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AutoTest
Alfa Romeo Giulietta 2.0 JTDm Turismo im Test
Die attraktive Alternative im sportlichen Kompaktsegment

  • Dynamischer Kompaktsportler im ausführlichen Fahrbericht
  • Die Formensprache verkörpern ein auffällig emotionales Italienisch
  • 2.0-Liter-Turbodiesel mit 110kW (150 PS); Topspeed 210 km/h
  • Normverbrauch 4,2 Liter
  • Alfa Romeo Giuletta 2.0 JTDm 16V Turismo zu Preisen ab 26.800 Euro
 


Der Alfa Giulietta 2.0 JTDm Turismo im Fahrbericht

Emotional-Italienischer Kompaktsportler

Die italienische Alternative zu Golf und Co. hört auf den Namen Giulietta. Alfa Romeo hat die VW Golf 7-Konkurrentin nun einem Facelift unterzogen. Wir haben die kompakte Italienerin nach der Modellpflege einem ausführlichem Fahrbericht unterzogen. Auch wenn die Italiener beteuern die Formgebung der Giuletta sei zeitlos, haben sie am Exterieur mit ein paar dezenten Modifikationen aufgewertet.



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Optische Unterschiede sind eine geänderte Grillspange oder die neuen Scheinwerferrahmen. Auch im Interieur beruhen die Kosmetikmassnahmen primär auf feinen Retouschen. In den letzten Jahren hat die Mutter Fiat zu wenig in ihre hübsche Tochter Alfa investiert. Der Wettbewerbsdruck im Bereich der Kompaktfahrzeuge ist gewaltig hinsichtlich Verbrauchsökonomie und Assistenzsysteme. Hier rächt sich, dass Fiat zu wenig investiert hat.

Alfa Romeo Giulietta: Eine Formensprache die den Puls eines Alfisti erhöhen

 

Nachdem der Fiat-Chef Sergio Marchionne betont, nicht im Entfertesten daran zu denken die traditionsreiche Marke Alfa Romeo an den Volkswagen-Konzern zu verkaufen, zögerte er aber zulange wieder in die sportive Tochter Alfa zu investieren. Nun planen die Italiener in den nächsten fünf Jahren mindestens fünf Milliarden Euro zu investieren. Bis zu acht neue Modelle sollen Alfa wieder zu altem Glanz verhelfen. Aktuell sind es nur drei (!) Modellreihen. Kaum verwunderlich: Das meistverkaufte Modell ist die 2010 eingeführte Giulietta, deren Facelift wir in diesem Fahrbericht vorstellen.

 

Wunderschön gezeichneter 147 Nachfolger mit guten Allroundeigenschaften

Schönheit

Die Abmessungen sind typisch für die Kompaktklasse. Der Italiener erstreckt sich auf eine Länge von 4,35 Metern bei einer Höhe von 1,47 Metern exakt im Gardemass der Golf-Klassen-Wettbewerber. Die Giulietta präsentiert sich zweifelsohne unaufdringlich elegant. Eine ganz besondere Optik verleiht der markante Kühlergrill, der als sogenannte Scudetto (Schild) ausgeführt ist und das Markenzeichen integriert. Dass die Giulietta mit viel Liebe zum Detail gestylt ist, zeigt schon ein kleines Detail: das seitlich versetzte Nummernschild an der Front, für dessen Montage die Italiener sich extra einen Sondergenehmigung haben ausstellen lassen. Der Grill ist tief heruntergezogen, unterbricht die Stoßstange und verläuft spitz nach unten. Das Gesicht guckt mit großen Augen, dem bekannten Alfa-Grill in Form eines auf der Spitze stehenden Schutzschild-Dreiecks und großen Lufteinlässen, auf dem das zweigeteilte Alfa-Romeo-Markenzeichen plaziert ist. Mit der grimmigen Lichsignatur ihres LED-Tagfahrlichts wirft die Giulietta dem Gegenverkehr einen giftigen Blick zu. ebenfalls echter Hingucker ist das markant gestylte LED-Rücklicht. Selbstbewußt prangt in ihrer Mitte das Alfa Rome-Logo. Das Heck mit den breiten Rädern sowie den verchromten Endrohren verfehlt ihre Wirkung nicht. Die LED-Heckleuchten reichen bis in die Heckklappe. Hier greift der bezahlbare Alfa Romeo viele Zitate des Supersportwagen 4C und 8C Competizione auf. Weitere neckische Alfa-Details sind die verborgenen hinteren Türgriffe. Die Formensprache sorgt mit ihrer ausgeprägten Keilform samt muskolös gespannte Linien für die beabsichtigte sportlich-kräftige Strehnigkeit.

