AutoTest Daihatsu
Materia 1.5 im
Test Viel Nutzwert in
a Box
Micro-Van kann mit seinen inneren
Werten punkten
Durchdachtes
Inneraumkonzept mit hoher Variabilität
Benziner
mit 76 kW (103 PS) relativ trinkfreudig
Gute
Verarbeitung
Innere
Werte mit hohem Nnutzwert: Der Daihatsu
Materia 1.5 im ausführlichen Fahrbericht
Fahrbericht Daihatsu Materia 1.5
Im Stile eines Hot Rod verfügt der
Materia der Toyota-Tochter Daihatsu über
ein Retro-Blechkleid in Anlehnung an die
Automobile der 30er-Jahre. Form und Design
des Daihatsu Materia entziehen das Fahrzeug
den sonst üblichen Betrachtungsweisen
für Kleinwagen.
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Mit seiner
ausdrucksstarken, eigenständigen Linienführung
hebt sich der Materia deutlich vom Design-Einerlei
ab. Seine kurzen Überhänge, der
lange Radstand und die bullige Frontpartie
machen ihn zu einer auffälligen Erscheinung,
Wir hatte nun Gelegenheit den Materia 1.5
mit 103 PS einem ausgiebigen Fahrtest zu
unterziehen.
Daihatsu
Materia in Burgunderrot Perleffekt
Design
In Japan sind boxförmige Kleinwagen
mit weit vorgezogenem Dach und Stummelhaube
sehr beliebt. Der Daihatsu Materia wurde
erstmalig als Designstudie D-Compact Wagon
im März 2006 auf dem Autosalon in Genf
gezeigt. Im Heimatmarkt Japan kam der Mikrovan
vor der Einführung in Deutschland im
März 2007 als Daihatsu Coo sowie bauähnlich
bei der Konzernmutter Toyota als "bB"
auf den Markt. Die kastenförmige 3,80
Meter lange Karosserie des Materia wird
insbesondere durch die hochgezogenen, bullige
Front geprägt. Die markanten Schlitz-Scheinwerfern
vor der kurzen Motorhaube mit breitem Grill
und die nahezu senkrecht stehende Windschutzscheibe,
hoher Gürtellinie machen das Auto auch
noch drei Jahre nach seiner Markteinführung
in Deutschland zu einem echten Hingucker.
Viel Blech, wenig Glas und davon noch ein
Großteil dunkel gefärbt heben
dem Micro-Van von der restlichen Autowelt
deutlich ab.
Auffällig
die markanten Scheinwerfern vor der kurzen
Motorhaube mit breitem Grill
Interieur
Der Materia ist außen schön kompakt,
aber innen überraschend groß.
Im Innenraum setzen sich die formbedingten
Vorzüge fort. Nach bequemen Einstieg
über weit öffnende Türen
und einen niedrigen Schweller erwarten den
Materia-Besitzer ein generös geschnittener
Innenraum mit viel Platz für Kopf,
Schultern und Beine sowie ein annähernd
symmetrisch aufgebauter Armaturenträger
mit mittig platzierten Instrumenten und
Bedienelementen für Stereo- und Klimaanlage.
Wie eine Kommandozentrale präsentiert
sich die geschwungene Armaturentafel. Prominent
in die obere Mittelkonsole integriert ist
ein serienmäßiges Audiosystem
mit 4 x 40 Watt. Es umfasst einen MP3- und
WMA-fähigen CD-Player, ein RDS-Radio
sowie sechs Lautsprecher, die sich in der
Armaturentafel sowie in den vorderen und
hinteren Türen befinden. Der HiFi-Klang
des Audiosystems überzeugt die Ohren,
der schwarze Hochglanzlack der Bedienelemente
die Augen. In der Mittelkonsole, direkt
unterhalb des Audiosystems, befinden sich
die übersichtlichen Bedienelemente
für Heizung, Lüftung und Klimaanlage.
Einen besonderen Akzent setzt der Tachometer
mit integriertem Drehzahlmesser, der sich
mittig im Armaturenbretts befindet und immer
gut im Blickfeld bleibt. Die in futuristischem
Blau illuminierten analogen Acryl-Anzeigen
werden mit digitaler Tankanzeige und Kilometerzähler
kombiniert. Insgesamt gibt der Materia seinem
Fahrer keine großen Bedienrätsel
auf.
