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AutoTest
Mini-Van mit Platz: Fiat 500L Twinair im Test
Knörriger Zweizylinder-Benziner mit 105 PS

  • Mini-Van mit neuem 105 PS starken Turbo-Zweizylinder im Test
  • Normverbrauch von 4,7 Liter
  • Fünfsitzer mit guter Raumökonomie
  • Testwagenpreis (Pop-Star) ab 19.000 Euro
 


Minivan mit 105 PS starken Zweizylinder-Turbobenziner: Der Fiat 500L TwinAir im Fahrbericht

Retrocharme

Für seinen fünfsitzigen Minivan erweitert Fiat das Motorenangebot des 500L um einen Zweizylinder-Benziner. Den charismatischen Twinair-Zweizylinder bieten die Italiener ab 18.500 Euro an. Aus seinen zwei Zylindern mit nur 875 Kubikzentimetern zieht der kleine Motor beachtliche 105 PS. Zwar lassen sich am 500L zahlreiche charakteristische Designelement des 500er wiederfinden.




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Wie etwa die frontale Chromspange mit dem prangenden Fiat-Zeichen oder die getrennten rundlichen Stand- und Abblendlicht-Scheinwerfer. Vor allem die Fontpartie erinnert stark an den kleineren Bruder, während die Seitenansicht und das Heck einen sehr eigenständigen Charakter haben. Technisch ist der deutlich größere 500L völlig eigenständig. Wir haben den neuen Italiener gefahren, um herauszufinden, ob das Gesamtkonzept des neuen Minivan samt neuen Zweizylinder stimmig ist, oder er eher zur Kategorie der freudlosen Funktions-Langeweiler gehört.

Große Klappe und viel dahinter: Der kompakte Familien und Freizeit-Van Fiat 500L

 


Minivan ist eine imposante Erscheinung

Die Italiener haben sich beim 500L viel vorgenommen. Der Mini-Van greift den Retro- und Lifestyle-Erfolg der Cinquecento mit augenzwinkernder Selbstironie auf. Der Minivan ist eine imposante und schicke Erscheinung, keine Frage. Daran hat nicht zuletzt die Bicolore-Sonder­lackierung ihren Anteil, unten weiß, oben schwarz. Für diese verlangen die Italiener einen Aufpreis in Höhe von 874 Euro. Trotzdem soll er ein ernstzunehmender Minivan sein, der sogar mit extremer Variabilität zu glänzen weiß. Das Auto bietet auf der Länge eines VW Polo die Raumökonomie und Variabilität eines Van und ist dabei noch so vielseitig wie ein kleiner SUV. Der 500L ist mit 4,15 Metern 60 Zentimeter länger als der „normale“ 500 (3,55 m). Die Italiener haben sich verdammt viel vorgenommen was sie da in den 500L pressen möchten. Der familien- und freizeittauglich Minivan strahlt Lebensfreude mit attraktiven Ausstattungsvarianten und zweifarbiger Lackierung aus. Im Design drängt sich auf den ersten Blick der direkte Vergleich zum direkten Wettbewerber Mini Countryman auf. Die Ähnlichkeiten sind frappierend. Der 1,67 Meter hohe 500 L baut allerdings deutlich höher auf als der nur 1,55 Meter hohe Countryman. Estmal eingestiegen fühlt man sich von überraschend viel Raum umgeben.

 


Interieur mit Raumökonomie: Viel Raum auf kleiner Grundfläche

Das Cockpit des Fiat 500L ist benutzerfreundlich gestaltet. Trotz seines ungewöhnlichen Designs findet sich alles dort wieder, wo man es erwartet. Das Armaturenbrett ist gut sortiert und übersichtlich gestaltet. Zudem können sich auch Materialanmutung und Verarbeitung sehen lassen. Das beim TwinAir serienmäßige Navi-Radio sitzt weit oben und damit günstig im Blickfeld des Fahrers. Dank 5 Zoll Touchscreen und logischem Menüaufbau lässt sich die performante Radio-Navigationskombination einfach und intuitiv bedienen.

