Anzeige:



_______________


Staatsoper Hannover / Wolfgang Bozic
Don Carlo
Opera in quattro atti (1867/1884) von Giuseppe Verdi
  • Libretto von François Joseph Pierre Méry und Camille Du Locle nach "Dom Karlos, Infant von Spanien” (1787) von Friedrich von Schiller und "Philippe II roi d´Espagne” (1846) von Eugéne Cormon
  • Übersetzung ins Italienische von Achille de Lauzière-Thémines und Angelo Zanardini
  • Fassung Mailand 1884
  • In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
  • Die Premiere wird live übertragen auf NDR Kultur.
 

 



Premiere am 15. Dezember 2007

Verdis fast zwanzig Jahre umfassende Arbeit an seinem "Don Carlo"zeugt nicht zuletzt vom großen Interesse des Komponisten an der Komplexität der von ihm geschaffenen Figuren, an den vor allem in Schillers Vorlage propagierten humanistischen Idealen und den damit verbundenen politischen Dimensionen von Stoff und Handlung.

________________________________________________________
Anzeige:


________________________________________________________

Denn das Spanien unter Philipp II. wird in Verdis Oper zum Sinnbild eines totalitären Staates, die Inquisition zum Urbild eines Systems der Spitzel und Denunzianten. Private Gefühle haben in dieser Ordnung keinerlei Chance auf Entfaltung, sondern werden rücksichtslos politischen Interessen untergeordnet. Ein offenes Wort ist schlichtweg lebensgefährlich. Über allem und jedem schwebt das Damokles-Schwert der Inquisition. Selbst der König wird innerhalb der festgefügten Machtordnung zum ausführenden Organ, am Ende überantwortet er sogar den eigenen Sohn dem Scharfrichter.



Ein derartiges System aber kann nur zur Deformation der in ihm lebenden Menschen führen. Begrifflichkeiten wie "Wahrheit"und "Lüge"verlieren ihre ursprüngliche Bedeutung, wenn "Wahrheit"den sicheren Tod und "Lüge"Schutz bedeuten kann. Der Bedrohung einer fortwährenden Bespitzelung gewahr, ändert sich notgedrungen auch das Verhalten der Menschen untereinander. Niemand traut seinem Gegenüber. Wer der eigenen zerbrechlichen Sicherheit gefährlich erscheint, wird denunziert und eliminiert. Freiheit, Liebe und Vertrauen sind die großen Utopien, denen sich jeder nur dann hingibt, wenn er sich unbeobachtet fühlt: Don Carlo träumt den Traum einer utopischen Liebe zu Elisabeth, Posa träumt von der Freiheit Flanderns – und selbst der scheinbar gefühllos agierende König Philipp sehnt sich nachts, allein und unbeobachtet, nach Liebe und menschlicher Wärme. Verdis Musik gesteht selbst dem über Leichen gehenden Herrscher eine ehrlich empfundene Sehnsucht zu, auch hier scheinen Begrifflichkeiten wie „Wahrheit“ und „Lüge“ nur mehr oberflächlich zu greifen. Gerade die in den Jahren 1882 – 84 entstandene, in Mailand uraufgeführte vieraktige Fassung des "Don Carlo" betont die klaustrophobische Ausweglosigkeit des die ganze Atmosphäre des Stückes im Verborgenen beherrschenden, letztlich gesichtslosen Machtapparates. Die Oper beginnt und endet im Kloster von San Yuste am Grab Karls V., Carlos Großvater. Und auch die Musik kehrt am Ende der Oper zurück zum Beginn, an dem ein unsichtbarer, bedrohlich wirkender Chor von der Bedeutungslosigkeit des Einzelnen und von angstvoller Unterwerfu
ng spricht, der sich auch die Machthaber nicht entziehen können: "Karl der Fünfte ist nur noch Staub und Asche. Und seine stolze Seele zittert jetzt vor den Füßen des Herrn!"

 

 

Musikalische Leitung: Wolfgang Bozic
Inszenierung: Christof Nel
Bühne: Roland Aeschlimann
Kostüme: Ilse Welter
Chor: Dan Ratiu
Dramaturgie: Ulrich Lenz

Filippo II: Albert Pesendorfer / Tobias Schabel
Don Carlo: Robert Chafin / David Yim
Rodrigo: Nikola Mijailovic / Brian Davis
Der Großinquisitor: Stefan Kocán / Allan Evans / Shavleg Armasi
Ein Mönch: Young Myoung Kwon / Shavleg Armasi
Elisabetta von Valois: Brigitte Hahn
Prinzessin Eboli: Khatuna Mikaberidze / Monika Walerowicz
Tebaldo: Ania Wegrzyn
Graf von Lerma / Ein königlicher Herold: Ivan Tursic / Edgar Schäfer
Stimme vom Himmel: Alla Kravchuk / Carmen Fuggiss

 


Staatsoper Hannover - Don Carlo
WO: Oper Hannover - Opernplatz 1
Ticket Telefonischer Kartenverkauf
Telefon (0511) 9999-1111

Kassenöffnungszeiten: Mo bis Fr: 10 - 19.30 Uhr
Sa: 10 - 14 Uhr (Opernhaus 10 - 18 Uhr)
Wann:

Premiere Sa. 14. Dezember 2007

Termine in der Übersicht:
09.12. Sonntag 11:00
15.12. Samstag 19:30
20.12. Donnerstag 19:30
22.12. Samstag 19:30
28.12. Freitag 19:30
11.01. Freitag 19:30
13.01. Sonntag 18:30
18.01. Freitag 19:30
03.02. Sonntag 16:00
06.02. Mittwoch 19:30

Weitere Infos:
www.oper-hannover.de


 




Oper Hannover:
Sinfonie in einem Satz (1951/ 53) am 07. und 08. Okt. 2007 mit Werken von von Bernd Alois Zimmermann, Frank Martin und Johannes Brahms; Dirigiert von Generalmusikdirektor Wolfgang Bozic...


 



Staatsoper Hannover:
Romeo und Julia - Ballett nach William Shakespeare am 27. Februar sowie den 03., 14.,17.,19.,21.,25., 28. März 2007 und am 09. sowie 12. April 2007...


 


Staatsoper Hannover:
L’italiana in Algeri am 01., 09. und 29. März sowie am 13. und 20. April .2007...




________________________

Wo sind in der Leinemetropole die angesagtesten Parties?

Hier erfahren Sie es...