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AutoTest
Quadratisch, praktisch, rund: Fahrbericht Fiat Panda TwinAir
Die tolle Kiste mit aufgeladenem Zweizylinder und vier Türen im Praxistest

  • Fahrbericht Fiat Panda Lounge 0.9 8V TwinAir 62 kW (85 PS)
  • Durchzugsstarker Zweizylinder mit 85 PS
  • Kleinwagen mit hoher Variabilität und guten Fahreigenschaften
  • Basispreis des Testfahrzeugs: 12.890 Euro
  • Testwagenpreis Ausstattung Lounge mit div. Extras 16.020 Euro
 



Im Test der Fiat Panda mit dem 85 PS starken doppelt aufgeladenen TwinAir 0.9 8V


Die 31 jährige Evolution eines Kleinwagens

Wie viel Spaß auch ein modern ausgestatteter Kleinwagen machen kann, zeigt aktuell der Fiat Panda. Im Fahrbericht der Fiat Panda 0.9 Twin Air. Der praktische Italo-Kleinwagen erhielt eine gründliche Überarbeitung. Die neue Generation der "tollen Kiste" ist seit März 2012 erhältlich.

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Die einst so typischen Ecken und Kanten sind zwar abgeschliffen, aber der Kleinwagen zeigt noch immer Kante. Der Fiat Panda ist dem Stadium der 90 Grad-Winkel und kargem Inhalt längst entwachsen. Die vorhandene Plattform wurde weiterentwickelt und die Außenmaße etwas gestreckt.

Der neue Panda wird ijn Italien im Werk Pomigliano d'Arco unweit von Neapel montiert

 

Schon in der zweiten Generation haben die Designer den Panda viele Erungenschaften moderner Automobiltechnik zu Gute kommen lassen. Zunehmend weniger Verzicht, Eckigkeit und Kargheit machen den Panda zu einem attraktiven Angebot im Kleinwagensegment. Innerhalb von 31 Jahren haben die Italiener knapp 6,5 Millionen Exemplare des Panda absetzen können. Zusammen mit dem Fiat 500 stellt der Panda das Fundament dar, auf der die Marke Fiat beruht. Der neue Panda stammt nicht mehr aus Polen, sondern wieder aus Italien und wird in Pomigliano d'Arco unweit von Neapel montiert. Wir haben den neuen kleinen Süditaliener mit dem auf 875 Kubikzentimeter extrem "downgesizten" Zweizylinder-Turbomotor TwinAir getestet. Der Zweizylinder leistet dank Aufladung dennoch stramme 85 PS. Das maximale Drehmoment von 145 Newtonmetern sorgt für ordentliche Fahrleistungen. Dazu später mehr.

Den Stil des liebenswürdigen Kleinwagen konnten die Italiener dem Panda zweifelsfrei bewahren


Die gerundete Optik der tollen Kiste

Da steht sie nun die tolle Kiste - jung und frisch in dritter Generation. Sympathisch sieht der kleine Große aus. Designer Roberto Giolito stand vor der Herausforderung den Panda neu zu entwerfen, ohne die Erbgene zu verleugnen. Aufrecht designt, ohne überflüssige optische Spielereien aber auch nicht langweilig hat der Fiat deutlich an Statur gewonnen. Mit seinen gerundeten Ecken wirkt er charmanter und deutlich moderner. Den Stil des liebenswürdigen Kleinwagen konnten die Italiener dem Panda zweifelsfrei bewahren. Auch wenn das Größenwachstum (Länge: plus elf Zentimeter, Breite: plus 5,5 Zentimeter) dem nun auf 3,55 Meter gewachsenen Italiener anzusehen ist. Der Radstand ist mit 2,3 Metern praktisch unverändert geblieben. Im Vergleich zu seinem Bruder Fiat 500 übertrifft der Panda dessen Platzangebot deutlich und das nicht nur, weil er zehn Zentimeter länger ist.


