HannoverEvent
Le
Nozze De Figaro
Die
Hochzeit des Figaro
von
Wolfgang Amadeus Mozart
- Opera
buffa in quattro
atti (1786)
- Libretto
von Lorenzo
da Ponte nach
der Komödie
La folle journée
ou Le mariage
de Figaro (1778)
von Pierre Augustin
Caron de Beaumarchais
in italienischer
Sprache mit
deutschen Übertiteln
- Premiere
am 10. September
2009
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Der
tolle Tag oder Die Hochzeit
des Figaro
Mehr
als "hundert bücheln"
hatte Mozart nach der
Uraufführung seiner
Entführung aus
dem Serail 1782 durchgesehen:
Keines genügte
seinen Ansprüchen
für eine neue Oper
bis er drei Jahre
später auf einen
Text stieß, der
ihn so inspirierte,
dass er sich auch ohne
konkreten Auftrag an
die Arbeit machte: Beaumarchais
Le mariage de Figaro,
ein in ganz Europa diskutiertes
Skandalstück, das
mit zahlreichen Aufführungsverboten
belegt war und 1785
auch in Wien, als Lesestück
unter der Hand weitergegeben,
die Runde machte. In
Zeiten unsicherer Verhältnisse
und gesellschaftlicher
wie politischer Krisen
fürchteten die
europäischen Herrscher
die Sprengkraft von
Beaumarchais Komödie,
die gespickt war mit
bissigen Angriffen auf
das Ancien Régime
und aggressiver Gesellschaftskritik.
Mit
Mozarts und da Pontes
Le nozze di Figaro entstand
aus dem Revolutionsstück
kein revolutionäres
Musiktheater. Und dennoch
trifft die Oper - jenseits
von politischer Satire
und aktiver Agitation
- den Kern von Beaumarchais´
Schauspiel, denn aufklärerische
Ideen durchdringen Mozarts
Figaro in umfassenderem
Sinne: Die innere wie
äußere Freiheit
des Menschen artikuliert
sich in einer musiktheatralen
Sprache, die von Diskontinuität,
von Witz und unerwarteten
Wendungen lebt und ein
immer neues, lebendiges
und agiles Spiel ermöglicht.
Spontaneität bestimmt
Mozarts Figaro in den
Kategorien Musik und
Handlung: Spontaneität,
die nur in Freiheit
möglich ist, denn
nur dort bieten sich
die Möglichkeiten,
individuell und aus
dem Moment heraus zu
entscheiden und zu handeln.
Auch
in Mozarts musikalischer
Figurenzeichnung ist
der revolutionäre
Geist der Zeit auf subtile
Weise spürbar:
Wenn etwa das Dienstmädchen
Susanna und die Gräfin
im Duett ununterscheidbar
wie Freundinnen vereint
sind. Oder wenn Susanna
den cholerisch aus der
Rolle fallenden Grafen
mit dessen eigenen Waffen
schlägt, indem
sie sich eines höfischen
Menuetts bedient. Das
alte Denken in Schichten
und Ständen löst
sich auf, auch wenn
manche Figur ihr Selbstbewusstsein
noch von äußeren
Koordinaten ableitet.
So muss der Graf lernen,
dass er die Liebe Susannas
weder mit herrisch auftrumpfenden
Gesten erzwingen kann,
noch sie - und diese
Wunde geht tiefer -
einem Cherubino gleich
mit Charme zu gewinnen
vermag. Die Macht des
Eros nivelliert Standesunterschiede.
Gleichwertige Individuen
setzt Mozart in diesem
Ensemblestück par
excellence zueinander
in Beziehung: Doch die
vielfältig wechselnden
Konstellationen, Verwicklungen,
Verkleidungsaktionen
und parallel verlaufenden,
sich gar überkreuzenden
Intrigen, die in den
großen Finali
auf die Spitze getrieben
werden, überblickt
nur einer: der Autor.
Sein Spielbrett wird
zur Plattform für
mit Witz und Menschenkenntnis
gezeichnete lebendige
Figuren, die aus dem
Bewusstsein der Freiheit
agieren.
Musikalische
Leitung: Rainer
Mühlbach
Inszenierung: Ingo
Kerkhof
Bühnenbild:
Anne Neuser
Kostüme: Stephan
von Wedel
Chor: Dan Ratiu
Dramaturgie: Dorothea
Hartmann
Graf
Almaviva: Jin-Ho
Yoo
Gräfin Almaviva:
Arantxa Armentia
Susanna: Ania
Wegrzyn
Figaro: Tobias
Schabel
Cherubino: Monika
Walerowicz
Marcellina: Katja
Beer
Bartolo / Antonio:
Young Myoung Kwon
Basilio / Don
Curzio: Jörn
Eichler
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Staatsoper
Hannover -
Die
Hochzeit des Figaro
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