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AutoTest
Fahrbericht Seat Toledo 1.6 TDi Style (77 kW / 105 PS)
Fünftürige Stufenhecklimousine der unteren Mittelklasse

  • Stufenheck-Limousine
  • Sparsamer und durchzugsstarker 1.6 TDI (106 PS)
  • Raumwunder im neuen Seat Arrow Design
  • Testwagenpreis 25.040,- Euro
 


Im Test der Seat Toledo Style 1.6 TDI


Günstiges Raumwunder

Nachdem Seat noch vor kurzem tief in den roten Zahlen steckte, befindet sich das einstige Sorgenkind des VW-Konzerns auf einem sehr erfolgreichen Kurs. Satte 23,2 Prozent Zuwachs verbuchte Seat im Jahr 2013. Eine vorausgegange Modell- und Qualitätsoffensive ermöglicht der spanischen Volkswagen-tochter die Rückkehr in die Gewinnzone. Seat ist die aktuell am stärksten wachsende Marke. Auch das Markenimage konnte deutlich zulegen.

 

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Um weiter wachsen zu können kommt der Erschließung neuer Märkte eine enorme Bedeutung zu. In den wachsenden Märkten der Schwellenländer sind deutlich günstigere Modelle als der Seat Alhambra, Leon als Schrägheck und Kombi gefragt. In der Kompaktklasse werden hierzulande fast ausschließlich Kombi und Schrägheck gekauft. In den aufstrebenden Ländern wie der Türkei, Indien, den Nahen Osten oder Nordafrika liegt die Präferenz noch auf dem klassischen Stufenheck. Wir haben den neu belebten Seat Toledo mit Stufenheck einem ausführlichen Fahrbericht unterzogen und überprüft, ob der Wagen nicht auch eine attraktive Alternative für Käufer in Deutschland darstellt und der Dieselantrieb des 105 PS starken und besonders sparsamen 1.6 TDI zu überzeugen zu vermag.

 

Neu belebt: Seat Toledo mit Stufenheck

 

Optik und Design

Wie der Skoda Rapid wird auch der neue Seat Toledo auf den Bändern des VW-Konzerns am Skoda-Standort Mlada Boleslaw produziert. Die Geminsamkeit spiegelt sich auch in der Optik des Mittelklassewagens wider. Bis auf kleinste Änderungen an der Karosserie und in der Ausstattung ähnelt der Toledo dem Rapid. Die Kostenvorteile einer gemeinsamen Produktion beider Fahrzeuge im selben Werk schlägt sich auch im Preis des Seat Toledo nieder: Der Mittelklassewagen ist in der Dreizylinder-Version mit 75 PS bereits ab 13.990 Euro erhältlich.

 

Der Seat Toledo der vierten Generation verfügt über eine große und weit öffnende Heckklappe

 

Seat Toledo Numero 4: Die bewegte Historie

In den 90er-Jahren gehörte der Toledo mit zu den wichtigsten Modellen von Seat. Das riesige Platzangebot, der für eine Stufenhecklimousine enorme Kofferraum und die solide VW-Technik waren damals die maßgeblichen Erfolgskriterien. Weil der Vorgänger des aktuellen Modells auf Basis des Altea mit zusätzlichem Bürzelheck als echter Flop bezeichnet werden kann, kehrt Seat mit dem neuen Toledo zu alten Tugenden zurück. Die vierte Generation des Seat Toledo ist auch äußerlich erheblich attraktiver geworden. Die Statur wirkt aufgrund des trapezförmigen, besonders flachen Grill kräftig und solide, mit klaren und präzise gefügten Flächen, Linien und Kanten. Eine präzise Charakterlinie zieht sich von der Außenkante der Scheinwerfer über die Schulter bis zur Heckleuchte; nach unten schließen sich sauber ausmodellierte Schwellerbereiche an. Den Spaniern ist die Rückkehr zur Stufe in optischer Hinsicht zweifelsfrei gelungen. Besonders raffiniert haben die Designer in die Dachkontur des Seat Leon modelliert. Diese führt in einem eleganten Bogen bis zur breiten C-Säule, die ansatzlos aus dem hinteren Seitenteil herauswächst.