 

 

Zusätzlich läßt sich das Radio und die Freisprechfunktion über Lenkradtasten bedienen und punktet mit seinem großen Funktionsumfang. Die Rückbank kann auch in der Länge verschoben werden, um bei Bedarf mehr Platz für das Gepäck zu schaffen. Der doppelbödige Kofferraum verfügt somit über ein Fassungsvermögen zwischen 343 und 400 Litern. Ist die geteilte Rückbank umgelegt, wächst das Gepäckabteil auf bis zu 1.310 Liter. Bei Bedarf läßt sich auch der Beifahrersitz komplett umlegen, so dass sich jede Menge Transportmöglichkeiten ergeben. Die Fond-Passagiere sitzen etwas höher als ihre Vordermänner. Das soll einerseits die Sicht nach vorne verbessern, verringert aber andererseits die Kopffreiheit. Der 500L glänzt im Innenraum mit nicht weniger als 22 Ablagemöglichkeiten. Oberhalb des Handschuhfachs befindet sich eine Ablage und ein weiteres verschließbares Fach. Zwei Becherhalter vor dem Ganghebel nehmen auch größere Flaschen auf und an den Rückseiten der Vordersitze sind Plastikverkleidungen angebracht. Mit seinen im Wettbewerbsvergleich riesigen Fenstern gewährt der 500L überdurchschnittliche Sichtverhältnisse.

Der Kofferraum fasst bis zu 1.310 Liter. Den Fiat 500L zeichnen eine hohe Variabilität und Raumökonomie aus

 

Motor

Zu den zwei bisher angebotenen Aggregaten gesellen sich ein neuer Vierzylinder-Diesel und der 2011 als "Engine of the year" ausgezeichnete 0,9-Liter-Zweizylinder-Benziner mit Turboaufladung. Die Italiener treiben es mit dem Downsizing auf die Spitze. Der bisherige Twinair-Motor kam auf nur 63 kW (85 PS) Leistung, sein gerade frisch vom Band laufender Nachfolger schafft 77 kW (105 PS). Der Zweizylinder-Motor im Fiat 500L mit seinen 875 Kubikzentimetern Hubraum leistet mit 105 PS genau so viel wie der ebenfalls neue Diesel mit doppelt so viel Hubraum. Nicht ohne Stolz betont Fiat, dass der Twinair-Motor im Verhältnis von hubraum zur leistung damit über dem Niveau einiger Sportwagens liege: Die Literleistung beträgt rein rechnerisch 120 PS. Viele Porsche sind mit deutloch niedrigeren literleistungen unterwegs. Ein aktueller Porsche Carrera 911 kommt mit seinem 3,6 Liter Boxeraggregat gerade mal auf eine Literleistung von 102 PS. Der schnatternde Klang des TwinAir ist gewöhnungsbeürftig - vor allem bei hohen Drehzahlen. Die sind allerdings notwendig um die versprochene Leistung abzurufen. Den Paradesrpint auf hundert Stundekilometer erledigt der Minivan damit in 12,3 Sekunden. Ähnlich der bekannten 85-PS-Variante (500, Panda und Punto) liebt auch der Stärkere Zweizylinder hohe Drehzahlen.