Idealer Kurzstrecken-Van für die City

Stattdessen sorgen eine niedrige Gürtellinie für ungestörte Rundumsicht, abgerundete Karosseriekanten für weniger Luftwiderstand und höhergesetzte Scheinwerfer für bessere Crashsicherheit und Lichtausbeute.

Seine wahre Größe spielt der Italiener im Innenraum aus. Hier floß die ganze Erfahrung der Italiener im Kleinwagenbau ein

 

Interieur

Seine wahre Größe spielt der Italiener im Innenraum aus. Hier floß die ganze Erfahrung der Italiener im Kleinwagenbau ein. Alles ist noch durchdachter als schon bisher. Das Größenwachstum macht sich im Innenraum - gemeinsam mit den dünner konstruierten Rücklehnen der Vordersitze - äußerst positiv bemerkbar. Die zusätzlichen Zentimeter sind gerade in der Breite spürbar. Der Panda ist zwar nach wie vor ein Kleinstwagen, aber vier Erwachsene kommen auf kurzen bis mittleren Strecken durchaus zurecht. Im Fond müssen sich doe Passagiere mit einer steilen Rückenlehne arrangieren - und hoffen, dass die Vornesitzenden den Verstellbereich ihrer Sitze nur zum Teil ausnutzen.


 

Die Italiener haben dem Panda über ein günstiges, praktisches und dennoch hübsches Interieur spendiert. Die triste Plastiklandschaft des Vorgängers gehört damit der Vergangenheit an. Im Innenraum bewegt sich der Panda dicht am schicken und technisch eng verwandten Fiat 500. Das Armaturenbrett haben die Designer kontrastreich und markant gestylt. Die vorherrschende und immer wieder zitierte Grundfigur ist das abgerundete Quadrat. Fiat bezeichnet diesen Designstil als Mischung aus Quadrat (square) und Kreis (circle) als "Squircle". Wohin man schaut und greift, überall erblickt man Würfel mit runden Ecken. Augenfällig sind vielen Ablagen. Zum Beipsiel die große offene Ablage über dem eigentlichen Handschuhfach ist so ein praktisches Detail. Gut gefallen hat uns auch der neue kurze und breite und damit platzsparende Handbremshebel. In der von uns gefahrenen viertürigen Variante lassen sich alle Türen weit öffnen. damit ist ein würdevolles und verrenkungsfries Einsteigen aller Insassen möglich.

Kofferraum sehr variabel: Umgeklappt wächst das Ladevolumen auf 870 Liter

 

Optional gegen Aufpreis läßt sich die Rückbank längs verschieben und geteilt nach vorn klappen. Und sogar die Beifahrerlehne läßt sich umlegen, um dann bis zu zwei Meter lange Gegenstände transportieren zu können. Diese Variabilität kostet allerdings Aufpreis. Genauso der dritte Sitzplatz im Ford. Ebenfalls kostenpflichtig ist der höhenverstellbare Fahrersitz. Das Lenkrad lässt sich nur in der Neigung nicht jedoch axial in der Tiefe verstellen. Das ist allerdings auch beim VW Up nicht anders und klassenüblich. Im Normalfall fasst der Kofferraum 225 Liter. Mit nach vorne geschobenen Rücksitzen (maximal 21 cm) wächst das Ladevolumen auf 260 bis 870 Liter. Die Instrumentierung übersichtlich, der Schalthebel angenehm nahe am Fahrer positioniert. Die zusätzlichen Fenster in der breiten C-Säule machen den Wagen nach schräg hinten übersichtlich.

Das TomTom-Navi ist sehr gut in die Elektronik integriert

 

Motor durchaus sportlich

Der von uns gefahrene innovative 0,9 Liter große Zweizylinder-Turbo mit 63 kW (85 PS) und einem maximalen Drehmoment von 145 Nm ab 1.900 Umdrehungen pro Minute. In den unteren Gängen beschleunigt das kleine Aggregat den 1,1 Tonner sehr sportlich - betont dabei seine seine Zweizylinder mit einem kernigem Motorgeräusch. Einmal in Fahrt, läuft der Zweizylinder auch auf der Autobahn bemerkenswert ruhig und vibrationsfrei. Auf der Autobahn sind knapp bis 180 Stundenkilometer drin.