 

 

Dem neuen "Arrow Design" folgenden, erhält auch der Toledo die auf die Kühlermitte zentrierte Linienführung von Mii, Ibiza und Leon. Die breiten, kantigen Scheinwerfer sind ein wesentlicher Teil des neuen Familiengesichts von Seat. Die Stufenhecklimousine ist 1,71 m breit und fällt damit im Vergleich zum Leon 11 Zentimeter schmaler aus. Am Heck strecken die horizontalen Rückleuchten den Seat Toledo zumindest optisch in die Breite. In der Länge überragt der Toledo den Leon durch seinen angehängten Kofferraum um 12 Zentimeter.

 

Die großen Türausschnitte erleichtern den Ein- und Ausstieg


Das Interieur wird von einem sachlichen Ambiente geprägt

Die Sitze sind bequem, wenngleich sie etwas mehr Seitenhalt bieten könnten. Fahrer und Beifahrer genießen ausreichende Platzverhältnisse und auch in der zweiten Reihe braucht man sich nicht zu zwängen, denn 2,60 Meter Radstand reichen aus, um selbst groß gewachsene Fondpassagieren genügend Bein- und Kopffreiheit zu lassen. Die großen Türausschnitte erleichtern den Ein- und Ausstieg. Da der Wagen auf Polo-Plattform relativ schmal ausfällt, wird es für drei Erwachsene im Fond relativ eng. Die Attribute lange und schmale Silhouette, großer Kofferraum und schmaler Mittelplatz im Fond kennen wir bereits vom Skoda Rapid, mit dem sich der Toledo die Technik teilt und sich beide Fahrzeuge nur in wenigen Details unterscheiden. Der Arbeitsplatz im Seat Toledo zeigt ein VW-typisches Gesicht. Das Cockpit ist aufgeräumt und ergonomisch durchdacht. Vom Lichtschalter über Tacho, Bordcomputer, Navi oder Klimaanlage, finden sich unzählige Bauteile aus dem Seat Toledo auch bei Skoda Rapid oder VW Polo wieder. Die Verarbeitung ist gut und entspricht VW-Konzern-Standard. Die Bedienung ist intuitiv und einfach, zumal sich der Seat Toledo neben Lichtschalter, Tempomat, Bordcomputer, Sitzheizung, Radio und Navi keinerlei unnötige Finessen gönnt. Der Innenraum ist um den Preis zu ermöglichen zwar nicht unbedingt mit den teuersten Materialien ausgekleidet, aber dafür absolut zweckmäßig. Die Haltegriffe nicht ölgedämft, das Aramturenbrett aus Hartplastik - dafür aber optisch sehr gelungen.

 

Das Cockpit ist aufgeräumt und ergonomisch durchdacht. Vom Lichtschalter über Tacho, Bordcomputer, Navi oder Klimaanlage, finden sich unzählige Bauteile aus dem Seat Toledo auch bei Skoda Rapid oder VW Polo wieder

 


Die Heckklappe schwingt zum Beladen samt Heckscheibe angenehm weit auf und gibt ein riesigen Gepäckteil frei. Der neue Toledo verblüfft mit einem langen, tiefen und insgesamt großen - und überdies gut zugänglichen - Gepäckabteil. Der Kofferrauml verfügt mit 550 Litern sogar über 30 Liter mehr Stauraum als der Kofferraum des neuen Audi A8. Zudem lässt sich der Stauvolumen des Toledo durch umlegen der Rücksitze auf bis zu 1.490 Liter erweitern. Soviel Raumökonomie erwartet man bei dem Spanier nicht auf den ersten Blick. Auch die Platzverhältnisse auf der Rückbank sind großzügiger, als seine 4,5 Meter vermuten lassen. Die Absicht der Spanier gemeinsam mit den Tschechen eine günstige Limousine zu bauen, die gute Platzverhältnisse bietet sowie einen riesigen und dank der großen Heckklappe gut zugänglichen Kofferraum bieten soll, erfüllt der Toledo vollumfänglich.

