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Staatsoper Hannover
Die Liebe zu den drei Orangen
Oper von Sergei Prokofjew

  • Oper in vier Akten und einem Prolog (1921)
  • Nach dem Märchenspiel L’amore delle tre melarance (1761) von C. Graf Gozzi
  • In deutscher Sprache
  • Premiere am 4. Dezember 2010
 

 

 

Libretto von Sergei Prokofjew, nach dem Divertissement Ljubow k trjom apelsinam von Wsewolod Meyerhold und Wladimir Solowjow, nach dem Märchenspiel L’amore delle tre melarance (1761) von Carlo Graf Gozzi


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Die Melancholie regiert im Land von König Treff. Sie hat Besitz ergriffen von seinem Sohn, dem Prinzen. Nichts kann ihn aufheitern, weder die Witze von Hofnarr Truffaldino noch amüsante Tanzdarbietungen oder unterhaltsame Theatervorstellungen. Erst der Zufall bringt Licht in des Prinzen finsteres Gemüt: Eine stolpernde Dame evoziert sein schallendes Gelächter, so dass die Melancholie wie weggezaubert scheint. Doch à propos Zauber - bei der Frau handelt es sich um die böse Fee Fata Morgana, die den Prinzen unmittelbar mit einem neuen Fluch belegt: Er wird sich unsterblich in drei Orangen verlieben. Keine Sekunde vergeht, da ist der Prinz in flammender Hingabe entbrannt und kennt keinen anderen Wunsch mehr, als sich auf die Suche nach den Orangen zu begeben.

1918, auf dem Weg zu einer Konzertreise nach Amerika, entdeckte Sergei Prokofjew einen Text von Wsewolod Meyerhold, der auf Carlo Gozzis Märchenspiel L’amore delle tre melarance aus dem Jahre 1761 basierte. Ähnlich wie Gozzi seine Commedia dell’arte als Kampfansage gegen Goldonis psychologisches Theater verstand, formulierte auch Meyerhold mit seinem Stück eine Rebellion - eine Rebellion gegen das bürgerliche Illusionstheater. Dieser Impuls war es auch, der Prokofjew reizte und den er zur Parodie auf die romantische Oper ausweitete. Drei verschiedene theatrale Ebenen, die die Handlung permanent kaleidoskopartig brechen, rasante Szenenwechsel, die filmische Schnitte suggerieren, Figuren, die wie Karikaturen scheinen und ständig ihre Masken wechseln - in der Liebe zu den drei Orangen bediente Prokofjew sich einer geballten Fülle an Bildern. Noch schillernder zeigt sich die Musik, die von großem instrumentalem Farbenreichtum und ungewöhnlichen harmonischen Effekten lebt. Die Gesangspartien schöpfen aus dem Fundus der Operngeschichte und parodieren, was es zu parodieren gibt: Rezitative wachsen sich zu halsbrecherischem Geplapper aus, Kantilenen ersterben im Gejammer, Koloraturen mutieren zu Lachsalven. Das einzige Kontinuum in diesem Feuerwerk musikalischer Ideen ist der berühmte Marsch, der sich leitmotivisch - aber ebenfalls grotesk verzerrt - durch die Partitur zieht.


Die zersprengte, kleinteilige Welt, die Prokofjew mit seiner Oper schuf, bündelt sich in einer Figur, der Figur des Prinzen: Ein junger Mann, der in Orientierungslosigkeit gefangen ist und die Welt erst verstehen lernen und für sich begreifbar machen muss. Die Suche nach den drei Orangen wird für den Prinzen zum großen Befreiungsschlag, zum Durchbruch in eine eigene, reife Persönlichkeit: Denn in den Orangen entdeckt er die Liebe, die ihm Vertrauen und Zuversicht gibt - so, dass er die Melancholie endlich überwinden kann.


 

 

Regieteam

Musikalische Leitung Lutz de Veer / Siegmund Weinmeister
Inszenierung Balázs Kovalik
Bühnenbild Csaba Antal
Kostüme Angelika Höckner
Dramaturgie Sylvia Roth

Chor der Staatsoper Hannover
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover
Extrachor der Staatsoper Hannover

 


Staatsoper Hannover - Die Entführung aus dem Serail
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03., 13., 29. Oktober sowie am 09. November 2010...


 


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