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AutoTest
SsangYong Korando mit neuem 145 PS Benziner im Kurztest
Ein echter Geheimtipp unter den Kompakt-SUVs

  • Fahrbericht SsangYong Korando Sapphire 2WD mit Lederaussttung im Test
  • 2.0 Liter e-XGI Benziner mit 110 kW (145 PS)
  • Frontantrieb mit guten Fahreigenschaften
  • Sehr variables Interieur mit guter Materialauswahl und -verarbeitung
  • Preis ab 19.990 Euro; Testwagenpreis 23.990 Euro
 


Im Kurztest der SsangYong Korando 2.0 Sapphire 2WD mit 110 kW (145 PS)

Zweiter Anlauf auf den deutschen Markt mit neuem Importeur

Vor knapp vier Jahren zog sich der südkoreanische Autobauer SsangYong aus dem deutschen Automarkt zurück. Der Importeur musste Insolvenz anmelden. An den Autos oder deren Qualität waren die Probleme der Distribution nicht begründet.
Durch die Übernahme der Marke Anfang 2012 durch die indische Mahindra Gruppe wurde dann der Fortbestand nachhaltig gesichert, und die Weichen für die Zukunft sind gelegt. Mit dem Korando feierte der koreanische Autobauer letztes Jahr nunmehr sein drittes Comeback in Deutschland.

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Ein vielversprechender Neuanfang nebst Neuausrichtung der Marke

SsangYong verfügt in Asien als drittgrößte Autohersteller in Südkorea - neben den beiden bekannten Aufsteigern Hyundai und Kia - eine gute Reputation. Sogar Mercedes war zwischenzeitlich an dem aufstrebenden Autobauer beteiligt. Ein gutes Rüstzeug um sich wieder auf den schwierigen europäischen Markt in das Bewusstein der Kunden zurück zumelden. Aktuell wird die Marke in Deutschland von ungefär 65 Händlern vertrieben. Der neue Importeur, die Alcopa Gruppe, möchte das Händlernetz bis Ende 2012 auf 150 Vertragshändler ausgebaut haben. Über die Händlerstruktur sollen dann jährlich bis zu 1.500 Konrando ihren Abnehmer finden. warum das schnell auch ein paar mehr werden könnten, zeigen wir in unserem Kurztest.

Die Koreaner haben den Korando zum Modelljahr 2012 behutsam modernisiert. Das runde und geschwungene Design ist über die kleine Modellpflege erhalten geblieben. Auffällig ist jedoch der nun verchromte und edel wirkende Kühlergrill.

Die Koreaner spendieren den Kompakt-SUV leichte optische Retuschen und einen neuen Benzin-Motor. Wir haben den Koranda bereits in Berlin gefahren und konnten überprüfen, ob das kompakte SUV mehr kann als nur billig. Um es vorwegzunehmen - wir waren von den guten Fahreigenschaften des Korando, der Qualitätsanmutung und dessen Variabilität sehr positiv überrascht. Insbesondere der neue Benziner mit 145 PS ist motorisch ein guter Wurf.

Gefälliges Design und eine eigenständige Optik

Gut und günstig

Mit dem Korando präsentieren die Südkoreaner beim Neustart in Deutschland ein Schnäppchen im boomenden Bereich der kompakten Sports Utility Vehicles. Das von uns getestete Modell Korando Sapphire mit Frontantrieb und dem 110 kW (145 PS) starken Benziner, kostet in der Basisversion gerade einmal 19.990 Euro. Im Lieferumfang enthalten sind unter anderem Klimaanlage, CD-Radio mit UBS und Bluetooth-Schnittstelle, Freisprecheinrichtung sowie Tempomat. Auch für die nötige Sicherheit sorgen die Koreaner mit sechs Airbags, ESP, Bremsassistent und Isofix-Kindersitzbefestigung. Wir haben den Korando in der Top-Ausstattung Sapphire für 23.990 Euro gefahren.

Interieur: Hier punktet der Korando mit einer guten Materialauswahl und Qualitätsanmutung


Die Ausstattung ist komplett und lässt kaum Wünsche offen. Die Ausstattung umfasst hier sereinmäßig eine sehr gut verarbeite Lederausstattung, Sitzheizung vorn und hinten, Licht- und Regensensor, elektrisch beheizbare, eintsellbare und einklappbare Außenspiegel, Multuifunktionslenkrad, Gepäcknetz und Gepäckraumabdeckung, 18 Zoll Leichtmetallräder sowie eine (!) 5 Jahres Garantie bis zu 100.000 Kilometer. Zum Vergleich: Die nackte Basis-Version des frontgetriebenen VW Tiguan kostet mindestens 24.175 Euro.

