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AutoTest
Italo-Amerikaner: Fiat Freemont Lounge 2.0D Allrad im Test
Was leistet der Grossraum-Crossover mit bis zu sieben Sitzplätzen?

  • Fahrbericht Fiat Freemont mit Allradantrieb
  • 2-Liter Dieselaggregat 125 kW (170 PS) von Fiat mit Automatikgetriebe
  • Gute Fahreigenschaften - aber hoher Verbrauch aufgrund des hohen Gewichts
  • Sehr variables Interieur mit guter Materialauswahl und -verarbeitung
  • Testwagenpreis 34.790 Euro
 



Im ausführlichen Test der US-Import des Fiat Fremont mit 2-Liter Diesel und Allrad (AWD)


Italo-Ami im Test

Ist er nun ein Van oder ein SUV? Fiat bietet seit März 2012 den Freemont ab auch mit Allradantrieb an. Und hier verschieben sich die Grenzen noch stärker. Die Allradversion des Freemont (AWD) ist nur mit dem großen 125 kW (170 PS) starken Diesel und Sechsgang-Automatikgetriebe erhältlich.

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Wir haben diesen Italo-Amerikaner in der Lounge-Ausstattung als Siebensitzer einem ausführlichen Fahrbericht unterzogen. Ist der Freemont eine Alternative zu großen SUVs wie Audi Q7 oder Vans klasssichen Zuschnitts wie VW Sharan und Ford Galaxy? Mit 4,89 Meter ist der Fiat sogar vier Zentimeter länger als der Van aus Wolfsburg. Auch die Höhe von 1,69 Meter kommt knapp an das Niveau des Sharan heran.

Herkunft: Dem Fiat Freemon sind seine US-Gene auf den ersten Blick anzusehen


Erfolgsgeschichte - Dieses Auto vermag nicht nur mit seiner Optik Akzente setzen

Der Aufpreis für den Freeemont Allradler gegenüber dem gleichsam motorisierten Fronttriebler beträgt 3.500 Euro. Mit dem stärkeren Selbstzünder (2,0-Liter, 170 PS) kostet des Freemont AWD mindestens 32.790 Euro. Dafür gibt es bereits in der Ausstattungsvariante "Urban" sieben Sitze und eine Sechsgang-Automatik sereinmäßig. In der von uns gefahrenen neuen Topversion "Lounge" umfasst der Serienumfang unter anderem die Erweiterung der Audioanlage um ein Navigationssystem mit 8,4 Zoll Touchscreen sowie ein Hifi-Verstärker mit insgesamt 368 Watt Leistung.

Fiat spricht zwar von "eigenständigem Design", doch die Änderungen beschränken sich auf den Kühlergrill und die Rückleuchten

 


Dodge Journey heißt Fiat Freemont

Trotz amerikanische Abstammung konnte Fiat bereits mehr als geplant von dem Freemont absetzen. Die neue AWD-Version wird den Verkauf noch ankurbeln. Der Freemont ist der erste Fiat, der aus der Beteiligung der Italiener an Chrysler resultiert. Nach dem Ausstieg von Mercedes übernahmen Anfang Juni 2011 die Italiener die Mehrheit am US-Autobauer. Fiat spricht zwar von "eigenständigem Design", doch die Änderungen beschränken sich auf einen neuen Kühlergrill und LED-Rückleuchten.


Äußerlich ist der Allradler übrigens durch den alufarbenen Unterfahrschutz von dem Fronttriebler zu unterscheiden


Wuchtig und schnörkellos steht der Freemont auf dem Redaktions-Parkplatz. Unterstrichen wird die wuchtige Erscheinung von mächtigen 19-Zollern, die Fiat dem Familienvan in der "Lounge"-Version montiert. Äußerlich ist der Allradler übrigens durch den alufarbenen Unterfahrschutz von dem Fronttriebler zu unterscheiden. Seine traditionellen US-Wurzeln sind dem Fiat anzusehen. Seit knapp einem Jahr ist der Fiat Freemont auf dem Markt, das erste gemeinsame Produkt aus der Verbindung von Fiat und Chrysler. Die Italiener haben keine großen Anstrengugen unternommen seine Herkunft zu verschleiern. Der große Fiat trägt die Gene von Chrysler auch Optisch in sich. Auf dem US-Heimatmarkt wird der Freemont als Dodge Journey verkauft. Seit Fiat von Mercedes die Anteile von Chrysler übernommen hat, unternimmt Fiat-Chef Sergio Marchionne alles, um möglichst viele Synergien zwischen der Mutermarke Fiat und der US-Tochter zu heben. Kern der Strategie ist es auch Chrysler-Modelle unter dem Branding von Fiat oder Lancia zu verkaufen. Damit können die Italiener ohne große Investitionskosten die Modellpalette in den verschiedenen Märkten vergrößern.allen Unkenrufen zum Trotz scheint diese Rechnung aufzugehen. Über 30.000 Einheiten konnten die Italiner breits in Europa vom Freemont absetzen.


