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AutoTest
Jeep Compass Limited 4x4 2.2 CDR
im Test
Wie ein kleiner Grand Cherokee: Comeback als gelungene Neuauflage

  • Mit dem Compass möchte Jeep gegen die europäischen SUV-Allianz bestehen
  • Mit umfangreichem Facelift und neuer Technik als Modell 2011
  • Mercedes Diesel sorgt für niedrige Verbräuche
  • Testwagenpreis ab 31.800 Euro
 


Der neue Jeep Compass Limited 4x4 2.2 CRD mit neuer Optik und neuer Technik im Test

Die traditionsreiche Geländewagenmarke orientiert sich mit dem Compass neu

Der Jeep Compass tritt seit Juni 2011 in Deutschland zu einem Comeback an. Weiterhin preiswert aber deutlich überarbeitet und sichtbar wertiger. Nachdem der kompakte Geländewagen 2009 mangels Erfolg aus dem Programm genommen wurde, erhält er nun nach einer gründlichen technischen und vor allen Dingen optischen Frischzellenkur eine zweite Chance.



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Der erstmals auch mit reinem Frontantrieb erhältliche Wagen schickt sich an, frühere Makel vergessen zu machen. Moderne Diesel-Aggregate von der Mutter Fiat sollen für einen zeitgemäßen Verbrauch sorgen. Eine bekannte und starke Marke ist druch nichts zu ersetzen. Und der Name Jeep steht weltweit als synonym für Geländewagen und ist einer der Assets im Fundus der von Fiat übernommen Marke Chrysler. Nach fast zwei Jahren Pause kehrt der Basis-Jeep nun unter Fiat-Regie zurück. Der überarbeitete Jeep Compass markiert zukünftig das Einstiegsmodells der offroad-orientierten Geländewagen-Marke mit 75 jähriger Historie.

 

Der rustikale Cherokee und der eng mit dem Compass verwandte Patriot werden in Deutschland und einigen anderen europäischen Markten zwischenzeitlich nicht mehr angeboten. Umso größer ist die Bedeutung die nun dem kompakten Compass zukommt. Wir haben Jeeps "kleinsten" einem ausführlichen Fahrbericht unterzogen. Abgesehen von den kosmetischen Eingriffen fand wohl die wichtigste Änderung unter der Motorhaube statt. Statt des veralteten und lauten 2,0-Liter-Pumpe-Düse-Diesels von VW kommt nun einen 2,1-Liter-Selbstzünder mit 163 PS zum Einsatz, den der Ex-Partner Mercedes beisteuert und der ansonsten in der aktuellen C-Klasse seinen Dienst verrichtet. Er wird in zwei Leistungsstufen mit 136 PS oder 163 PS angeboten.


Der Kompakt-SUV Jeep Compass wurde optisch neu ausgerichtet

Design - eine gelungene Optik in einem zweiten Anlauf

Die Überarbeitung hat ihm sichtlich gut getan. Der in Belvidere / Illinois produzierte Jeep Compass sieht nun von vorne wie ein geschrumpfter Grand Cherokee aus. Die Front kommt nicht mehr so pausbäckig daher. Die klassische Kühlereinteilung mit den sieben Lüftungsschlitzen sowie das Austauschen der runden Scheinwerfer gegen rechteckige Beleuchtungseinheiten lassen den Compass deutlich wertiger und selbstbewußter wirken. Durch den schmaleren Kühlergrill wirkt der Compass auf den Betrachter deutlich breiter, bulliger und aggressiver. Die Linienführung der Karosserie ist nicht mehr so verspielt wie die des Vorgänger. Dazu trägt auch eine neue Motorhaube und die gegätteten Kotflügel bei.

