AutoNews Honda
Civic Hybrid Elegance 1.3 i-DSI i-VTEC IMA
im Test Mit Parallel-Hybrid-Antrieb zu mehr
Sparsamkeit
70
kW (95) Benzinmotor plus 15 kW (20PS)
Elektromotor
Sprsam. Dennoch sind Werksangaben
in Fahrpraxis kaum erreichbar
Gute
Verarbeitung und Allround-Eigenschaften
Ausstattung
Elegance zu Preisen ab ab 24.990,-
Euro
Im
Test der Honda Civic Hybrid
Elegance
Honda verspricht einen Mix aus Komfort
und Sparsamkeit
Beim Begriff "Hybrid" denken viele
Autofahrer in Deutschland zu vordererst
an den Toyota Prius. Die Marke Honda wird
weniger mit dem innovativen Antriebskonzept
in Verbindung gebracht. Doch auch Honda
beherrscht die Kombination von Benzin- und
Elektromotor bereits seit über einer
Dekade.
Anzeige:
Mit den kompakten
Hybridmodell Honda Civic wird ein Stück
Zukunft schon heute Realität. Während
die deutsche Industrie noch am Debüt
vieler Hybridmodelle feilt, legen die Japaner
- allen voran Honda und Toyota - bereits
ihre zweite Modell-Generation auf.
Civic
mit Hybrid gibt es nur als in der in Deutschland
weniger nachgefragten Stufenheck-Variante
Wir hatten den Honda Civic Hybrid zu einem
ausgiebigen Test. Um es gleich vorwegzunehmen.
Der Hybrid-Variante des Civic sieht man
sofort an, dass sie nicht für den deutschen
Kunden entwickelt wurde. Civic mit Hybrid
gibt es nur als in der in Deutschland weniger
nachgefragten Stufenheck-Variante. Trotzdem
gelang es den Honda-Designer eine stimmige
Linie hinzubekommen, die die Dynamik von
der Front über viereinhalb Meter Außenlänge
bis nach hinten überträgt. Technisch
nutzt der Civic die gleiche Basis wie
der kürzlich von uns vorgestellte Honda
Insight.
Futuristisches
Cockpit mit Ldezustandanezige
Beim Hybridantrieb handelt es sich um eine
Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor.
Beim Verzögern und Gaswegnehmen wird
ein Teil der Brems- und Bewegungsenergie
von den E-Maschinen in elektrische Energie
umgewandelt und in dem neuen Batteriepaket,
das gemeinsam mit der Regiezentrale für
die Antriebskooperation in einer schmalen
Box hinter der Rückbank montiert ist,
gespeichert. Die Batterien sind noch in
der bewährten Nickel-Metall-Hydrid-Technologie,
da Lithium-Ionen-Batterein noch nicht den
nötigen Reifegrad hinsichtlich Produktionskosten
und Lebensdauer aufweisen. Dieses "Intelligent
Power Unit" wiegt nur noch 55 Kilogramm
und lässt nun bei einem Volumen von
59 Litern genügend Raum für ein
alltagstaugliches Gepäckabteil. Die
Rückbank läßt sich allerdings
nicht umklappen.
Gediegenes
Interieur in der von uns gefahrenen Ausstattung
Elegance
Interieur
Die Verarbeitung
des Honda präsentieren sich auf hohem
Niveau. Für eine Mittelklasselimousine
kommt in Verbindung mit der in unserem Testwagen
ausgestattete Lederausstattung ein Hauch
von Businessclass auf. Der Innenraum bietet
viel für einen Personenwagen im klassischen
Design mit Kofferraum und 4,55 Meter Länge.
Im Fond bietet er genügend Bewegungsfreiheit.
Die Sitze sind eher auf Komfort als auf
Seitenhalt hin ausgelegt. Ausgeklügelte
Details wie beispielsweise die Getränkehalter
und viele sinnvolle Ablagen sind gut durchdacht.
Das Cockpit ist futuristisch gestaltet,
etwas zu verspielt, ohne aber allzu aufdringlich
zu wirken. Die Tugenden des Honda-Civic
sind weitestgehend auch in der Hybridversion
übernommen worden. Der Kofferraum (350
Liter) bietet im Vergleich zur klassischen
Version (456 Liter) etwas weniger Stauraum.