 

Hochwertig anmutendes Interieur

Auf einer Länge von 4,89 Metern offeriert der Freemont bis zu sieben Personen gute Platzverhältnisse. Vier weit - fast rechwinklig - öffnende Türen ermöglichen den Passagiere einen bequemen Einstieg in das 1,88 Meter breite Fahrzeug. Die Sitze sind insgesamt großzügig bemessen. Materialauswahl und Verarbeitung des von Fiat komplett neu gestalteten Armaturenbretts erzielen gegenüber dem Dodge Journey einen deutlichen Qualitätsgewinn. Das Cockpit besitzt zwei klassisch angeordnete Rundinstrumente mit einem kleinen Mitteldisplay für alle wichtigen Informationen. Über die Funktionstasten des griffigen Lederlenkrads lassen sich die Audioanlage, Telefon und Tempomat bedienen. Etwas gewöhungsbedürftig sind die Bedieneinheiten auf dem Blinkhebel hinter der linken Lenkradseite.

Selbst in der dritten Reihe können auch kleinere Erwachsene bequem reisen. Die beiden Einzelsitze, die man aus dem Fahrzeugboden klappen kann, erweisen sich als bequem und nicht als die typischen Notsitze für Kinder. Kinderfreundlich sind sind die beiden aus der Sitzfläche ausklappbaren Sitzerhöhungen für Kinder (Child Booster). Die Sitze der zweiten Reihe lassen sich längs verschieben, ihre Lehnen sind einstellbar. Unter dem Sitzpolster des Beifahrers befindet sich ein praktisches Staufach. Wir haben aufgehört zu zählen: Insgesamt 25 Ablagen unterschiedlichster Größe bieten zusätzlichen Stauraum.

 

Wer den Stauraum des Kofferaums erweitern möchte, kann die hinteren beiden Sitzreihen und sogar den Beifahrersitz umlegen und erhält so eine eben Fläche, mit der sich auch sperrige Gegenstände bis ca. 2,3 Meter Länge transportieren lassen. Das Versenken der dritten Sitzreihe geht mühelos vom Kofferaum aus per Zug an einer Schlaufe. Mit den versenkten Zusatzsitzen ergibt sich ein Kofferraumvolumen von 472 Liter. Maximal passen in den Freemont-Laderaum 1.461 Liter Gepäck. Da sist zwar viel aber deutlich weniger als beispielsweise in einen Sharan passen. In der zweiten Reihe sitzen die Mitfahrer höher als in Reihe eins. Sie genießen eine großzügige Beinfreiheit, zudem lässt sich die Temperatur der serienmäßigen Klimaautomatik über Drehknöpfe im Dachhimmel regeln. Ein praktische Detaillösung ist die entnehmbare LED-Taschenlampe, die sich im Heck in einer Ladestation befindet und in allen Situationen den Weg leuchtet.

 



Selbstzünder aus dem Fiat-Regal

Als Motorisierung kommt in unserem Testwagen der bewährte 2,0-Liter Multijet-II-Motor mit 125 kW (170 PS) zum Einsatz. Fiat gibt den Durchschnittsverbrauch des effizienten Turbodiesels mit 6,4 Liter auf 100 Kilometer an, die Höchstgeschwindigkeit liegt mit AWD bei 184 km/h. Für den Sprint von 0 auf Tempo 100 benötigt der Allradler 11,1 Sekunden. Der Verbrauch liegt bei durchschnittlich 7,3 Litern Diesel. Dies entspricht einer CO2-Emmissionen von 194 g pro gefahrenem Kilometer. Das wuchtige Drehmoment von 350 Nm stemmt der Selbstzünder ab 1.750 Umdrehungen pro Minute auf die Kurbelwelle.