 

Fenster, Außenspiegel und das gesamte Heck haben sich hingegen nur wenig oder gar nicht verändert. Geblieben ist auch das Gimmick der im Fensterrahmen versenkten Griffe für die Hecktüren. Eine Lösung die nicht unbedingt zu überzeugen weiss. Die Heckleuchten sind in aktueller LED-Technik ausgeführt. Auffällig auch ein kleiner Spoiler. In der von uns gefahrenen Ausstattungsvariante Limited glänzt zusätzlich eine breite Chromleiste unterhalb der Ladekante sowie ein verchromtes Auspuff-Endrohr. Der kompakte SUV bietet auf eine Länge von 4,45 Metern Platz für bis zu fünf Personen. Seine direkten Wettbewerber wie VW Tiguan, Toyota RAV4 oder Mercedes GLK überagt er damit ein klein wenig in der Länge. Der Jeep Compass steht serienmäßig auf 17 Zoll großen Leichtmetallrädern bei den Sport-Modellen beziehungsweise 18 Zoll großen Leichtmetallrädern bei den Limited-Modellen.


Die optische Auffrischung des kleinen Offroaders ist rundherum gelungen

 

Innenraum

Auch im Interieur haben die Amis kräftig nachgebessert und das ist nicht untertreiben.. Jeep hat den Innenraum völlig neu möbliert. Der Compass wirkt deutlich ansprecheneder durch eine sichtbar bessere Verarbeitung und bessere Materialien. Statt des bislang üblichen anti-haptischen Hartkunststoff-Wüste herrscht nun eine wohnlichere Atmosphäre vor.


Operation gelungen: Auch im Innenraum haben die Amis kräftig Hand angelegt


Jeep hat es geschafft Materialien zu verbauen, die weich gepolstert sind und sich gut anfassen lassen. Das verbesserte Finish lassen die Qualitätsanmutung in einem deutlich besseren Licht erscheinen. Für eine edle Note sorgen die schicken Chrom-Einlagen. Die Türverkleidungen sind ebenfalls besser geworden, der linke Arm ruht jetzt auf einem weichen Lederpolster. Auch die Mittelarmlehne wandelte sich vom massiven Klotz zu einem echten Ellenbogen-Schmeichler. Dazu kommt ein aufgeräumtes Armaturenbrett mit klaren Formen und logischen Strukturen. Positiv fällt das neue Lenkrad mit den wichtigsten Bedienelemente für Tempomat, Radio und Freisprecheinrichtung auf, das nun in allen Jeep-Modellen zum Einsatz kommt. Ebenfalls überzeugend die wieder wettbewerbsfähige Integration der Unterhaltungs-Elektronik.


Das Interieur wurde gegenüber dem Vorgänger kräftig renoviert

 

Der Kompakte SUV verfügt über Genügende Platzverhältnisse für alle Passagiere. Die Sitze bieten genügend Beinauflage und taugen auch für längere Strecken. Das Raumangebot ist gut und die Variabilität gut durchdacht. Vorne finden selbst groß gewachsene Passagiere bequeme Platzverhältnisse vor. Hinten kann es dagegen schon ein wenig enger werden. Der Laderaum bietet 458 Liter Stauraum. Im umgeklappten Modus sind bis zu 1269 Liter Stauraum möglich. Außerdem gibts eine ebene Ladefläche, wenn die Sitze umgeklappt sind und ein vollwertiges Ersatzrad. Übrigens läßt sich auch der Beifahrersitz vollständig nach vorne klappen und die Ladefläche verlängern.

