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AutoTest
Jaguar XF 3.0 Diesel S Luxury im ausführlichen Fahrbericht
Twin-Turbodiesel mit bärenstarken Drehmoment und genügsamen Durst

  • Spitzendiesel mit 2020KW (275 PS) sowie 600 Newtonmetern Drehmoment
  • Sechsgang-Automatik von ZF
  • Adaptives Fahrwerk ohne gravierende Schwächen
  • Ordentliche Verarbeitung
  • Zu Preisen ab 55.100 Euro
 


Im Test die Jaguar Limousine XF 3.0 Diesel S Luxury

Jaguar möchte zurück in die Upperclass der automobilen Oberwelt

Wir fuhren den neuen Jaguar XF mit doppelaufgeladenem Dreiliter-Diesel. Die Kundschaft von Jaguar präferiert nicht unbedingt die Selbstzünder, sondern tendiert eher zu hubraumstarken und vielzylindrigen Benzinern. Mit dem neuen Sechszylinder-Dieseltriebwerk im Jaguar XF könnte sich das durchaus ändern. Ob der neue 3,0 Liter große Dieselmotor auch Dieselskeptiker überzeugen kann klären wir in unserem nachfolgenden Fahrbericht.

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Ausstattungsvariante Luxury

Auch beim Design des XF müssen traditionsbewußten Jaguar-Kunden Toleranz walten lassen. Der XF überzeugt mit moderner zeitgemäßer Optik, die den bisherigen Jaguar-Design-Stil mit klassisch-britischem Barock wie beim Vorgänger S-Type nicht vermissen lässt.
An Stelle der typischen Doppelrundscheinwerfer prägen nun dynamisch geschlitzte Leuchten und verchromter Kühlergrill die Front. Die coupéartig abfallende Dachlinie rückt den Viertürer optisch deutlich in Richtung dynamische Sportlimousine. Das stimmig designte Heck schließt mit kurzen Überhängen kurz und knackig ab.


Auch im Winter hinterläßt die britische Limousine XF einen guten Eindruck

Interieur

Im Innenraum haben die Briten kräftig Hand angelegt und modernisiert. Die Insassen werden mit lichtem Interieur und feinen Materialien begüßt. Neben Holz und Leder gibt es ein klar und übersichtlich gestaltetes Cockpit, dass dem des zweitrigen XK sehr ähnlich ist. Der Innenraum des XF schafft mit viel Liebe zum Detail ein nobles Wohlfühl-Ambiente. Es ist ein gekonnter Mix aus Moderne und Tradition, die dem XF einen besonderen Charme verleiht.

Das neue britische Wohlfühlambiente überzeugt mit Charme und vielen technischen Finessen

 

Das Nachtdesign mit türkisbläulicher Beleuchtung von wichtigen Schaltern und Bedienelementen ist eine Klasse für sich. Etwas zu verspielt empfanden wir die die vielen technischen Features, wie beispielsweise den während des Einstieg sanft rot pulsierenden Start-Knopf oder ein breites horizontales Metallband im Alu-Look. Der runde Automatik-Wählhebel fährt erst beim Einschalten der Zündung langsam aus der Versenkung in der Mittelkonsole hoch. Mit einem sanften Berühren eines angedeuteten Punktes im Bereich des Handschuhfaches öffnet sich dieses vollautomatisch. Die Düsen der Belüftungsanlage öffnen sich erst nach dem Start des Motors. Die an sich bequemen Sitze lassen in scharf gefahrenen Kurven ein wenig Seitenhalt vermissen. Hinten im Fond bietet der Brite eine klassentypische Beinfreiheit, die kommodes Reisen ermöglicht.

Der Kofferraum fasst 540 Litern und lässt sich durch geteiltes umklappen noch erweitern


Auch ohne großflächige Kofferraumdeckel des Vorgängers S-type bietet der XF ein deutlich größeres Gepäckabteil mit 540 Litern Volumen. Durch (geteiltes) umklapen läßt sich dieser mit wenigen Handgriffen noch deutlich vergrößern.