Zweizylinder: Im Test der 0,9 Liter TwinAir-Turbo


Das maximale Drehmoment von 145 Newtonmeter liebt ab 2.000 Umdrehungen pro Minute an, bei aktiviertem Eco-Modus für den Stadtverkehr wird es auf 120 Newtonmeter begrenzt und limitiert auch die Leistung damit dann auf 98 PS. Den Normverbrauch von 4,8 Litern - entsprechend CO2-Emissionen von 112 Gramm je gefahrenem Kilometer - überboten wir während unserer Testfahrten mit einem durchscnittlichen Testverbrauch von 6,5 bis 7 Litern deutlich. Neben einer sehr defensiv ausgelegten Start-Stopp-Automatik setzen die Italiener diverse Maßnahmen zur Reduktion des Treibstoffverbrauchs ein, die zwar auf dem Papier aber nicht im Alltagsbetrieb das gewünschte Ergebnis zu bringen scheinen. Eine zentrale Effizienzmaßnahme der zweiten Generation des Twinair ist die bessere Steuerung der Verbrennung im Zylinder über eine weiter entwickelte Ventilsteuerung. Die Temperatur der Abgase wird über eine interne Abgasrückführung sowie angepasste Auspuffkrümmer beeinflußt. Der Abgaskrümmer ist so in den Zylinderkopf integriert, dass er besser gekühlt werden kann. Das schont den Turbolader bei Volllast vor hohen Temperaturen und es muss weniger Kraftstoff zur Innenkühlung eingesetzt werden. In der Kaltstartphase des Motors werden die warmen Abgase dazu genutzt den Motor schneller auf Betriebstemperatur zu bringen. Weitere Effizienzmaßnahmen sind eine intelligente Lichtmaschine sowie eine Ölpumpe mit variablem Ölstrom. Sie fördert nur jeweils so viel Schmierstoff wie nötig und reduziert so den Energieverbrauch durch unnötigen Pumpenantrieb. Der neue 500L TwinAir erfüllt bereits die Emissionsvorgaben von Euro 6.


Der fiat 500 L


Der kleinste Motor auf dem europäischen Automarkt überzeugt zwar mit seinem Leistungsplus - zeigt sich aber im Alltagsbetrieb als zu trinkfreudig. Ein sehr kurz übersetzter erster Gang soll die Anfahrschwäche des Reihenzweizylinders kaschieren. Um den Viertürer flott zu beschleunigen, braucht er Drehzahlen. Sportlich orientierte Fahrer, die gerne schalten, dürfte diese Auslegung freilich Spaß machen. Beeindruckend ist die Klangkulisse des Zweizylinders. Besonders bei scharfem Beschleunigen und in höheren Drehzahlregionen über 4.000 Umdrehungen pro Minute erinnert der kernige aber schnarrende Sound an ein Motorrad. Eine zur Kurbelwelle gegenläufige Ausgleichswelle sowie ein Zweimassen-Schwungrad reduzieren auftretende Vibrationen unter allen Betriebsbedingungen, d. h. vom Leerlauf bis zur Höchstdrehzahl des Motors. Die Kraft wird von einem präzise schaltbaren manuellen Sechsgang-Getriebe übertragen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 180 Stundenkilometer. Selbst bei hohen Tempi generiert der Motor aus seinen zwei Zylindern noch genügend Kraft, um den Luftwiderstand des hoch gebauten Fiat 500L zu überwinden.




Fahreigenschaften

Das Plus an Raumkomfort wird leider durch eine zuweilen etwas unharmonische Federabstimmung wieder etwas gemindert. Auch wenn das recht starff geratene Fahrwerk noch ausreichend komfortabel abgestimmt ist. Grobe Fahrbahnunebenheiten werden nicht immer vollständig abgefedert und dringen zuweilen zu den Insassen durch. Dabei liegt er aber trotz seiner Höhe gut in den Kurven und läßt sich gutmütig zu bewegen. Die Seitenneigung auch bei schnell durchfahrenen Kurven noch akzeptabel. In der Stadt macht der 500L eine besonders gute Figur: Dank der leichtgängigen Lenkung gelingt das Einparken des immerhin 4,27 Meter langen, 1,80 Meter breiten und 1,68 Meter hohen Vans besonders einfach. Bremsen und ESP-Eingriff sind ebenfalls stimmig konfiguriert.

