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AutoTest
Kia Sportage Spirit 1,7 CRDi 2WD im Test
Charakterstarker und genügsamer Kompakt-SUV

  • Trend geht weiter zu Kompakt-SUV
  • Sehr sparsamer Diesel (116 PS) mit 6,5 Litern Testverbrauch
  • Verarbeitung auf hohem Niveau
  • Preise ab 22.250 Euro; Testwagenpreis 29.800 Euro
 


Im Test der Kia Sportage Spirit 1,7 CRDi 2WD


Schicker Tiguan-Gegner aus Korea

Der Trend geht zweifelsfrei zu den kompakten SUVs. Die soziale Akzeptanz, Verbrauch und niedrigeres Gewicht sowie ein damit deutlich besseres Handling bei höhere Agilität und geringeren Anschaffungskosten sprechen für die Spezies der kompakten Geländewagen.

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Ein weiterer Trend ist den kleinen Offroader optional nur mit einem Zweiradantrieb auszurüsten. Einen solchen Vertreter haben wir jetzt getestet. Den Kia Sportage 1,7 CRDi in der frontgetriebenen EcoDynamics-Variante mit Start/Stop-System. Der überwiegende Teil der SUV-Käufer kann oder möchte das Potenzial eines voll geländegängigen Fahrzeugs nutzen. Daher ist es konsequent, dass auch Kia seine Einstiegsversionen ohne Allradantrieb anbietet und damit eine wichtige Vorausetzung für niedrige Verbrauchswerte schafft.

 

Mit 2WD-Frontantrieb werden von den Koreanern ein 1,6-Liter-Direkteinspritz-Benziner mit 135 PS und ein 1,7-Liter-Common-Rail-Diesel mit 116 PS angeboten. Für unseren Fahrbericht fiel die Wahl auf den Basis-Diesel, der - so viel sein vorweggenommen - ein echtes Verbrauchswunder ist. Leistungsmäßig ist er nominell schwächer, dieseltypisch aber mit einem kräftigeren Drehmoment ausgestattet - 260 Nm zwischen 1250 und 2750 Touren stehen 165 Nm bei 4850 Touren im Otto-Modell gegenüber.


Direkte Wettbewerber des Sportage sind der VW Tiguan, Toyota RAV4, Audi Q3, Opel Anatara , Ford Kuga, Nissan Qashqai und auch dem weitgehend bauähnliche Konzernbruder Hyundai iX35.

Design - alles andere als optische Langeweile

Die seit 2010 produzierte dritte Sportage-Generation zeichnet sich durch gelungene Proportionen in einer modernen Formensprache aus: Große, glatte Flächen, niedrige Fenster, hohe Gürtellinie sowie die Front mit flacher Frontscheibe und mächtigem Kühlergrill - die Optik mit stämmigen Auftritt ist gelungen. Der Sportage wirkt so bullig wie kein anderes SUV in seiner Klasse. Die Front bekennt sich zum Familiengesicht, mit typischem Kühlergrill samt Kia-Spange. Design und Entwicklung fanden in Deutschland statt. Das Designer-Team um den Ex-Audi-Designer Peter Schreyer hat beim Sportage eine hervorragende Arbeit geleistet. Die Marke Kia wird konsequent Baureihe um Baureihe emotional aufgeladen. Gebaut wird der kompakte SUV in der Slowakei. Damit ist der Sportage streng genommen eher ein Europäer als ein Koreaner. Die technische Basis teilt er sich mit dem iX35 der Schwestermarke Hyundai.


Die klaren, glatten Flächen samt hoher Gürtellinie lassen den Sportage eindrucksvoll wirken

Interieur

Auch im Interieur bietet der sportage viel Style. Materialauswahl und Verarbeitung stimmen auch im Inneraum. Praktische Ablageflächen, gute Konnektivität (USB + iPod) und eine 2-Zonen-Klimaautomatik sind weitere Vorteile. Die Abmessungen sind großzügig. Auf einer Länge von 4,44 Metern und einem Radstand von 2,64 Meter ermöglicht der Sportage geräumige Platzverhältnisse. Viel Licht spendet das optionale Panorama-Dach (900 Euro), das auf Knopfdruck elektrisch öffnet. In den ergonomisch gut geformten Ledergestühl unseres Testwagens lassen sich auch lange Autobahnfahrten problemlos absolvieren.