Ein bärenstarker Selbtszünder mit dem Benziner-Sound


Den neuen Dieselmotor gibt es mit 240 oder 275 PS. Wir hatten gelegenheit die stärkere Variante S ausgiebig zu erfahren. Um es vorwegzunehmen: Mit dem neuen 3,0-Liter-Triebwerk haben dei britischen Ingenieure eine Meisterleistung vollbracht. Der neue 3,0-Liter-Diesel ist der stärkste Selbstzünder, den Jaguar je in ein Auto gepackt hat. Das Aggregat ist eine Weiterentwicklung des bisher seit dem Marktstart angebotenen 2,7-Liter-Motors. Mit Druck und jeder Menge Kraft räumt der neue Jaguar-Diesel auch die alerletzen Bedenken von Benziner-Fans sprichwörtlich aus dem Weg.



Der 3-Liter Diesel verfühgt über 275 PS ist ein bärenstarkes Aggregat mit 600Nm Drehmoment



Das Kraftpaket im "S" leistet 202 kW (275 PS) und verfügt über ein Drehmoment von 600 Nm. Damit gehört der Sechszylinder-Diesel zur absoluten Spitzengruppe in seinem Segment. Das Vorgänger-Aggregat kommt gerade mal auf 435 Newtonmeter bei 1.900 Umdrehungen pro Minute. Die Drehmomentenkurve verläuft beim neuen Dreiliter-Triebwerk deutlich steiler - und das spürt der Fahrer. Aus dem Stand, bereits bei Drehzahlen deutlich unterhalb 1.500 Umdrehungen, spurtet die Limousine mit soviel erfreulicher Vehemenz, dass es eine wahre Freude ist diesen agilen Jaguar zu fahren. Die imposanten technischen Daten sind in der Fahrpraxis stets präsent. Die souveräne Leistungsentfaltung, der kräftige Antritt und kraftvolle Durchzug konnte auch die letzten Kritiker in unserer Redaktion voll überzeugen. Letztlich bereitet dieser Dieselmotor jede Menge Fahrspass.


In nur 6,4 Sekunden geht es von null auf hundert Stundekilometer. Bei 250 km/h wird elektronisch abgeregelt. Der Abruf der vorhanden Kraft ruft zügig das Regelsystem ESP auf den Plan. Es ist weniger die Leistung von 275 PS, sondern das Drehmoment in Höhe von brachialen 600 Newtonmetern die sich nicht immer auf den Asphalt übertragen läßt. Aktuell ist uns im Wettbewerbsumfeld kein Hersteller bekannt der soviel Drehmoment aus sechs Zylindern und 3 Litern Hubraum zur Verfügung stellt. Bei dem neuen Triebwerk kommt die von Jaguar weltweit zum ersten Mal an einem V-Motor realisierte Aufladung mittels parallel und sequentiell geschalteter Turbolader zum Einsatz. Die Common Rail-Direkteinspritzung der dritten Generation, die in unserem Testwagen XF 3.0 D S eingebaut ist, arbeitet mit Einspritzdrücken von bis zu 2.000 bar.

Der Hersteller gibt im Drittelmix einen Kraftstoffverbrauch von 6,8 Liter je 100 Kilometer an. In unserem Testzyklus betrug der Verbrauch bei artgerechter Haltung der englischen Raubkatze allerdings knapp über 9 Liter. Ein Verbrauch der angesichts der Fahrleistung immer noch in Ordnung geht. Erstmal warm ist ein Nageln des Selbstzünder im inneraum kaum noch wahrnehmbar. Bei einem beherzten Tritt aufs Gas gibt der Twinturbo sogar einen sonorigen kernigen Sound mit fauchigem Unterton von sich. Der im übrigen völlig dieseluntypisch ist. Der neue Motor erfüllt die Euro-5-Norm.


Das stimmig designte Heck schließt mit kurzen Überhängen kurz und knackig ab

Sechsgangautomatik

Die über den Drehregler zu bedienende Sechsgang-Automatik harmoniert durch eine gelungene Abstimmung mit dem 3-Liter-Dieselmotor. Die schnell schaltende Sechsgangautomatik von ZF schaltet sehr ruckarm durch die Gänge. Ein Druck auf den Zielflaggen-Knopf läßt die Gasannahme etwas direkter erfolgen.