Hochwertige Materialien und Designelemente im Chrom-Look sowie eine Karbonfaseroptik unterstreichen die neue Qualitätanmutung. Das Interieur weiß durch seine Zurückhaltung zu gefallen. Auch das Lenkrad präsentiert sich mit lediglich vier Bedientasten/wippen angenehm aufgeräumt.




Design des Ssangyong Korando stammt von Italdesign

Nachdem das Design des Vorgängers in Europa nicht gut angekommen ist, hat SsangYong das Blechkleid den neuen Korando von Giorgetto Giurgiaro (Italdesign) gestalten lassen. Ziel war es primär den europäischen Geschmack zu treffen. Dies ist trefflich gelungen.
Das kompakte-SUV ist stilistisch eigenständig. Seit der Etablierung des SUV- und Crossover-Segments und dem damit einhergehenden Siegeszug dieser Fahrzeuge bei Kunden, die vormals klassische Pkw kauften, hat sich das Design in dieser Fahrzeugkategorie sichtbar weiterentwickelt und grundlegend gewandelt: hin zu dynamischen und harmonischen Formen, die die Robustheit klassischer Allradfahrzeuge mit der Sportlichkeit und Eleganz konventioneller Pkw kombinieren. Herausgekommen ist dabei eine ansprechende Formgebung mit sportlichem Body und leicht muskulöser außenhülle. Die Koreaner taten gut daran sich vom barocken Auftritt des großen Bruders Rexton zu verabschieden.

Der Kofferraum verfügt über ein Stauvolumen von 486 bis zu 1.312 Liter. Das ist sehr guter Klassendurchschnitt

Der Korando zeigt sich in einem sehr hübschen und gefälligen Design, das über Potenzial verfügt in Europa genügend Zuspruch zu finden. Das Design von Giugiaro (Italdesign) wirkt gelungen, ohne allzu sehr zu polarisieren. Zum Vergleich: Der Koreaner ist mit einer Länge von 4,41 Metern nur zehn Zentimeter kürzer als der VW-Tiguan. Die moderne Optik mit eigenständigem Auftritt ist gefällig und überzeugt.



Interieur mit klassenüblichen Platzverhältnissen

Im Innenraum setzt sich dann das geschwungene Design ein Stück weit fort. Hochwertige Materialien und Designelemente im Chrom-Look sowie eine Karbonfaseroptik unterstreichen die neue Qualitätanmutung. Die Instrumentenanzeige ist elegant und übersichtlich gestaltet. Besondere Aufmerksamkeit schenkten die Designer der Ausführung der Bedienelemente. Wir haben intuitiv auf Anhieb alle Bedienelemente und Schalter gefunden.


Platz ist im Korando genügend vorhanden

Das Platzangebot reicht für vier bis fünf Personen. Vorne und hinten läßt es sich bequem sitzen. Sogar im Fond stimmen die Kopf- und Kniefreiheit. Die Lehne der Rückbank kann in der Neigung verstellt werden und klappt bei großem Raumbedarf geteilt nach vorne. Der Kofferraum verfügt über ein Stauvolumen von 486 bis zu 1.312 Liter. Das Stauvolumen ist sehr guter Klassendurchschnitt. Nur bei der Maximalbeladung muss sich der Koreaner im direkten Vergleich dem Klassenprimus aus Wolfsburg geschlagen geben. Sehr pfiffig gelöst ist der Umklappmechanismus der hinteren Sitze: Ein Zug am Hebel genügt und schon faltet sich die Bestuhlung zu einer ebenen Ladefläche ohne störende ladekante zusammen. Unter der Bodenabdeckung im Gepäckabteil findet sich ein weiteres großes Ablagefach. Die Gepäckabdeckung ist abnehmbar. Nicht zu vergessen sind die im Alltag praktischen Staufächern und Ablagemöglichkeiten, über die der Korando reichlich verfügt.


Neuer Benzinmotor mit 145 PS

Angetrieben wird unser Testwagen von dem neuen 2-Liter Benziner e-XGi mit 110 kW (145 PS), der dem kompakten Offroader zu akzeptablen Fahrleistungen verhilft. Der Benziner ist sicherlich kein Ausbund an Drehmoment, erfüllt jedoch alltagstauglichen und klassenüblichen Ansprüche ohne Murren. Der Motor hängt gut am Gas und besonders gut gefiel uns der kehlige Sound des neuen Beziners. Das maximale Drehmoment von 197 Nm steht bei 4.000 Umdrehungen pro Minute zur Verfügung. Den Paradesprint erledigt der Korando mit dem Benziner in 12,2 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 163 Stundenkilometer. Den Verbrauch im Drittelmix (NEFZ) gibt der Hersteller mit 7,5 Litern an. Das entspricht bei der von uns gefahrenen 2WD-Version mit Frontantrieb einer CO2 Emission von 175 Gramm Kohlendioxyd pro gefahrenen Kilometer. Bei der ebenfalls angebotenen Allrad-Variante beträgt das Verbrauchsplus 0,7 Liter auf hundert Kilometer. Der Benziner erfüllt die Euro 5 Abgasnorm. Übertragen wird die Kraft über eine manuelle 6-gang-Schaltung. Diese läßt sich exakt schalten. Allenfalls der erste Gang ist mit Blick auf eventuelle Geländefahrten extrem kurz ausgelegt. Der lang ausgelegte sechste Gang soll sparsames Fahren auf der Autobahn bei geringen Abgasemissionen ermöglichen.
Wer nicht gerne selber schaltet: Ab Anfang 2013 bietet der Hersteller eine - bisher den Selbstzündern vorbehaltene - Automatik für den Benziner an.