 

Das Stauvolumen des Toledo läßt sich durch Umlegen der Rücksitze auf bis zu 1.490 Liter erweitern

 

Antrieb

Der Testwagen verfügt über einen 105 PS starken 1,6-Liter-TDI-Motor mit vier Zylindern. In Kürze soll noch eine Leistungsvariante dieser Maschine mit 90 PS folgen. Auto und Antrieb gaben ein sehr harmonisches Bild ab. Das serienmäßige manuelle 5-Gang-Getriebe leistete während unseres Fahrbericht eine solide Arbeit ab. Die 105 Diesel-PS (77 kW) des TDI sind vollkommen alltagstauglich. Das maximale Drehmoment von 250 Newtonmetern sieht auf dem Datenblatt zwar nicht üppig aus, aber es steht schon ab 1.500 bis 2.500 Umdrehungen zur Verfügung. Zwar geht es aus dem Drehzahlkeller erst etwas zaghaft in mittlere Touren-Gefilde. Dann zieht die Maschine aber kräftig und spritzig voran. Der Motor arbeitet im Leerlauf unüberhörbar als Selbstzünder. Selbst bei normaler Fahrt ist er akustisch immer ein klein wenig präsent. Mit dem Euro5-Diesel ist der kompakte Skoda im großen und ganzen ausreichend kräftig motorisiert

 


Im Test der 105 PS starke 1.6 TDI, der sich als echter Spardiesel erwies


Die Spitzentempo beträgt 190 km/h. Laut Tacho fuhr unser Testwagen sogar deutlich über 200 km/h. Auf der Autobahn wäre zur Geräuschsenkung ein sechster Gang wünschenswert. Leider wird der 105-PS-Diesel nur an ein Fünfgang-Getriebe gekoppelt. In den Genuss einer Sechser-Box kommt man nur beim 105 PS starken Benziner. Alternativ würde mancher Kunde auch gern eine Verbindung mit dem bewährten Doppelkupplungsgetriebe aus dem VW-Regal wählen, die ist aber bislang nur für den Top-Benziner mit 122 PS vorgesehen. Den Paradesprint von null auf hundert erledigt der Toledo innerhalb von 10,6 Sekunden. Dafür ist der Normverbrauch mit nur 4,4 Litern - entsprechend einer C02-Emission von 114 Gramm pro gefahrenem Kilometer - erfreulich niedrig. Während unserer Testfahrten lagen wir mit 5,3 Litern nur knapp darüber.


Fahreigenschaften

Das Fahrwerk ist komfortorinetiert abgestimmt, was Vorteile auf längeren Strecken und schlechten Straßen bringt. Eine rasante Gangart ist dagegen nicht unbedingt die Stärke der spanischen Limousine. Selbst voll beladen wirkt der Toledo aber nicht überfordert. Die Lenkung ist präzise und direkt abgestimmt und gewährt ein gutes Feedback von der Straße. Kurvige Bergstraßen meistert der Toledo damit souverän. Auf Straßen mit glatten Belag bringt uns der Spanier komfortabel und gut gefedert ans Ziel. Unebenheiten wie Schlaglöchern oder Querrillenwerden trüben ein klein wenig das potive bild, da die zuweilen relativ ungemildert an die Insassen weitergereicht werden. Ein­parken ist aufgrund der Unübersichtlichkeit nach hinten eine echte Herausforderung. Eine ­akustische Einparkhilfe - einzig für hinten erhältlich - kostet knapp über 200 Euro und ist eine absolute Empfehlung.





