AutoTest Citroen
DS3 THP 150 SportChic im Kurztest Sportlicher
Ableger des C3 kann überzeugen
Ausschliesslich
zweitürig, flache Karosserie
und Zweifarb-Lackierung
Viel
Spielraum zur Individualisierung
über wechselbare Dekore
150PS
Turbo-Benziner bietet reichlich
Drehmoment
Die
B-Säule scheint nur aus einer
Haifisch-Flosse zu bestehen
Als
THP 150 in der Variante SportChic
ab 19.800 Euro
Marktsatrt
ab 12. März 2010
Schicker
als der Citroen C3 ist der DS3 allemal.
Aber auch sonst besser?
Die schicke
spassorientierte Variante des Citroen C3
In wenigen
Wochen ab dem 12. März 2010 wird der
Citroen DS3 bei den Händlern stehen.
Der knackig durchgestylte Franzose soll
seinen Wettbewerbern wie Mini, Alfa MiTo,
Audi A1 und Fiat 500 in Kürze kräftig
paroli bieten. Wir hatten bereits Gelegenheit
den frischen City-Flitzer als THP 150 in
der Topmotorisierung mit 156 Turbo-PS zu
erproben.
Anzeige:
Der Anti-Retro
aus Frankreich
Der DS3 ist der erste einer Anzahl von eigenständigen
DS-Modellen, die jeweils die Lifestyle-Variante
einer Baureihe krönen soll. Der DS4
soll im Frühjahr 2011, der DS5 Ende
2011 folgen. Der ausschliesslich dreitürig
angebotene DS3 unterscheidet sich deutlich
von seinem grundsätzlich fünftürig
ausgeführten Bruder C3. Das Fahrwerk
wurde mit strafferen Dämpfern und größer
dimensionierten Stabilisatoren modifiziert,
16- und 17 Zoll-Räder gehören
zum Serienstandard und für ein präziseres
Fahrgefühl wurde die Kennlinie der
elektronischen Servolenkung geändert.
DS
wird französisch als "Déesse"
ausgeprochen. Das bedeutet phonetisch soviel
wie "Göttin"
Das Buchstabenkürzel
DS hat bei Citroen eine lange Tradition
und findet seine Bedeutung in einem Wortspiel:
DS wird französisch als "Déesse"
ausgeprochen. Das bedeutet phonetisch soviel
wie Göttin. In den 1950er und 60er
Jahren fielen die DS-Modelle durch ihr avantgardistisches
und für damalige Zeiten revolutionär
progressivem Design auf. Dass die Reanimierung
von Klassikern durchaus erfolgreich sein
kann, hat BMW mit dem Mini vortrefflich
demonstriert. Dennoch legt Citroen größten
Wert darauf, mit der DS-Linie keinesfalls
dem überstrapazierten Retro-Trend Folge
zu leisten.
Gestaltungsmöglichkeiten zur Individualisierung:.
Elf Karosseriefarben können mit bis
zu fünf Dachfarben kombiniert werden
Weniger
Nutzwert und dafür mehr Design
Die schräg an der Front angeordneten
gleißend hellen LED-Tagfahrleuchten
geben dem DS3 eine auffällige Lichtsignatur.
Das scheinbar schwebende Dach ist ein weiteren
markantes Merkmal der jungen Göttin.
Für den Betrachter entsteht der Effekt,
dass das Dach in der Mitte scheinbar selbsttragend
ist. In der Seitenansicht wirkt die B-Säule
wie eine Haifischflosse.
Interieur
mit Platz bis zu fünf Personen
Auch beim wohlgeformten Hinterteil unterscheidet
sich der DS3 vom C3: Die Kanten der Heckleuchten
laufen in die Kotflügel und der DS3
erhält ein eigenständiges DS-Signet
auf der Heck- und Frontklappe. Die Zweifarb-Optik
ist ein weiteres Markenzeichen des frankophilen
Edelflitzers. Ähnlich wie bei Mini
und Fiat 500 gibt es eine unglaubliche hohe
Variantenvielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten.
Elf Karosseriefarben können mit bis
zu fünf Dachfarben frech in Kombination
gesetzt werden. Zudem sind vier verschiedene
Dachaufkleber vom Zebrastreifen bis zum
Punktedesign bestellbar und bei Nichtgefallen
später wieder austauschbar. Zu einem
späteren Zeitpunkt soll dieses Angebot
an Dachaufklebern noch erweitert und stets
aktualisiert werden. Fast jedes Fahrzeug
wird damit zu einem individuell konfigurierten
Unikat.