Ebene Ladefläche und variable Sitzverstellung

 

Dieselmotor mit deutschen Genen

Neben zwei Benzinern mit zwei (115 kW/156 PS) und 2,4 (125 kW/170 PS) Litern Hubraum ist vor allem der von uns gefahrene komplett neu entwickelte 2,2-Liter-Common-Rail-Turbodiesel für den europäischen Markt interessant. Der Selbstzünder von Mercedes wird in den beiden Leistungsstufen 136 und 163 PS angeboten. Die stärkere Variante schiebt den Allradler ohne Anfahrschwäche an. Die Dämmung könnte etwas besser sein. Denn der Moztor meldet sich über einen unüberhörbaren und kernigen Unterton, den selbst laute Windgeräusche nicht kaschieren. In der kräftigen von uns gefahrenen Allrad-Version - die gedrosselte Version desselben Motors gibt es nur beim Fronttriebler - stemmt der Motor ein maximales Drehmoment von 320 Nm auf die Kurbelwelle. Damit fährt es sich sehr komfortabel und ermöglicht eine schaltfaule und sparsame Fahrweise in den hohen Gängen. Der Compass beschleunigt schon leichtfüßig auch aus niedrigen Drehzahlen heraus. Überholvorgänge gestalten sich zügig und auch an Steigungen hängt der Motor gut am Gas. Den Paradesprint von 0 auf Tempo 100 absolviert der Compass in 10,6 Sekunden. Generell Motor hat leichtes Spiel mit den immerhin 1605 Kilogramm des Compass. Eine weitere Beschleunigung endet erst bei der Höchstgeschwindigkeit von 201 Stundenkilometer. Schon von unten heraus liefert der Mercedes-Diesel 320 Newtonmeter und beschleunigt das SUV zügig aus dem Stand. Leise ist der Vierzylinder nicht aber er arbeitet sparsam und hält sich im Verbrauch zurück. Die Herstellerangabe des Verbrauch im Drittelmix (NEFZ) beträgt 6,6 Liter auf 100 Kilometer. Wir hatten einen Test-Verbrauch von knapp 7 Litern. Ein achtbarer Wert in Anbetracht fehlender effizienzsteigernder Mittel wie beispielsweise Start-Stopp-System oder Bremsenergie-Rückgewinnung. Übertragen wird die Kraft ausschließlich über eine manuelle (präzise schaltbare) 6-Gang-Schaltung. Eine Automatik steht nicht zur wahl. Wer keinen Selbstzünder mag, dem steht alternativ weiterhin der bewährte Chrysler-"Weltmotor" mit 2,4 Liter Hubraum und 170 PS zur Wahl. Dieser läßt sich dann auch wahlweise mit einer stufenlosen CVT-Automatik kombinieren. Ergänzt wird das motorische Angebot noch durch einen kleineren Zweiliter-Benziner mit 156 PS.


Der von der alten Mutter Mercedes übernommene 2.2 CRD harmoniert sehr gut mit dem neuen Compass: Obwohl kräftig und druckvoll sorgt der Motor für einen enthaltsamen Durst

 

Fahr- und Offroadeigenschaften des urbanen kompakt-SUV

Die Ingenieure von Jeep nahmen sich im Rahmen der Überarbeitung auch der Fahrwerksabstimmung und der Lenkung an. Alles in allem führte dies zu einer deutlich dynamischeren und direkteren Auslegung. Der Compass lässt sich auch agil über kurvige Landstraßen führen. Ohne ausgeprägte Wankneigung in scharf gefahrenen Kurven arbeitet die Federung sanft und für ein SUV angenehm komfortabel.


 

Der permanente 4x4 Allradantrieb beinhaltet eine elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung im Verteilergetriebe und einen schaltergesteuerten 4x4-Sperrmodus mit 50:50-Aufteilung. Im Alltag ist der Compass als Fronttriebler unterwegs. Die Geländeeigenschaften beinhalten eine Bodenfreiheit von 205 mm vorne und 209 mm hinten, eine Wattiefe von 279 mm, Böschungswinkel von vorne 20 Grad und hinten 32 Grad sowie ein Rampenwinkel von 20 Grad. Für leichte Geländeausflüge steht eine Bergan- und Bergabfahrhilfe zur Verfügung.