Das
Stauvolumen des Kofferraum beträgt
350 Liter. Die Rücklehne ist nicht
umklappbar
Mit der
Kraft von zwei Herzen
Der 1,3-Liter-Vierzylinder
leistet aufgrund verbesserter Ventilsteuerung
und neuer Elektronik in der zweiten Generation
70 kW (95 PS) und verfügt über
ein Drehmoment von 123 Newtonmeter. Dieser
wird von einem 15-kW (20 PS)-Elektromotor
unterstützt. Dieser steuert über
das Getrieb bis zu 103 Newtonmeter Drehmoment
bei. Der Elektromotor ist fest mit der Kurbelwelle
verbunden und sitzt zwischen Benzinmotor
und einem konventionellen stufenlosen CVT-Getriebe.
Beide
Motoren geben ihr Drehmoment über das
CVT-Automatikgetriebe nur an die Vorderräder
ab.
Genügend
gute Platzverhältnisse auf allen Plätzen
Für die
Beschleunigung von Null auf Tempo 100 braucht
der Civic Hybrid 12,1 Sekunden, den Topspeed
erreicht er bei 185 km/h. Honda verspricht
einen kombinierten Verbrauch von relativ
realitätsfernen 4,6 Liter auf 100 Kilometern:
Wir hatten einen Testverbrauch von 5,8 Litern
zu verzeichnen. Bei ökonomischer Fahrweise
immer noch einen tadelloser Wert. Wir nutzten
häufig die Klimananlage und andere
Annehmlichkeiten wie ab und zu Sitzheizung.
Immhin ist der Honda Civic Hybrid ein großes,
qualitativ hochwertiges und komfortables
Fahrzeug. Vor der Ampel schaltet die Start/Stopp-Automatik,
sobald der Fuß vom Gas geht oder etwas
länger auf dem Bremspedal verweilt,
den Vierzylinder ab, sofern keine Komforteinbußen
entstehen. Das spart Benzin, reduziert Abgas.
Wennoch möchten wir nicht verhehelen,
dass dieses Fahrzeug eher für einen
innerstädtischen Nutzungshintergrund
entsprechende Verbrauchsvorteile bietet.
Fahrer die einen Großteil der Strecken
auf der Autobahn absolvieren, wäre
womöglich ein klassischer Dieselantrieb
die verbrauchsärmere Alternative.
Der
1,3-Liter-Vierzylinder leistet 70 kW (95
PS). Dieser wird von einem 15-kW (20 PS)-Elektromotor
unterstützt.
Der Honda
Civic Hybrid mag es eher im mittleren Drehzahlbereich
Weniger souverän wirkt es, wenn der
schwachbrüstige Civic Hybrid mit vehementen
Gasfuss über Bergsteigungen gefahren
wird oder unter Volllast über die Autobahn
getrieben wird. Der Motor klingt dann gequält
und die Insassen vernehmen das mehr als
deutlich.
Das Vollgas-Verhalten ist grundsätzlich
ungewöhnlich. Zunächst eilt die
Motordrehzahl nach oben und verharrt auf
hohem Niveau. Die Geschwindigkeit steigt
dabei jedoch nicht so spontan wie die Drehzahlen.
Das sonst bekannte lineare Zusammenspiel
von steigenden Drehzahlen und Geschwindigkeit
bleibt aus und ähnelt eher einem Gummiband-Effekt.
Das stufenlose Automatikgetriebe (CVT für
Continuous Variable Transmission) wurde
für den Honda Civic Hybrid neu entwickelt.
Es ist sehr lang übersetzt, um mit
dem Kraftstoff möglichts sparsam umzugehen.
Das Getriebe schaltet stufenlos.
Im Alltag absolut unspektakulär und
unproblematisch
Den Anspruch, dass sich der Honda Civic
Hybrid wie jedes andere Auto mit Automatikgetrieb
fahren läßt, erfüllt der
Japaner in jeder Hinsicht. Und dies auch
ohne große Einweisung. Einfach einsteigen,
anlassen, losfahren. Die bunten Skalen im
Cockpit erschliessen sich bereits nach kurzer
Eingewöhnungzeit. Ein Druck mit dem
rechten Fuß setzt den Civic ganz normal
in Bewegung. Bei stärkerer Beschleunigung,
wächst im Kombiinstrument die Anzahl
der Leuchtbalken mit der Bezeichnung "Assist"
und zeugt von der abgerufene Unterstützung
des Elektromotors. Sofern die Batterie noch
über genügend Energie verfügt.