Fahrleistungen

Der Hecktriebler kann sowohl auf Autobahnen als auch auf Landstraßen mit ausgewogenen Fahreigenschaften und genügend Agilität überzeugen. Diverse elektronische Hilfen tragen dazu bei, die enorme Kraft sicher auf der Straße zu bringen. Die Fahrzeugcharakteristik läßt sich vom Fahrer per Knopfdruck beeinflussen. Neben der Normaleinstellung gibt es einen Sportmodus mit einem toleranteren ESP sowie ein Fahrprogramm für Schnee und Eis, das etwas mehr Schlupf zulässt. Bei dem adaptiven Fahrwerk werden die Dämpfersysteme blitzschnell bis zu 100 Mal pro Sekunde an den jeweiligen Straßenzustand und den Fahrstil angepasst. Dies ermöglicht eine leichte Beherrschbarkeit und bietet einen Abrollkomfort, der sonst allenfalls eine Klasse höher zu suchen war. Der lange Radstand von 2,9 Metern, eine satte Straßenlage sowie gutes Federungsverhalten schlagen sich auch in den Fahreigenschaften nieder.

Die Limousine verfügt über einen Wendekreis von 11,48 Metern und ist damit gerade noch innenstadttauglich. Serienmäßig helfen beim rückwärtigen Einparken entsprechende Piepser.


Die lange Motorhaube des XF

Technische Daten Jaguar XF 3.0 D S Luxury
Hersteller: Jaguar
Karosserie: Viertürige Limousine
Motor: 6-Zylinder-Diesel mit Twin-Turboaufladung
Ventile pro Zylinder 4
Getriebe 6-Gang Automatik (ZF)
Hubraum: 2993 ccm
Leistung: 202 kW (275 PS) bei 4000 U/min
Drehmoment: 600 Nm bei 2000 U/min
Von 0 auf 100: 6,4 s
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h (abgeregelt)
Verbrauch (ECE): 6,8 Liter
CO2-Ausstoß: 179 g/km
Kraftstoff/Tankinhalt Diesel/ 69,5 Liter
Kofferraum nach VDA 540 Liter
Leergewicht 1.820 kg
Wendekreis 11,48 m
Länge 4.960 mm
Breite 1.880 mm inkl. Seitenspiegel
Höhe 1.46 mm
Preis brutto: ab 55.100,- Euro


Die 18 Zoll-Felgen gehören zum Serienumfang in der Luxury-Ausstattung

Preise


Die umfangreiche Serienausstattung umfasst unter anderem das 6-Gang Automatikgetriebe, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Parksensoren, 18-Zoll-Felgen, 7 Zoll-Touchscreen, Keyless Start, Bond-Grain-Lederbestuhlung und eine elektrische Sitzverstellung. Der neue Selbstzünder steht ab April im modellgepflegten Jaguar XF zu Preisen ab 55.100 Euro (brutto) zum Verkauf. Eine geringfügig leistungsreduzierte Version mit 500 Nm und 240 PS steht zu Preisen in Höhe ab 51.800 Euro zur Verfügung.


Dieser Jaguar überzeugt mit deutschen Tugenden

Der bärenstarke doppelaufgeladenen Diesel macht die luxuriöse Limousine zum schnellen und komfortablen Reisewagen, der sich weder vor einem Modellbruder mit V6-Ottomotor noch vor dieselgetriebenen deutschen Wettbewerbern zu verstecken braucht. Der 3,0-Liter-Motor ist ein kräftiger Leistetreter sowie eine äußerst sparsame Alternative zu den Sechs- und Achtzylinderbenzinern und lässt den Briten in Sachen Fahrleistung zu seinen Wettbewerbern voll aufschliessen. Aber auch Design, eine beachtliche Verarbeitung, Innenraumgestaltung und Ambiente können überzeugen. Vorbei sind auch die Zeiten, als man einen Zweitwagen als Ersatzfahrzeug brauchte, um die Wwerkstattaufenthalte des Jaguar zu überbrücken. Der Brite avanciert damit zu einer individuellen Alternative der deutschen Premiumklasse.


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Weitere Informationen:

www.jaguar.de


 


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