Downsizing: Unter Haube arbeitet der doppelt aufgeladene Zweizylinder TwinAir 0.9 8V mit 63 kW/85 PS


Den Paradesprint von null auf hundert Stundenkilometer erledigt der Panda in 11,1 Sekunden. Bei höheren Drehzahlen verschafftt sich der Twin-Air-Motor deutlich Gehör. Der Twin-Air entwickelt dabei einen Sound der allerdings eher nach Mofa als nach Sportwagen klingt. Den von Fiat angegebenen durchschnittlichen Verbrauch von 4,2 Litern erreichen wir nicht, sondern bewegen uns mit defensiver Fahrweise und viel Landstraße mit einem Testverbrauch von gut 5,5 Litern. Bei schnellen Autobahnfahrten steigt der Verbrauch überproportional auf 6 bis 7 Liter an. Mit sensiblem Gasfuß und ohne Eile sind reale Verbrauchswerte mit einer vier vor dem Komma auch in der Praxis durchaus möglich. Im Stadtverkehr hilft, neben der Start-Stopp-Automatik, der Eco-Modus den Benzin-Durst im Zaum zu halten. Hierz wird der Motor nominal um sieben PS in der Leistung reduziert. Dies geht mit einem heftigen Drehmoment-Minus von 45 Newtonmetern einher. Die fünf Gänge der manuellen Schaltung lassen sich angenehm exakt bedienen.


Fahreigenschaften

Das Fahrwerk des kleinen Fiat ist für ein Stadtwägelchen extrem langstreckentauglich komfortabel abgestimmt ist. Am Fahrwerk haben die Ingenieure ordentlich Hand angelegt: So wurde die Vorderradaufhängung überarbeitet und mit einem effektiveren Stabilisator versehen. Der Panda lenkt damit williger ein und reicht Fahrbahnunebenheiten damit etwas weniger deutlich an die Passagiere weiter. Bis Tempo 130 verwöhnt der neue Panda seine Insassen auch mit einem angenehm geringen Geräuschniveau. Darüber nehmen die Windgeräusche überproportional zu. In zu flott angefahrene Kurven neigt der 1,1 Tonner (Gewichtsverteilung von 65 VA zu 35 Prozent HA) zum Untersteuern. Das ESP greift hier schon früh ein. Beim Einparken, überhaupt im Stadtverkehr, spielt der Kleinwagen seine Stärken aus. Der Wendekreis ist mit 9,3 Metern sehr stadtfreundlich. Für Stadtfahrten gibt es eine "City"-Taste, mit der die ohnehin schon recht leichtgängige Lenkung nochmals merklich intensiver unterstützt wird. Die Lenkung wirkt dann zwar synthetisch und liefert nur wenig Rückmeldung von der Fahrbahn. Das stört aber nicht solange es um flinke Fahrmanöver im Großstadtdschungel geht. Die Stadt erweist sich damit zweifeslfrei als das Revier dieses pfiffigen Kleinwagen.


Tagfahrlicht

Niedriger Einstiegspreis und teure Extras

Die Basisversion des liebenswerten Viersitzers fängt zu Preisen ab unter 10.000 Euro an. Angeboten wird der Kleinwagen in den drei Ausstattungslinien Pop, Easy und Lounge. In der nackten Basisversion ab 9990 Euro bietet der Panda neben fünf Türen sowie vier Sitzplätzen nicht sonderlich viel Luxus. Die eintiegsversion umfasst ein höhenverstellbares Lenkrad, elektrische Fensterheber vorn, Zentralverriegelung und eine zweistufige Servolenkung sowie vier Airbags für die Aicherheit. Aber Leider - nicht mehr zeitgemäß - ohne das wichtige ESP. Für den Schleuderverhinderer werden immer mindestens 300 Euro Aufpreis fällig.