Ausstattung und Preise

Serienmäßig sind schon ab der Grundausstattung Front- und Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer, Kopf/Thorax-Airbags, Gurtanlege-Warner, ABS, ESP mit ASR, eine Zentralverriegelung, eine umklappbare Rückbank und elektrische Fensterheber vorn vorhanden. Und auch bereits die Basisausttattung umfasst gut geformte und verarbeitete Stoffsitze, manuelle Klimaanlage, gepolsterte Armauflage an der Tür, kleines Display in der Mittelkonsole mit kühler Schwarz/Weiß-Grafik. Die Scheibenwischer mit Intervall-Wischen kommen puristisch ohne Regensensor. Auch eine Licht-Automatik wird der eine oder andere vermissen. Auch gibt es nicht einmal eine Op­tion auf Leder oder Einbau-­Navi. Assistenzsysteme wie etwa Notbremshilfe und Spurhalteassistent sind weder für Geld noch gute Worte verfügbar. Das Auto verliert somit auch in der Aufpreisliste nicht siene Bodenhaftung und bleibt grundehrlich. 19.590 Euro sind ernst gemeinte 19.590 Euro. Wer mehr Ausstattung wünscht, muss die nächste von uns gefahrene Ausstattungsstufe (Style) mit Navigation und Lederlenkrad bestellen. Der wagen ksite mit dem 1.6 TDI dann ....

 

Fahrer und Beifahrer genießen ausreichende Platzverhältnisse und auch in der zweiten Reihe braucht man sich nicht zu zwängen

 

Technische Daten Seat Toledo 1.6 TDI Start&Stop 5-Gang Schaltgetriebe
Hersteller: Seat
Karosserie: Kompakt-Limousine
Motor: Vierzylinder Turbo-Diesel
Hubraum: 1.598 ccm
Leistung: 77 KW (106 PS)
Drehmoment: 250 Nm bei 1.500 - 2.500 Umdrehungen pro Minute
Von 0 auf 100: Handschalter 10,6s
Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h
Verbrauch (ECE) 4,4 Liter
CO2-Ausstoß 114 g/km
Kraftstoff: Diesel
Schadstoffklasse Euro 5
Leergewicht 1.268 kg
Kofferraum 550 bis 1.490 Liter
Tankinhalt 55 Liter
Zuladung 446 kg
Länge/Breite/Höhe/Radstand 4.482/1.706/1.461/ 2.602 mm
Grundpreis ab 21.820 ,- Euro
Testwagenpreis inkl. Extras: 25.040,- Euro






FAZIT: Ein äußerst attraktives Angebot

Der Seat Toledo ist ein günstiger Pragmatiker mit nur wenigen Schwächen aber viel Platz für wenig Geld. Der sparsame Dieselantrieb unseres Testwagen weckt zwar wenig Emotionen - ist aber Dank eines sehr niedrigen Verbrauchs eine Empfehlung für den Toledo. Um die Kostenziele zu erreichen wurde bei dem Fahrzeug an vielen Stellen - zum Teil auch sichtbar - gespart. Aber genau an den richtigen Stellen. Auch wenn unter Kostengesichtspunkten die Materialauswahl im Interieur negativ beeinflusst wurde, sind die optischen und haptischen Qualitäten durchaus akzeptabel und das Ambiente in der von uns gefahrenen Ausstattungsstufe "Style" absolut zeitgemäß. Verarbeitung, Raumangebot und Fahrleistung können durchweg überzeugen. Der Grundpreis für die von uns gefahrene Top-Ausstattung in Höhe von 21.820 Euro ist zwar kein Schnäppchen aber dem Fahrzeug durchaus angemessen. So viel Platz für sowenig Geld werden dem Seat Toledo gut Chancen verschaffen, viele Käufer zu finden. Und dies nicht nur in den Zielmärkten der Schwellenländer, sondern auch in Deutschland. Wer ein Stufenheck nicht scheut, bekommt mit dem Toledo eine geräumige Limousine, mit solider VW-Technik zu einem sehr fairen Preis.



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Weitere Informationen unter:

www.seat.de


 



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