2,0-Liter Multijet-II-Motor mit 125 kW (170 PS)



Auch wenn der Fiat-Selbstzünder alles andere als ein Ausbund an kultivierter Dynamik ist. Mit dem Aggregat zeigt sich der Freemont überwiegend adäquat motorisiert. Auch wenn der Selbstzünder kein Ausbund an Dynamik ist, reicht er als angemessene Motorisierung im Alltag.
Der Sound des Selbstzünders dringt je nach Forderungsgrad unüberhörbar ins Fahrzeuginnere. Die Abstufung des Sechsgang-Getriebes erweist sich hier als nicht ganz optimal abgestimmt. Die träge Automatik dreht die Gänge - für einen Diesel - in zu hohe Drehzahlregionen aus.

Der permanente Allradantrieb (AWD) mit elektrisch gesteuerter Kupplung sorgt dagegen stets für die optimale Traktion. Überwiegend ist der Freemont damit als reiner Frontriebler unterwegs. Das spart Treibstoff und tut der Traktion keinen Abbruch. Trotzdem beträgt der Testverbrauch einen großen Aufschlag gegenüber dem NEFZ-Herstellerangaben. An der Zapfsäule kann der Freemont sein hohes Gewicht von knapp zwei Tonnen nicht verleugnen. Leider ist auch ein zwischenzeitlich zeitgemäßes Start-Stopp-System weder für Geld noch gute Worte erhältlich.

Bei Autobahntempo jenseits der 150 km/h läßt die Dynamik und Elastizität merklich nach. der Freemont ist kein Wagen zum Rasen. Zum Erreichen des Topspeed von von 184 km/h benötigt der Van dann eine gewisse Anlaufzeit.


Soll als Crossover die Eigenschaften eines SUVs mit denen eines Kombis und eines Van kombinieren: Fiat Freemont AWD


Intelligentes Allrad-System

Allradantrieb erfreut sich eines immer größeren zusprichs. Die gründe liegen auf der Hand und bedeuten ein deutliches Sicherheitsplus. Gerade im Winter, mit schnell wechselnden Fahrbahnbedingungen, sorgt ein solches System für Stabilität. Bei dem Allradantrieb des Freemont handelt es sich um ein intelligent geregeltes Allradsystem, das die Antriebskraft variabel zwischen der Vorder- und Hinterachse fahrspezifisch zu verteilen vermag. In der Praxis funktioniert das System angenehm unauffällig und vollautomatisch. Bei trockenen Fahrbahnbedingungen agiert der Van überweigend als reiner Fronttriebler. Stellt das System an den Vorderrädern Schlupf fest, beispielsweise auf Schnee oder Sand, so wird ein Teil der Antriebskraft auf die Hinterräder geleitet. Der Allradantrieb arbeitet dabei abgestimmt mit dem ESP. Kommt es vorn zum Schlupf, so aktiviert sich der Allradantrieb, registrieren die Sensoren jedoch rechts oder links durchdrehende Räder, so greift das ESP stabilisierend ein. Das Allradsystem gibt es nur in Verbindung mit dem Sechsgang-Automatikgetriebe.


Fiat-untypische Optik. Seine traditionellen US-Wurzeln sind dem Freemont anzusehen

Fahreigenschaften

Der Fiat Freemont erweist sich als angenehmes Reisefahrzeug. Der lange Radstand - lang läuft nunmal - von 2,89 Metern und das gut abgestimmte Fahrwerk sorgen für einen guten Geradeauslauf und machen den Fiat unempfindlich gegenüber Seitenwind. Die Lenkung arbeitet präzise und direkt.

Technische Daten Fiat Freemont Lounge AWD 2.0 16V Multijet 170 PS

Hersteller: Fiat
Karosserie: 5 Türig - 5 Sitze
Motor: Multijet II Commonrail mit Turbolader und Ladeluftkühlung
Hubraum: 1.956ccm
Leistung Benzinmotor: 123 kW (170 PS) bei 4.000 U/min
Drehmoment Benzinmotor: 350 Nm bei 1.750 bis 2.500 U/min
Getriebe: Sechsgang Automatik - Allradantrieb (AWD)
Von 0 auf 100 11,1 s
Höchstgeschwindigkeit: 184 km/h
Verbrauch (ECE) 7,3 Liter
CO2-Ausstoß 194 g/km
Kraftstoff: Diesel
Schadstoffklasse Euro 5
Kofferraumvolumen (nach VDA-Norm) 167/758/1.461 Liter
Länge/Breite/Höhe/Radstand in mm 4.888/1.878/1.745/2.890
Leergewicht / Zuladung 2.019 kg / 503 kg
Wendekreis 11,6 m
Basispreis des Testfahrzeugs ab 31.290,- Euro
Testwagenpreis 2.2 i-DTEC Executive 34.790,- Euro

