Euro. Die von uns gefahrene Variante
Exclusive enthält zusätzlich das
Luxuspaket für 1.900 Euro dass zusätzlich
17 Zoll Leichtmetallräder "Sonneberg",
Ledersitze mit Sitzheizung und das Hifi-System
mit USB-Box und Bluettoth-Freisprecheinrichtung
sowie Navigationssystem umfasst. Damit kostet
der Testwagen stolze 20.915 Euro.
Die
Panorama-Scheibe "Zenith" ist
ein besonderes Alleinstellungsmerkmal des
neuen Citroen C3
Fazit:
Der neue C3 frischen Wind ins Segment
der Kleinwagen und zeigte sich bei unseren
Fahrtests absolut untadelig. Nicht nur
optisch ist der C3 ein sehr gut gelungener
Kleinwagen. Rundungen gibt es noch immer
reichlich. Dennoch kommt die neue Modellgeneration
des Citroen C3 wesentlich dynamischer
daher als ihr Vorgänger. Auch das
ist ein Trend: Nach dem Auslaufen der
staatlichen Subventionen darf es bei
den Kleinwagen gerne wieder etwas mehr
sein. Diesen
Trend hat Citroën rechtzeitig erkannt,
und der neue C3 greift ihn entschlossen
auf. Überdies, wie wir meinen,
mit guten Chancen am deutschen Markt.
Citroens
neues Selbstbewusstsein spiegelt sich
auch im neuen rel. hohen Preisniveau
wieder. Der kleine Franzose weckt Sympathie
und hat seine Stärken: Ein komfortables
Fahrwerk sowie viel Platz im Fond und
im Kofferraum. Alle jenen, denen der
fünftürige C3 zu bieder sein
sollte, offeriert Citroen das dreitürige
Edel-Modell DS3 auf Basis der C3-Plattform.
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