 

Fiat 500L vs. Fiat 500

 

Preise und Zubehör

Den Einstieg markiert der Fiat 500L TwinAir Easy zum Basispreis von 18.500 Euro. Der Ausstattungsumfang umfasst serienmäßig unter anderem die elektrische Servolenkung Dualdrive mit City-Funktion, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, höhenverstellbaren Fahrersitz, Lederlenkrad mit Multifunktionstasten, Klimaanlage, Lenkrad und Schaltknauf in Leder, einer Geschwindigkeitsregelanlage (Cruise Control) sowie Außenspiegeln in Wagenfarbe. Zur erhöhung der Sicherheit umfasst diese Ausstazung beriets sechs Airbags (Front-, Seiten sowie Kopfbereichaairbag), elektronisches Fahrstabilitätssystem ESP inklusive Antischlupfregelung (ASR), Berganfahr-Hilfe (Hill Holder) und Antiblockiersystem (ABS) mit elektronischer Bremskraftverteilung .

Der der von uns gefahrene Fiat 500L TwinAir Pop Star bietet zu Preisen ab 19.000 Euro darüber hinaus unter anderem 16-Zoll-Leichtmetallräder und (zum Teil) in Wagenfarbe lackierte Armaturenbretteinsätze und spezielle Designs der Sitzbezüge.

Die Topausstattung markiert Fiat 500L TwinAir Lounge ab 20.100 Euro. Im Vergleich zur Variante Pop Star sind zusätzlich unter anderem eine Zweizonen-Klimaautomatik, Radio mit Touchscreen-Bedienung samt Bluetooth-gesteuerter Freisprechanlage für Mobiltelefone, Armlehne für die hintere Sitzbank, ein anderthalb Quadratmeter großes Glasdach, Klapptische an der Rückseite der beiden vorderen Sitze, ein automatisch abblendender Innenspiegel, Nebelscheinwerfer, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel sowie ein Regensensor mit automatischer Fahrlichtschaltung verbaut.


Die Preise:

Fiat 500L TwinAir Easy 18.500 Euro
Fiat 500L TwinAir Pop Star 19.000 Euro
Fiat 500L TwinAir Lounge 20.100 Euro



Technische Daten Fiat 500L 0.9 Twinair
Hersteller: Fiat
Karosserie: Fünftürig
Motor: Zweizylinder
Hubraum: 875 ccm
Getriebe 6-Gang manuell
Leistung: 77 kW (105 PS) bei 5.500 UPM
Drehmoment: 145 Nm bei 2.000 UPM
Effizienzklasse C
Von 0 auf 100: 12,3 s
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
Verbrauch (ECE) 4,7 Liter
CO2-Ausstoß 112 g/km
Kraftstoff: Benzin
Tankinhalt 50 Liter
Schadstoffklasse Euro 6
Kofferraum (Liter) / umgeklappt 400 Liter / 1.310Liter (VDA)
Leergewicht 1.335 kg
Zuladung 485 kg
Länge/Breite/Höhe/Radstand (mm) 4.147/1.784 x 1.658/2.612
Wendekreis 10,0 Meter
Testwagen-Preis brutto ab: 19.000,- Euro

 


FAZIT: Talentierter fünfsitziger Mini-Van mit viel Lifestyle

Der 500L hat uns positiv überrascht. Weniger der zu durstige Motor. Dafür aber umso mehr die anderen Talente. Der Fiat 500L ist ein emotional gezeichneter Lifestyle-Minivan mit erhöhter Variabilität durch seine vielfältig anpassbare Sitzlandschaft. Der Kleinwagen-Van kann mit kompletter Ausstattung und einem solidem Raumangebot für vier Mitfahrer samt Gepäck zu einem fairen Preis punkten. Das von den Italienern stolz als "City Lounge" bezeichnete Raumkonzept des 500L, interpretiert die Kompaktklasse zumindest ein Stück weit neu. Es kann kein Zufall sein, dass der kompakte Van mit vier Türen und großer Heckklappe auf seinem Heimatmarkt in Italien innerhalb kürzester Zeit zum meistverkauften Fahrzeug seines Segments avancierte. Übrigens: Wem der Platz in einem Fiat 500L nicht ausreichen sollte, kann seit wenigen Wochen zur 20 Zentimeter getreckten, siebensizigen Langversion des Fiat 500L Living greifen.

 


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Weitere Informationen unter:

www.fiat.de


 


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