 

Ausstattung und Preise - sieben Sitze serienmäßig

Bereits das Basismodell des Fiat Freemont ab 26.100 Euro (2.0 16V Multijet mit 140 PS) ist üppig bestückt. Angefangen über zwei integrierte Kindersitze, insgesamt sechs Airbags (Fahrer, Beifahrer, Kopf, Seiten vorn), eine Drei-Zonen-Klimaautomatik, ESP, ABS, Berganfahrhilfe, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen mit Bereifung 225/65 R17, RDS-Highclass-Autoradio mit CD, MP3-Player und sechs Lautsprechern, schlüsselloses Zugangssystem (Keyless Entry & Go), Funkfernbedienung, Reifendruckkontrollsystem, Elektronisches Stabilitätsprogramm ESP inklusiv Traktionskontrolle, vierfach elektrische Fensterheber, Tempomat, Alarmanlage und mehrfach zu teilende Rücksitze. Der Freemont AWD wird in Deutschland in den Austtattungsstufen "Urban" ((32.790 Euro) und "Lounge" (für 34.790 Euro) angeboten. In der mittleren Ausstattunglinie Urban mit Allrad umfasst der Serienumfang unter anderem einen 8,4-Zoll-Touchscreen-Bordcomputer mit Media- und DVD-Player, eine Dreizonen-Klimaautomatik, ESP mit Traktionskontrolle, eine Berganfahrhilfe und Anhängerstabilisierung sowie einen elektrisch einstellbarer Fahrersitz und eine Bluetooth-Schnittstelle. Bei der Topausstattungslinie Lounge kommen darüber hinaus ein Navigationssystem samt Rückfahrkamera, eine Teillederausstattung, 19-Zoll-Räder und ein Premium-Soundsystem von Alpine sowie Chrom an Türgriffen und Dachreling zum Einsatz.


Der Freemont ist im Vergleich zu den deutschen Wettbewerbern relativ günstig

Ein direkter Vergleich zum viel kleineren VW Tiguan verbietet sich eigentlich von selbst. Trotzdem liegt eine vergleichbare Ausstattung des Wolfsburger geländegängers fast 4.000 Euro über dem Freemont, und das obwohl der Tiguan deutlich kleiner als der siebensitzige Freemont ausfällt. Für den VW Tiguan Track & Field 2.0D mit 140 PS und Siebengang-Getriebe rufen die Wolfsburger einen Basispreis von 30.100 Euro auf. Das sin rund 3.910 Euro mehr als die Italiener für den Freemont verlangen. Hier sei aber noch zu beachten, dass beim Italo-Amerikaner praktische Details wie die gut gemachte Dachreling und andere Ausstattungen beim VW Tiguan dann noch zusätzlich in Rechnung gestellt werden.


FAZIT: Großer Lademeister mit Allrad

Mit dem Freemont hat Fiat einen praktischer Crossover von seiner US-Tochter auf den europäischen Markt adaptiert. Der Fiat-Van mit den US-Genen, der in Mexiko gebaut wird, erweist sich im Allttag als überaus variabel und bereitet auch im Alltag viel Spass. Seine amerikanischen Gene kann der Fiat Freemont AWD nicht verleugnen. Wer diese Optik schätzt, kann mit dem Freemont eine preislich interessante Alternative zu Vans wie den VW Sharan, Ford Galaxy oder Grossraum-SUVs wie Audi Q7 erstehen. Der äußerst erfolgreiche Absatz gibt den Italienern recht, die Fahrzeuge ihrer US-Töchter unter eigenem Branding zu vermarkten. In Italien lancierte der Freemont zwischenzeitlich zum meistverkauften Siebensitzer und die Kunden müssen sogar Wartezeiten akzeptieren.

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Weitere Informationen unter:

www.fiat.de


 

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