Der
Kofferraum fasst deutlich mehr als die direkten
Wettbewerber wie Mini, Audi A1 oder Fiat 500
Interieur
leicht verspielt
Das Lederlenkrad
mit DS-Label ist unten deutlich abgeflacht
und liegt sehr gut in der Hand. Die Pedalerie
aus Aluminium und viele Applikationen am
Lenkrad und an der Mittelkonsole sorgen
für das nötige sportliche Ambiente.
Besonders gut gefallen hat uns der Tacho
mit dem mittig angeordneten Kühlwasserthermometer.
An der Lenksäule sind vier Multifunktionshebel
angeordnet. Die Bedienung von Radio und
Navi ist gewöhnungsbedürftig.
Leider lässt sich die Lautstärke
des Radios nur über plus/minus-Tasten
justieren.
Das
Interieur kommt wertig aber zu verspielt
daher
Im Fond dürfen
bis zu drei Personen mitfahren. Durch die
beiden Einstiegstüren ist das Sitzen
im Fond für großgewachsene Mitmenschen
kein Vergnügen. Zu wenig Kopf- und
Beinfreiheit machen den DS auf langen Strecken
im Fond äußerst unkomfortabel.
Die Sportsitze vorne sind dafür umso
besser geraten. Genügend Raum und guter
Seitenhalt machen die Fahrt zum Vergnügen.
Großer
Kofferraum mit 285 Litern Fassungsvermögen
Der DS3 verfügt über ein 285 Liter
großen Stauraum. Zum Vergleich: Der
Kofferraum des Mini - wenn man ihn so nennen
darf - beträgt nur 160, und der des
Fiat 500 mit 185 Litern ebenfalls deutlich
weniger. Der Kofferraum lässt sich
durch einfaches Klappen der geteilten Rücklehnen
bei Bedarf schnell erweitern. Und auch der
Rückbau geht trotz Dreitürigkeit
leicht von statten. Manko ist die bei Kleinwagen
häufig anzutreffende hohe Ladekante
und das viel zu klein geratene Heckfenster.
Der starke
Turbomotor ist eine sportliche Motorisierung
für den DS3
Der Franzose mit Lifestyle-Faktor wird in
fünf Motorisierungen angeboten: Drei
Benziner zwischen 95 PS und 155 PS sowie
zwei Selbstzünder mit 92 bzw. 112 PS.
Der DS3 bereitet mit dem von uns gefahrenen
156 PS starken Turbo-Benziner viel Fahrspaß.
Der Vierzylinder produziert schon bei niedrigen
Drehzahlen mächtig viel Drehmoment:
Das maximale Drehmoment von 240 Newtonmeter
liegt in einem breiten Band zwischen 1.400
und 4.000 Touren an. Dadurch lässt
sich der Flitzer extrem schaltfaul fahren.
Der
DS3 bereitet mit dem von uns gefahrenen
156 PS starken Turbo-Benziner dank 240 Nm
Drehmoment viel Fahrspaß
Das Turbo-Aggregat
hat mit dem DS3 leichtes Spiel und verfügt
über genügend Dampf auch bei Zwischenspurts
genügedn elastisch nicht überfordert
zu wirken. Das
Sechsganggetriebe läßt sich angenehm
präzise schalten. Dies ist eine weitere
Eigenschaft für die Fahrzeuge französischer
Herkunft bisher nicht bekannt waren. Die
Werksangabe betragen für den Paradesprint
von null auf hundert Stundenkilometer nur
7,3 Sekunden. Die gelungene 1,6-Liter-Maschine
ist ein Ergebnis aus der Triebwerks-Kooperation
von PSA Peugeot Citroen mit der BMW Group
und kommt im BMW Mini beim Cooper S mit
einer Leistung von 175 PS zum Einsatz. Als
weitere Benziner stehen für den DS3
noch ein 1,4-Liter-Ottomotor mit 95 PS sowie
ein 120 PS starker 1,6-Liter-Saugmotor zur
Verfügung.