Auch hinten im Fond sitzen die Fahrgäste sogar auf längeren Strecken recht komfortabel mit genügend Kopf und Beinfreiheit. Der Kofferraum verfügt über ein Stauvolumen von 564 Litern (VW Tiguan: 505 Liter) und dank geteilt umklappbarer Rückbank läßt sich dieser bis zu 1353 Liter erweitern. Die Ladefläche im zusammengeklappten Zustand ist leider - anders als beim Vorgänger - nicht völlig eben. Es bleibt ab den Sitzen eine leichte Steigung. Als Fahrer genießt man die erhöhte Sitzposition und die gute Rundumsicht. Leider schränkt die massive D-Säule den Blick seitlich hinten etwas ein. Die schön gestalteten Instrumente sind gut ablesbar. Das Cockpit mit der Abstufung zwischen der leicht zurückversetzten Klima- und der darüber angeordneten Audioeinheit ist klar gegliedert, wirkt solide verarbeitet und verfügt über viele Ablagen inklusive großer Flaschenhalter in den Türen. Der geschwungene Armaturenträger überzeugt mit schön gestalteten Lüftungsdüsen. Die Bedienung aller Funktionen ist weitgehend selbsterklärend. Überzeugend auch das multifunktionale Lederlenkrad zur Steuerung für Audioanlage, Tempomat und Telefon. Lediglich den Zugriff auf die Funktionen des Bordcomputers hätten wir uns ebenfalls vom Lenkrad aus gewünscht. Diese funktioniert leider nur über eine Taste am Rand der Tachoanzeige.


Das Einparken muss man allerdings nicht scheuen. Ab der zweiten Ausstattungsstufe Vision gibt es eine Einparkhilfe und in der darüber liegenden Stufe Active ist sogar eine Rückfahrkamera Teil der Serienausstattung.

 

Antrieb mit kleinem Selbstzünder überraschend agil

Den Koreaner gelingt es zunehmend besser, über hohe Qualität und ansprechendes Design zu punkten. Mit dem aktuellen Sportage der seit Sommer 2010 angeboten wird, erhöhen die Koreaner seit wenigen Monaten die Attraktivität zusätzlich mit einem neuen Basisdiesel und Zweiradantrieb. Die 1,7-Liter-Version aus der "U2"-Motorenfamilie wurde im deutschen Forschungs- und Entwicklungszentrum von Kia in Rüsselsheim entwickelt. Der kleine Basis-Selbstzünder des Sportage verfügt über eine Leistung von "nur" 116 PS und arbeitet ruhiger, schadstoffärmer und sparsamer als die bisherigen "U2"-Motoren. Mit 116 PS unter der Haube hat uns der neue Kia Sportage 1.7 CRDi äußerst positiv überrascht. Wir hatten einen eher schwachbrüstigen Einstiegsdiesel für das schicke Kompakt-SUV erwartet. Gibt man sich dem Zahlenspiel im Datenblatt hin, würde man annehmen, dass 116 PS mit dem Leergewicht von 1551 Kilogramm völlig überfordert sind. Aber diese Maschine erweist sich im Fahrbetrieb alles andere als saft- und kraftlos. Das schon sehr früh anliegende maximale Drehmoment - ohne auch nur den Hauch eines Turboloch - widerlegt diese Annahme gründlich. Ganz im Gegenteil. Der Sportage wirkt leichtfüßig und agil.



Der Motor wuchtet ein maximales Drehmoment von 260 Newtonmetern im breiten Drehzalhbereich von 1.250 bis 2.750 Umdrehungen auf die Kurbelwelle. Die konstante Durchzugskraft der Maschine steht somit fast über den gesamten sinnvoll nutzbaren Drehzahlbereich zur Verfügung. Beim Ampelduell können sogar kurzfristig die Reifen zum Quietschen gebracht werden. Der Topspeed beträgt 173 km/h und ist für die meisten Zeitgenossen absolut alltagstauglich. Für den Standard-Sprint von 0 auf 100 km/h benötigt der Sportage 12,3 Sekunden und benötigt damit nur 2,5 Sekunden länger als der potenteste Kia Sportage mit 184-Diesel-PS. Der 1,7 CRDi ist die passende Motorisierung für ein entspanntes Vorankommen und alljene, denen das Sportliche definitiv nicht primär im Vordergrund steht. Durch den Verzicht auf den Allradantrieb ergibt sich verglichen mit den Allradmodellen ein Gewichtsvorteil von bis zu 181 Kilogramm. Zusammen mit dem serienmäßigen Start-Stop-System ISG erweist sich der Sportage 1.7 CRDi 2WD als genügsames Fahrzeug: Der Normverbrauch im Drittelmix (NEFZ) beträgt laut Herstellerangaben (mit Start-Stop-System) 5,2 Liter. Dies entspricht einer CO2-Emission von 135 Gramm pro Kilometer (ohne Start-Stop-System: 139 Gramm). Während unserer Testfahrt betrug der Verbrauch deutlich unter 6,5 Liter. Geschaltet wird über ein gut abgestuftes manuelles 6-Gang-Getriebe. Der Sportage 1.7 CRDi wird ausschließlich mit Frontantrieb angeboten. Das tadellos arbeitende Start-Stop-System ISG gibt es für 300 Euro extra. Eine Schaltpunktanzeige weist den Fahrer auf den jeweils günstigsten Zeitpunkt für den Gangwechsel hin