Der
Innenraum mit annähernd symmetrisch aufgebauter
Armaturenträger mit mittig platzierten
Instrumenten
Durch das
so genannte "Big Cabin Concept"
von Daihatsu mit langem Radstand und kurzen
Überhängen bietet der Materia
reichlich Platz für fünf Personen,
die mit einem Raumangebot verwöhnt
werden, wie man es sonst nur in der nächst
höheren Fahrzeugklasse vorfindet. Hinzu
kommt eine gute Übersichtlichkeit durch
die erhöhte Sitzposition und die vorne
wie hinten gut einsehbare Karosserie. Die
Sitze selbst sind so konturiert, dass auch
längere Fahrten möglich sind.
Etwas mehr Seitenhalt wäre wünschenswert.
Der Fahrersitz besitzt einen Längsverstellbereich
von 220 mm und ist zusätzlich in der
Höhe einstellbar. In Verbindung mit
dem höhenverstellbaren Lenkrad finden
selbst großgewachsene Fahrer unterschiedlichster
Statur problemlos eine komfortable Sitzposition.
Die
Rücksitzlehnen lassen sich im Verhältnis
60:40 umklappen.
Das intelligente
Sitzbankkonzept mit der um 16 cm längs
verschiebbaren Rücksitzbank schafft
genügend Raumvariabilität für
vielseitige Mobilitätsanforderungen.
Die Rücksitzlehnen lassen sich im Verhältnis
60:40 umklappen. Damit erhöht sich
der Laderaum von 294 auf 619 Liter Stauvolumen.
Die nach hinten umklappbaren Lehnen der
Vordersitze ermöglichen eine Ladelänge
von bis zu 2,2 m oder den Bau einer Liegewiese
mit Lounge-Charakter für zwei Personen.
Als äußerst praktisch erweist
sich auch die niedrige Ladekante des Gepäckraums,
die bündig mit der Heckklappe abschließt.
Die Ladehöhe liegt bei knapp 90 Zentimeter.
Unter der flachen Gepäckraumabdeckung
befindet sich ein vollwertiges Reserverad
sowie ein praktisches Unterflur-Stauchfach
für Werkzeug nebst den Erste-Hilfe-Koffer
sowie das Warndreieck. Ein weiteres Fach
für kleine Utensilien und Einkäufe
sind an einer Seite des Ladeabteils eingebettet.
Das
16-Ventil-Triebwerk des Materia 1.5 schöpft
aus 1,5 Liter Hubraum 76 kW (103 PS)
Motor
Das 16-Ventil-Triebwerk
des Materia 1.5 schöpft aus 1,5 Liter
Hubraum 76 kW (103 PS) bei 6.000 Umdrehungen
pro Minute. Der moderne Vierzylinder-Benzinmotor
mit jeweils vier Ventilen pro Zylinder und
variabler Nockenwellenverstellung (DVVT
= Dynamic Variable Valve Timing) erreicht
sein maximales Drehmoment von 132 Nm erst
bei 4.400/min. Mit dem serienmäßigen
5-Gang-Schaltgetriebe beschleunigt der Materia
in 10,8 s von 0 auf 100 km/h und erreicht
eine Höchstgeschwindigkeit von 170
km/h. Der Materia 1.5 benötigt laut
Herstellerangaben im Drittelmix 7,2 Liter
Benzin auf 100 km. Dies entspricht einer
CO2-Emissionen von 169 g/km. Wir lagen während
unserer Testfahren knapp darüber. Das
Vierzylinder-Triebwerke kann mit gutem Durchzug,
Laufruhe und beruhigenden Leistungsreserven
überzeugen. Die Kraft wird über
ein gut zu schaltendes Fünfganggetriebe
an die Vorderräder weitergegeben. Bei
einem Gewicht von 1050 Kilogramm ermöglicht
dies immer noch gute Fahrleistungen. Der
kompakte Vierzylinder bietet eine gute Performance
und hängt auch gut am Gas. Anlass zu
Kritik gibt hier der fehlende 6. Gang und
der relativ hohe Verbrauch. Die Übersetzung
ist nicht für deutsche Autobahnen gedacht.
Ab Drehzahlen um etwa 3.500 bis 4.000/min
nervt das Aggregat mit lautem Gedröhne.
Das Drehzahlniveau ist angesichts der Getriebeabstufung
im fünften Gang (ab 50 km/h) relativ
hoch und bis zur Höchstgeschwindigkeit
von 170 km/h stets akustisch präsent.
Dank
langem Radstand und kurzen Überhängen
bietet der Materia reichlich Platz
Fahreigenschaften
Das Fahrwerk
ist gut abgestimmt und schiebt im Grenzbereich
deutlich über die Vorderräder.