Testwagen Sonderausstattung
Preise in Euro
140 Klimaautomatik
400,-
195 Asymmetrisch umkl. Rückbank (60/40)
170
273 Dritter sitzplatz im Fond
100,-
320 Lederlenkrad
180,-
5CD Metalliclackierung
470,-
505 Seitenairbags
250,-
508 Parksensoren hinten
300,-
6H7 Pack Style (15" LM-Felgen, Nebelscheinwerfer)
500,-
6R8 Pack Techno (BLue&Me, Navi TomTom)
500,-
626 Höhenverstellbarer Fahrersitz
100,-
665 Raucherkit
40,-
890 Komfort-Kit
120,-
Basispreis Lounge
12,890
Endpreis des Testfahrzeugs
16.020,-


Beim Thema Sicherheit erstaunt, dass die Seitenairbags nicht mehr zum Serienumfang gehören. Stattdessen gehören nun Kopfairbags zur Basisausstattung. Für die optional erhältlichen Seitenairbags wird ein Aufpreis von 250 Euro fällig. Nur im 500 Euro teuren Safety-Paket ist dagegen der neue Notbremsassistent LSCM erhältlich. Dieses System erkennt bis Tempo 30 - dank Lasersensor in der Windschutzscheibe - einen drohenden Auffahrunfall und verzögert automatisch, um Schäden zu minimieren oder sogar ganz zu vermeiden. In der Lounge-Version ab 11.490 Euro gibt es eine Klimaanlage, Audioanlage, Funkfernbedienung samt Zentralverriegelung sowie elektrisch verstellbare Außenspiegel. Unser Testwagen verfügte noch über Parksensoren hinten, Leichtmetallfelgen, Nebelscheinwerfer, einer Metalliclackierung, Blue-& Me samt Navigationssystem, den höhenverstellbaren Fahrersitz sowie höhenverstellbare vordere Gurte und einem Aschenbecher.

Beim Panda kosten auch die Kleinigkeiten extra. Insgesamt summierte sich der Preis des Testfahrzeugs damit auf stolze 16.020 Euro.

Fazit: VW Up und seine Derivate werden sich anstrengen müssen

Fiat ist mit dem Panda ein lässiges Stadtauto gelungen: Auch in seinem dritten Leben bleibt der Fiat Panda eine Ausnahmeerscheinung. Auf jeden Fall ist der neue Fiat Panda deutlich höher positioniert und moderner als sein Vorgänger. Die triste Plastiklandschaft seines Vorgängers gehört der Vergangenheit an. Der Italiener überzeugt mit seiner praktischen Karosserie, einem hohen Maß an Funktionalität sowie dank des aufgeladenen TwinAir-Motor sogar für eine kleine Portion Fahrspaß.



Technische Daten Fiat Panda Lounge 0.9 8V TwinAir

Hersteller: Fiat
Karosserie: 5 Türig - 5 Sitze
Motor: Zweizylinder Reihenmotor 0.9 8V Twinair mit Start-Stopp
Hubraum: 875 ccm
Leistung Benzinmotor: 63 kW (85 PS) bei 5.500 U/min
Drehmoment Benzinmotor: 145 Nm bei 1.900 bis 3.000 U/min
Getriebe: Fünfgang Handschalter
Von 0 auf 100 11,2 s
Höchstgeschwindigkeit: 177 km/h
Verbrauch (ECE) 4,2 Liter
CO2-Ausstoß 99 g/km
Kraftstoff: (Super)Benzin
Schadstoffklasse Euro 5
Kofferraumvolumen (nach VDA-Norm) 225 bis 870 Liter
Länge/Breite/Höhe/Radstand in mm 3.653/1.882/1.551/2.300
Leergewicht / Zuladung 1.050 kg / 405 kg
Wendekreis 9,3 m
Basispreis des Testfahrzeugs ab 12.890,- Euro
Testwagenpreis 2.2 i-DTEC Executive 16.020,- Euro

 

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Weitere Informationen unter:

www.fiat.de


 

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