 

Giulietta-Interieur in der Ausstattungsstufe Turismo

 

Interieur

Auch im Innenraum setzt sich die Ausereinandersetzung mit den Emotionen fort. Die sportlich geformten Vordersitze vermitteln sogar einen gewissen Komfort und verfügen über einen guten Seitenhalt. Das Drei-Speichen-Lederlenkrad ist unten abgeflacht und trägt neben Bedientasten für Radio und Telefon. Eine Reminiszenz an klassische Alfas sind die mit Chrom umrahmten Rundinstrumente. Eingelassen sind diese in eine matt lackierte Armaturentafel.

 

 

Auch die mittige Konsole mit Schalthebel und die metallischen Schieberegler für das DNA-System ist von Chrom umrahmt. Die coupéverdächtige Linie schränkt aber den sowieso nicht üppigen Raum in der zweiten Reihe ein. Der Alfa hat einen ordentlichen Kofferraum von 350 Litern. Bei umgeklappter Rückbank läßt es sich auf bis zu 1.045 Liter vergrößern. Einzig die zu hoch geratene Ladekante gibt Anlass zum Meckern. Immer an Bord hat die Giulietta sechs Airbags, ESP, Fahrdynamikregelung, Klima, beheizbare Außenspiegel, Fensterheber vorn und CD-Radio.


   

 


U-Connect

Alfa Romeo bietet zwei Versionen für die Giulia an. Die Basisausführung des "uconnect"-System besitzt einen 5 Zoll großen Touchscreen. Wer das uconnect-System mit Navigation und DAB aufrüstet, der erhält den größeren großen Touchscreen in 6.5 Zoll. Die Vordersitze hat Alfa Romeo neu geformt und dabei den Sitzkomfort als auch den Seitenhalt gesteigert.

 

Der Alfa hat einen ordentlichen Kofferraum von 350 Litern. Bei umgeklappter Rückbank läßt es sich auf bis zu 1.045 Liter vergrößern. Einzig die zu hoch geratene Ladekante gibt Anlass zu Kritik.

 

Neben dem nun optional mit Leder verfeinerten Armaturenbrett spielt das neue Infotainment-System die Hauptrolle in der Giulietta für das neue Modelljahr. Kombinieren kann man das Multimedia-Paket mit einem Soundsystem von BOSE. Der satte Sound stammt aus 10 Lautsprechern inkl. Subwoofer in der Reserveradmulde. Das System beherrscht Bluetooth und Sprachbedienung. Neben der Möglichkeit Musik vom Handy zu streamen können auch SMS vorgelesen werden.

 

 


Antrieb

Vier Benziner und drei Diesel zwischen 105 und 240 PS stehen zur Wahl. Der von uns gefahrene Turbodiesel leistet 150 PS. Mit dem neuen 2.0 JTDM 16V stehen nun 150 PS und 380 Nm zur Verfügung. Das entspricht einer Leistungssteigerung von 10 PS und einem Plus an Kraft von 30 Nm. Dieses Plus an Kraft und Leistung geht nicht mit mehr Durst einher. Der Multijet-Dieselmotor der zweiten Generation ist mit einem Start&Stopp-System ausgestattet. Ein gefühlter Leistungsmangel kommt nie auf. Von 0 auf 100 km/h geht es in 8,8 Sekunden.

 


Sport und Sparsamkeit: Das Dieselaggergat 2.0 JTDM 16V beherscht mit seinen 150 PS beide Disziplinen


Das Verbrauchsversprechen der überarbeiteten Motorisierung ist sogar um 0,3 Liter gesunken. Der Normverbrauch im Drittelmix beträgt nun 4.2 Liter. Dies entspricht einer CO2-Emission von 110 g pro gefahrenem Kilometer. Unser kombinierter Testverbrauch betrug knapp über 5 Liter. Kombinierte Verbräuche unter 5 Litern sollten kein Problem sein. Seine Kraft schickt der aktualisierte Dieselmotor an ein manuelles Sechsgang-Getriebe. Das sonores Dieselbrummen, ist im Leerlauf gut vernehmbar. Der JTDM-Diesel hängt gut am Gas. Das Getriebe erweist sich mit seinen kurzen Schaltwegen als klar definiert und präzise. Den Paradesprint von null auf hundert Stundenkilometer erledigt die 150 PS starke Giulietta un 8,8 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 210 Stundenkilometer.

Sehr gut gefallen hat uns die serienmäßige Fahrdynamik-Regelung DNA (Dynamic, Normal und All Weather). Mit der schaltergesteuerten DNA-Regelung kann der Motor, je nach Einstellung, höher drehen und schneller reagieren. Dafür stehen die Modi (Dynamic, Normal und Allwetter) zur Auswahl. Mit ihr lassen sich Lenkung, Gaspedalkennlinie und ESP auf Wunsch individuell anpassen. Von den drei Modi "Dynamic", "Natural" und "Allweather" macht der erste am meisten Spaß. In der Position "Dynamic" sorgen maximal 380 Nm Drehmoment für sportliche Momente.