Im Gegensatz zum Vorgänger durchaus ein SUV, das man nicht trotz, sondern wegen seines Designs kaufen kann

Weniger überzeugen können die nicht sehr bissigen und fadingempfindlichen Bremsen. Hier sollte Jeep unbedingt nachbessern. Das neu abgestimmte Fahrwerk kann überzugen. Auch wenn es zuweilen immer noch ungebetne Informationen über vorhandene Querfugen auf dem Starßenbelag an die Insassen weiterreicht. Eventuell liegt dies auch an den großen 18-Zoll-Rädern (Serie bei Limited).


Ausstattung und Extras


Erweitert wurde die Ausstattung: Serienmäßig gibt es für alle Compass-Modelle unter anderem den Schleuderschutz ESP, Seiten- und Vorhang-Airbags, Berganfahrhilfe, Klimaautomatik, Tempomat und 17-Zoll-Alufelgen. Die Basisversion des Compass ist jedoch wenig Jeep-typisch auch weiterhin mit Frontantrieb zu bekommen. Optional gibt den einfachen Allradantrieb Freedom Drive I oder Freedom Drive II mit Offroad-Package. Mit dem Freedom-Drive-II-Paket gibt es eine modifizierte Hinterachsübersetzung mit Untersetzung, mit der der Compass auch abseits befestigter Straßen und im harten Geländeeinsatz überzeugen will. Die teuerste Ausstattungsvarinate Limited in unserem Testwagen zeigt sich von ihrer feinen Seite. Das hier beschriebene Fahrzeug verfügte über das Freedom-Paket. Serienmäßig sind hier Ledersitze, elektrisch verstellbarem Fahrer- und Beifahrersitz, Lederlenkrad mit Audio- und Tempomat-Bedienung, Klimaautomatik, elektrische Fensterheber, elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel sowie ein Boston Accoustics Soundsystem mit ordentlich wumms. Die Cupholder sind sogar beleuchtet.


Technische Daten Jeep Compass Limited 4x4 2.2 CRD 120 kW (163 PS)
Hersteller: Jeep
Karosserie: Fünftürig
Motor: Commonrail-Diesel
Hubraum: 2.143 ccm
Leistung: 120 kW (163 PS)
Drehmoment: 320 Nm/ab 1.400 bis 3.600 UPM
Von 0 auf 100: 10,6 s
Höchstgeschwindigkeit: 201 km/h
Verbrauch (ECE) 6,6 Liter
CO2-Ausstoß PDK 172 g/km
Kraftstoff: Diesel
Schadstoffklasse Euro 5
Kofferraum (Liter) 458 bis 1.269 Liter
Gesamtgewicht 1.605 kg
Zuladung 470 kg
Basis-Preis Ausstattungsvariante brutto: 31.800,- Euro
Testwagenpreis (Limited m. Freedom) 33.575,- Euro



Fazit: Genügsamer läßt sich bisher kein Jeep bewegen

Es tut sich was bei Jeep: Zwischenzeitlich komplett unter den Fittichen der Mutter Fiat setzt die traditionsreiche US-Marke zum Sprung an. Es ist nur allzu verständlich, dass Jeep das wichtige Mittelklasse-SUV-Segment nicht kampflos den Wettbewerbern überlassen möchte. Der Design-Schnitt hat dem Compass augenscheinlich gut getan und könnte den Kundenkreis der Modellreihe verjüngen. Deutlich verbessert haben sich nach der Modellpflege auch Verbrauch und Geräuschniveau. Endlich einmal wieder ein schöner und handlicher Offroader von Jeep, der auch erschwinglich ist und den Namen Jeep auch verdient. Vergessen sind die Fehltritte noch unter Mecedes-Ägide. Zwar folgt bereits 2013 - eingebunden in die Baukastenstruktur des Fiat-Konzerns - die komplett neue Nachfolge-Generation des Compass. Lohnt sich also noch der Kauf der aktuellen Generation? Wir meinen zweifelsfrei "ja" !



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Weitere Informationen:

www.jeep.de


 


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