Der Materia verdankt seiner direkten Lenkung
mit guter Rückmeldung sowie seinen
kompakten Abmessungen eine Wendigkeit, die
ein Go-Cart-ähnliches Fahrverhalten
ermöglicht. Auf Landstraßen gibt
er sich trotz komfortbetonter Abstimmung
überraschend kurvenfreudig und mit
einer Höchstgeschwindigkeit von 170
km/h ist er auch für längere Autobahnetappen
geeignet. Das gesamte Fahrzeug liefert ein
positives und sicheres Gefühl beim
Fahren. Aufgrund des kleinen Wendekreises
von 9,80 Metern lässt sich der Micro-Van
auch ohne Parkassistent in engste Lücken
manövrieren. Die Bremsen sind - obwohl
hinten nur als Trommelbremsen ausgeführt
- gut dossierbar. Die Sicherheit an Bord
sollen die sechs serienmäßigen
Airbags gewähren. Eine Stabilitätskontrolle
VSC (Vehicle Stability Control) in Verbindung
mit der Antriebsschlupfregelung TRC (Traction
Control) ist optional für 650 Euro
erhältlich. Serienmäßig
an Bord sind ABS und die elektronische Bremskraftverteilung
EBD mit Bremsassistent.
Generös
geschnittener Innenraum mit viel Platz für
Kopf, Schultern und Beine
Extras
und Sonderzubehör
Der Materia
wartet mit einer umfangreichen Serienausstattung
auf. Dazu zählen die serienmäßige
Klimaanlage, die Zentralverriegelung mit
Funkfernbedienung, das 4 x 40 Watt CD-Radio
mit sechs Lautsprechern, die elektrisch
einstellbaren, in Wagenfarbe teillackierten
Außenspiegel sowie die elektrischen
Fensterheber vorne und hinten. Und es geht
noch weiter: Auch die 15-Zoll-Leichtmetallfelgen,
Klarglasscheinwerfer, Nebelscheinwerfer
und Nebelschlussleuchte, Colorverglasung,
abgedunkelte hintere Scheiben gehören
zur Serienausstattung. Zu einem Mehrpreis
von 1.200 Euro kann der Materia 1.5 mit
einem Vierstufen-Automatikgetriebe ausgestattet
werden. Der Materia 1.5 Eco 4WD mit automatisch
zuschaltendem Allradantrieb mit Viskokupplung
kostet ab 17.990 Euro. Der Materia 1.3 mit
67 kW (91 PS) ist ab 15.490 Euro erhältlich.
Eine Perleffekt-Lackierung wie bei unserem
Testwagen kostet 390 Euro Aufpreis. Daihatsu
gibt umfassende Garantien mit auf den Weg:
Ohne Aufpreis erhält der Daihatsu Materia
die allgemeine 3-Jahres-Fahrzeuggarantie
bis 100.000 km. Diese wird ergänzt
durch eine 3-Jahres-Lackgarantie und 8-jährige
Garantie gegen Durchrostung (jeweils ohne
km-Begrenzung).
Technische
Daten Daihatsu Materia 1.5
Motor
4-Zylinder-Reihe
DVVT-Motor, 16 Ventile
Hubraum
1.495 ccm
Max.
Leistung
103
PS / 76 KW bei 6.000 U/min
Max.
Drehmoment
132
Nm 4.400 bei U/min
Getriebe
5-Gang-Schaltung
Beschleunigung
0 - 100 km/h
10,8
Sekunden
Höchstgeschwindigkeit
170
km/h
Kombinierter
Verbrauch / Tankinhalt
7,2
Liter Normalbenzin / 40 Liter
Abgasnorm
/ CO2-Emission
Euro
4 / 169 g/km
Länge/Breite/Höhe
3.800/1.690/1.635
mm
Leergewicht
/ Zuladung
1.035
kg / 565 kg
Kofferraumvolumen
181/294
bis 619 Liter
Preis
ab
15.790 Euro
Eine
Perleffekt-Lackierung wie bei unserem Testwagen
kostet 390 Euro Aufpreis
Fazit:
Der von Daihatsu entwickelte Kompakt-Van
wendet sich an Individualisten, die
Wert auf ein eigenständiges Design
legen. Wer im automobilen Alltag markante
Zeichen setzen und ein individuelles
Statement abgeben möchte, der
ist beim Daihatsu Materia bestens
aufgehoben. Kaum ein Serienfahrzeug
der Kleinwagenklassen fällt optisch
derart ins Auge wie der Daihatsu Materia.
Insgesamt beeindruckt der ungewöhnliche
5-Türer durch seine kompakten
Außenmaße, seinen großen,
variablen Innenraum und vor allem
durch sein extravagantes Design. Die
Bauform des kastigen Kelinwagens konnte
mit einem verblüffend großen
Nutzwert überzeugen.
Insgesamt
beeindruckt der ungewöhnliche 5-Türer
durch sein extravagantes Design