Die 4,35 Meter lange Giulietta ist zweifelsohne unaufdringlich elegant

 

Sportliche Fahreigenschaften

Überzeugend ist das Fahrverhalten. Die Lenkung überzuegt mit gefühlvoller Rückmeldung und obwohl die Vorderachse nun mit 380 Nm Kraft fertig werden muss, spürt man im Alltag nur geringe Krafteinflüsse in der Lenkung. Trotz aller Sportlichkeit bewegt sich der Alfa aber auch komfortabel. Unebenheiten bleiben außen vor, ohne die Dynamik zu behindern. So gesehen bietet die Italienerin eine durchaus gelungene Verbindung von komfortabler Gelassenheit und dynamischer Agilität. Die Giulietta stellt einen guten Kompromiss aus Alltagstauglichkeit, Fahrvergnügen und Fahrleistung dar.

Um die Giulietta wettbewerbsfähig zu halten und die Qualitätsanmutung zu steigern hat Alfa in vielen Details wie beispielsweise bei der Geräuschdämmung gute Optimierungsarbeit geleistet. Der Feinschliff zeigt auch seine Wirkung. Die Giulietta federt im Vergleich zum Vorgänger spürbar komfortabler und leiser ab. Das Fahrzeug wirkt damit insgesamt souveräner und ruhiger. Hierzu trägt auch der überarbeitete 2-Liter Selbstzünder bei.

 

Technische Daten Alfa Romeo Giuletta 2.0 JTDm Turismo Modelljahr 2014
Hersteller: Alfa Romeo
Karosserie: Viersitzige Kompaktklasse
Motor: 4-Zylinder Reihendiesel; Common-Rail-Direkteinspritzung (Typ Multijet II)
Hubraum: 1.598 ccm
Leistung: 110 kW (150 PS) bei 3.750 Umdrehungen pro Minute
Drehmoment: 380 Nm bei 1.750 Umdrehungen pro Minute
Getriebe: Manuell 6 Gänge
Antrieb Frontantrieb
Räder Bereifung Testwagen 225/45 R 17 91W
Von 0 auf 100 8,8 s
Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h
Verbrauch (ECE) 4,2 Liter
CO2-Ausstoß mit Automatik 110 g/km
Kraftstoff/Tankvolumen: Diesel / 60 Liter
Kofferraumvolumen nach VDA 350 bis 1.045 Liter
Anhängelast ungebremst 500 kg
Länge/Breite/Höhe/Radstand 4.351/1.7981.465/2.634 mm
Leergewicht / Zuladung 1.395 kg / 430 kg
Wendekreis 11 m
Haftpflicht/Teilkasko/Vollkasko 17/20/23
Testwagenpreis ab: 26.850 Euro

 

Preise und Ausstattung

Die Giulietta bietet bereits ab Werk eine umfassende Komfort- und Sicherheitsausstattung. Dazu gehören elektrisch Fensterheber vorn, eine manuelle Klimaanlage und die asymmetrisch geteilt umklappbare Rücksitzbank sowie zweistufige Fahrer- und Beifahrerairbags, von vorn nach hinten durchgehende Kopf- und Seitenairbags in den Vordersitzen, aktive Kopfstützen vorn, eine Fahrstabilitätskontrolle einschließlich ABS, Differenzialsperre und die Berganfahrhilfe.

Den von uns gefahrenen attraktiven 150 PS Diesel bekommt man in der Veloce-Variante bereits ab 25.900 Euro. Den Einstieg markiert der 105 PS starke Basis-Benziner in der Ausstattung Impression. Mindestens 19.250 Euro werden hierfür aufgerufen. In der Basisausstattung "Veloce" kostet die Dieselversion 25.900 Euro. In der von uns gefahrenen Top-Ausstattung Turismo verlangen die Italiener mindestens 26.850 Euro. Der von uns gefahrene Testwagen mit opulenter Ausstattung verfügte über divere Sonderausstattungen wie z.B. SBOSE Soundsystem.

Ein erfreulicher Aspekt im Kostenkapitel sind die langen Wartungsintervalle. Alfa Romeoverlangt seinen Kompakten mit 2.0 JTDM 16V-Motor nur alle 35.000 Kilometer zum Ölwechsel.



 

Fazit: Alfa beweist mit dem 147-Nachfolger, dass auch in der Kompaktklasse eigenständiges Design durchaus möglich ist. Neben den guten Allroundeigenschaften bleibt auch nach dem Facelift das gute Aussehen immer noch das Haupt-Kaufargument. Zur sehr gelungenen Optik gesellt sich bei der Alfa Romeo Giulietta ein guter Gesamteindruck. Das edlere Ambiente im Innenraum, der erstarkte Dieselmotor und Feinschliff im Detail sorgen bei der Giuletta für ein echtes Glanzlicht in der Golf-Klasse. Alfa war gut beraten das Facelift dezent auszuführen. Kleine Maßnahmen um die Giuletta attraktiv zu halten, aber bereits verkaufte Modelle im Gebrauchtwagenmarkt nicht unnötig abzuwerten.





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Weitere Informationen unter:

www.alfa-romeo.de


 



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