Im optisch gelungenen - wenn auch etwas
zerklüffteten Cockpit zeugt lediglich
diese kleine Anzeige links neben den Armaturen,
ob und wie stark der E-Motor gerade mithilft
oder ob er momentan als Generator fungiert
und die Batterien auflädt.
Fahreigenschaften
Der frontgetriebene Civic Hybrid glänzt
mit einem ausgezeichneten Handling und gutem
Geradeauslauf. Seine direkt ausgelegte elektrischen
Servolenkung EPS spricht auch um die Mittellage
sehr gut an. Die Fahrwerkskonstruktion unterscheidet
sich an der Hinterachse grundlegend von
der des normalen Civic, da hier eine aufwändige
Mehrlenkerhinterachse mit doppelten Querlenkern
zum Einsatz kommt. Im konventionell angetrieben
Civic ist es eine gewöhnliche Verbundlenker-Konstruktion.
Die straffe Auslegung ist gut gelungen.
Serienmäßig steht der Civic Hybrid
auf 15-Zoll-Rädern mit 195/65er Reifen.
Die Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet)
sind gut dosierbar und standfest, sprechen
aber nicht so spontan an wie im konventionellen
Civic.
Ausstattung und Preise
Der Civic Hybrid verfügt über
alle Annehmlichkeiten aktueller Fahrzeugeangefangen
bei der Klimatisierungsautomatik über
eine Sitzheizung, funkfernbedienter Zentralverriegelung,
elektrisch einstellbaren und beheizbaren
Außenspiegel, elektrischen Fensterhebern
vorne und hinten, Wärmeschutzverglasung
rundum, Sitzheizung vorne, Multifunktionslenkrad,
Alarmanlage bis hin zum MP3-CD-Wechsler
und genügende Platzverhältnisse.
Dies ist wie auch die umfangreiche Sicherheitsausstattung
alles serienmäßig. Diese umfasst
unter anderem ESP , ABS, sechs Airbags und
aktive Kopfstützen. Für die Lederausstattung
verlangt Honda einen Aufpreis in Höhe
von 1400,- Euro.
Technische
Daten Honda
Civic Hybrid Elegance 1.3
i-DSI i-VTEC IMA
Hersteller:
Honda
Karosserie:
Stufenheck-Limousine
Motor:
Vierzylinder-Benziner plus E-Motor (Mildhybrid)
Hubraum:
1.339
ccm
Leistung:
Benziner
70 kW (95 PS) bei 6.000 UPM
E-Motor 15 kW (20 PS) bei 2.000 UPM
Drehmoment:
Benziner
123 Nm/bei 4.600 UPM
E-Motor: 103 Nm von 0 bis 1.160 UPM
Von
0 auf 100: Handschalter
12,1
s
Höchstgeschwindigkeit:
185
km/h
Verbrauch
(ECE)
4,6
Liter
CO2-Ausstoß
109
g/km
Kraftstoff:
Benzin
Super Bleifrei ROZ 95
Schadstoffklasse
Euro
5
Leergewicht
1.368
kg
Kofferraum
350
Liter
Räder/Reifen
15
x 6 J mit 195/65 R15 85 H
Zuladung
352
kg
Tankvolumen
50
Liter
Versicherung
HP/VK/TK
16/19/20
Testwagenpreis:
26.390,-
Euro
Fazit:
Der "amerika-orientierte"
Honda Civic Hybrid ist ein gelungenes
Auto mit grundsoliden Tugenden, genügenden
Platzverhältnissen und ausgereifter
Technik. wenn von dem Hybrid-Aspekt
abstrahiert wird, dann ist der Honda
ein ganz normales Auto der Kompaktklasse
mit guten Allround-Eigenschaften. Der
Civic Hybrid hat zwar keine sportlichen
Ambitionen, dafür ist er umsomehr
ein Sparkünstler. Die allzu biedere
Stufenheck-Karosserie könnte allerdings
einem weitergehenden Erfolg in Deutschland
nachhaltig im Wege stehen. Aber vielleicht
spricht es sich ja herum, dass Sparen
bei diesem Fahrzeug nicht mit allzugroßem
Verzicht gleichzusetzen ist.
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