Unten
gut zu erkennen die LED-Taglichtleiste
Fahreigenschaften
Das Fitness-Training
vom C3 zum DS3 hat sich gelohnt. Erfreulich
auch das straffe Fahrwerk, dass sich von
der weichen Federung manch anderer Citroen-Modelle
wohltuend abhebt. Härtere Federn und
Dämpfer sowie Modifikationen an den
Radaufhängungen sorgen für eine
sportlich orientierte Straßenlage,
ohne allzugroße Einbußen beim
Komfort. Die darauf abgestimmte Lenkung
arbeitet angenehm leichtgängig und
direkt. Hohe mögliche Kurvengeschwindigkeiten
und eine stabile Straßenlage sind
für ein kompaktes Fahrzeug aus Frankreich
nicht selbstverständlich. Bei aller
Dynamik ist der DS3 innen dennoch angenehm
leise. Viele Einzelmaßnahmen tragen
zur erzielten Geräuschreduzierung bei:
Der Dachhimmel ist schallabsorbierend gestaltet,
die Windschutzscheibe wurde geräuschabsorbierend
ausgelegt. desweiteren sind die Seitenscheiben
gegenüber dem C3 deutlich stärker
dimensioniert. Als wichtigste Maßnahme
wird im Motorraum mehr schalldämmendes
Material eingesetzt.
Auch
der Rücken braucht sich nicht zu verstecken
Preise
und Ausstattung
Die Preisliste für den DS3 in der 95-PS-Basisvariante
startet bei Preisen ab 15.200 Euro in der
Basisausstattung "Chic": Hier
gehören u.a. bereits ESP, elektrische
Fensterheber vorn, ein Tempomat, das Lederlenkrad
und ein MP3-Radio zum Serienumfang. Ab 17.500
Euro gibt es den "SoChic" mit
120-PS-Benziner. Hier sind zusätzlich
das LED-Tagfahrlicht, eine Klimaanlage,
16-Zoll-Leichtmetallräder und die Zweifarb-Lackierung
serienmäßig ab Werk enthalten.
In der von uns gefahren Topversion DS3 SportChic
sind unter anderem die Klimaautomatik, ein
HiFi-System, Alu-Pedalerie, Sportsitze mit
Alcantara-Stoff-Polsterung und Karbon-Optik
enthalten. Die "SportChic"-Versionen
mit dem Turbo-Benziner lässt sich Citroen
mit 19.800 Euro oder in der 150-PS-Selbtszündervariante
mit 20.700 Euro vergüten. Der Vergleich
drängt sich förmlich auf: BMW
verlangt für den schlechter ausgestatteten
Cooper S mit gleichem Turbomotor - allerdings
in einer etwas leistungstärkeren 175
PS-Ausführung - mindestens 23.100 Euro.
Technische
Daten Citroen
DS3 THP 150 SportChic
Hersteller:
Citroen
Karosserie:
Fünfsitziger
Kleinwagen
Motor:
1,6-Liter-Turbobenziner
Anzahl
Ventile
16
Getriebe
6-Gang
manuell
Hubraum:
1598
ccm
Leistung:
115
kW (156 PS) bei 6000 U/min
Drehmoment:
240
Nm bei 4000 U/min
Von
0 auf 100:
8,1
s
Höchstgeschwindigkeit:
214
km/h
Verbrauch
(ECE):
6,7
Liter
CO2-Ausstoß:
155
g/km
Kraftstoff/Tankinhalt
Super
bleifrei / 50 Liter
Kofferraum
nach VDA
285
Liter
Leergewicht
1.240
kg
Wendekreis
10,2
m
Länge
3.948
mm
Breite
1.715
mm inkl. Seitenspiegel
Höhe
1.458
bis 1483 mm
Preis
brutto:
Ab
19.800,- Euro
Citroen
DS3 im Test: Der Abstand zu seinem Plattformbruder
C3 ist optisch genügend stark differenziert
Fazit:
Citroen ist mit dem stylischen DS3
ein äußerst "schicker"
Kleinwagen gelungen, der obendrein auch
noch viel Fahrspass vermittelt. Insbesondere
in der von uns gefahrenen Topmotorisierung
kann der DS3 überzeugen. Der Abstand
zu seinem Plattformbruder C3 ist optisch
genügend stark differenziert. Die
Fahreigenschaften fallen sportlich-agil
aus. Das Gesamtpaket aus gut abgestimmten
Fahrwerk, angenehm direkter Lenkung
und die präzise Schaltung lassen
den DS3 den Vergleich mit dem BMW Mini
als klaren Sieger hervorgehen. Und auch
die Alltagseigenschaften wie größer
dimensionierter Kofferaum und üppigerem
Platzangebot sprechen deutlich für
die Alternative aus Frankreich. Es bleibt
abzuwarten, ob die jungen trendbewußte
Kundschaft dies auch so sieht und sich
für ein Lifestylefahrzeug wie den
DS3 begeistern kann. Aus unserer Sicht
verfügt der DS3 dafür über
die dafür notwendigen Gene und
das bessere Preis-/Leistungsverhältnis.
Sieht so der DS4 aus?
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