Der neue Benziner e-XGI mit 145 PS konnte im Test überzeugen. Der Verbrauch im Drittelmix beträgt damit 7,5 Liter


Technische DatenSangYong Korando 2.0 Sapphire 2WD

Hersteller: SsangYong
Karosserie: 5 Türig - 5 Sitze
Motor: 4-Zylinder-Reihenmotor e-XGI
Hubraum: 1.998 ccm
Leistung Benzinmotor: 110 kW (145 PS) bei 6.000 U/min
Drehmoment Benzinmotor: 197 Nm bei 4.000 U/min
Getriebe: Sechsgang Handschalter
Von 0 auf 100 12,3 s
Höchstgeschwindigkeit: 163 km/h
Verbrauch (ECE) 7,5 Liter
CO2-Ausstoß 175 g/km
Kraftstoff: Benzin
Schadstoffklasse Euro 5
Kofferraumvolumen (nach VDA-Norm) 486/1.312 Liter
Länge/Breite/Höhe/Radstand in mm 4.410/1.830/1.725/2.650
Max. Anhängelast ungebremst 750 kg
Tankinhalt 57 Liter
Leergewicht / Zuladung 1.666 kg / 514 kg
Wendekreis 10,6 m
Basispreis des Testfahrzeugs ab 19.990,- Euro
Testwagenpreis 2.2 i-DTEC Executive 23.990,- Euro


Der zum Untersteuern neigende Kompakt-SUV verfügt insgesamt über ein ordentliches Fahrverhalten, dass sich mit seinen Stärken und Schwächen im Bereich seiner Wettbewerber bewegt.


Fahrverhalten ohne große Schwächen

Das Fahrwerk bietet insgesamt einen gut abgestimmten Kompromiss aus Komfort und Agilität. Der Korando verfügt vorne und hinten über Einzelradaufhängung die insgesamt für eine gute Straßenlage sorgen. Allenfalls kurze Stöße schickt die tendenziell straffe Abstimmung zuweilen direkt an die Passagiere weiter. Die Lenkung könnte etwas direkter wirken. Der gut 1,6 Tonnen schwere Korando verfügt aufgrund seines hohen Schwerpunkts in schnell gefahrenen Kurven über eine leichte Wankneigung. Auch wenn der Frontantrieb (2WD) nicht zum echten Offroaden taugt. Ein Böschungswinkel von 23 Grad vorn und von 28 Grad hinten bei einer Bodenfreiheit von 18 Zentimetern ermöglichen zumindest gemäßigte Ausflüge abseits asphaltierter Straßen.


Noch ein Exot im deutschen Straßenbild: SsangYong Korando

FAZIT: Damit wird SsangYong auf Dauer im Europa Fuss fassen

Mit dem Korando möchten sich die Koreaner zu einem Basispreis von 19.990 Euro im hart umkämpften - allerdings noch immer boomenden - Bereich der kleinen Sports Utility Vehicles nachhaltig etablieren. Der Korando bringt das nötige Rüstzeug mit: Eine gefällige Außenhülle, gute Materialien und Verarbeitung sowie viele pfiffige Detaillösungen. SsangYong setzt zudem auf modernste Technik und auch auf Sicherheit. Ein wichtiges Thema, das bislang von der koreanischen Marke sträflich vernachlässigt wurde. Der wichtigste Erfolgsfaktor dürfte allerdings das hervorragende Preis-Leistungs-Verhältnis sein. Dies macht den Korando von SsangYong im Segment der kompakten SUVs zu einem echten Geheimtipp. Der Koreaner bietet viel für sein Geld. Vor allem die Fünf-Jahres-Garantie bis zu 100.000 Kilometer läßt aufhorchen.

Kutrzum: Mit den aufgezählten Tugenden ist der Wagen aus unserer Sicht völlig zu Unrecht noch so selten im deutschen Straßenbild repräsentiert. Käufer, die bewusst auf den Exoktik-Faktor setzen, sollten sich nicht darauf verlassen, dass dies so bleiben wird.


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Weitere Informationen unter:

www.ssangyong.de


 

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