Fahrverhalten

Auch betreffend Fahrkomfort und Lenkung gibt sich der Koreaner überzeugend. Das Fahrwerk ist straff abgestimmt. Obwohl Sportage und ix35 auf derselben Fahrwerks-Architektur stehen, fühlt sich der Kia spürbar straffer an. Der SUV überzeugt durch sein straffes, aber dennoch nicht unkomfortables Fahrwerk. Zusammen mit den 17-Zöllern wirkt das Fahrverhalten regelrecht sportlich. Der neue Sportage verfügt über eine für einen SUV hervorragende Kurvenlage. Der Koreaner wankt nicht und schaukelt sich auch nicht auf. Leichte Schwächen offenbart das Fahrwerk allenfall bei kurzen Bodenwellen und quitiert dies mit einer Neigung zu leichtem Stuckern. Auch die Dosierung der geschwindigkeitsabhängigen Lenkkraftunterstützung ist oberhalb Tempo ab 80 km/h zu unpräzise bzw. zu schwergängig. Mit einem Wendekreis von 10,6 m lässt er sich in der Stadt gut manövrieren und macht auch das Einparken zu keiner schwer lösbaren Herausforderung.


Ausstattung und Preise

Kia bietet den Sportage in drei Ausführungen an. Der Einstieg findet über die Basisausstattung "Attract" statt. Bereits diese verfügtüber eine umfangreiche Serienausstattung wie u.a. Audiosystem mit CD-Radio, Klimaanlage, Konnektivität für USB-, AUX- und iPod, Bordcomputer, 16 Zoll Leichtmetallfelgen und Frontscheinwerfer mit Heimleucht-Funktion ("Follow-me-home"). Zur mittleren "Vision"-Ausführung gehören zudem LED-Tagfahrlicht, Parksensoren hinten, Regensensor, Nebelscheinwerfer, Kurvenlicht, 17 Zoll Leichtmetallfelgen und eine Dachreling. Die Topversion "Spirit" verfügt zusätzlich über ein schlüsselloses Zugangssystem (Keyless Go) mit Startertaste, Xenon-Scheinwerfer, Navigationssystem, Multifunktionslenkrad, Geschwindigkeitsregelanlage, 18 Zoll Leichtmetallfelgen und eine Rückfahrkamera. In unserem Testwagen sind als weitere aufpreispfichtige Extras Teilledersitze in schwarz (750 Euro), das Panoramadach (900 Euro) sowie ein Start/Stop-System (300 Euro) verbaut. Der Sportage kommt so auf einen Listenpreis von 29.860 Euro.


 

Technische Daten Kia Sportage Spirit 1,7 CRDi 2WD
Hersteller: Kia
Karosserie: Fünftürig
Motor: Reihendreizylinder-Turbodiesel
Hubraum: 1.685 ccm
Leistung: 85 kW (116 PS) bei 4000 UPM
Drehmoment: 260 Nm bei 1.250 - 2.750 UPM
Von 0 auf 100: 12,3 s
Höchstgeschwindigkeit: 173 km/h
Verbrauch (ECE) 5,2 Liter (5,3 Liter mit Start/Stop)
CO2-Ausstoß 114,6 g/km
Kraftstoff: Diesel
Schadstoffklasse/Emissionsschlüsselnr. Euro 5 / 35A0
Kofferraum (Liter) / umgeklappt 564 Liter / 1.353 Liter
Leergewicht 1.490 kg
Zuladung 450 kg
Länge/Breite/Höhe (mm) 4440 x 1855 x 1635
Wendekreis 10,58 Meter
Testwagenpreis 29.860,- Euro
Basis-Preis Ausstattungsvariante brutto: 27.910,- Euro




Fazit: Emporkömmling kann deutlich mehr als nur gut aussehen

In Bezug auf die gute Ausstattung, den ausgewogenen Fahrkomfort und den niedrigen Verbrauch stellt der Kia Sportage 1,7 CRDi 2WD eine gute Wahl und gelungene Alternative zu deutschen Wettbewerbern wie den VW Tiguan dar. Die Zeiten, in denen sich Modelle koreanischer Hersteller vorrangig durch den Preis in das Käufer-Bewußtsein geschoben haben, gehören schon lange der Vergangenheit an. Kia gelang der Wandel zur Lifestyle-Marke: Technik, Design und Verarbeitung haben sich zwischenzeitlich auf Augenhöhe zu den deutschen Wettbewerbern emporgekämpft. Seit 2002 haben die Koreaner ihren Marktanteil mehr als verdoppelt. Und es ist unschwer vorherzusagen, dass diese Erfolgsstory weitergeht. Von der Qualität der eigenen Fahrzeuge ist Kia inzwischen selber überzeugt. Das zeigt sich u.a. in der enorm langen Garantiezeit von sieben Jahren, bis zu einer Laufleistung von 150.000 Kilometer. Eine Mobilitätsgarantie im Fall einer Panne gilt ebenfalls für sieben Jahre ohne Kilometerbegrenzung.




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Weitere Informationen unter:

www.kia.de


 

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