Anzeige:




_______________








HannoverEvent
Gefährliche Liebschaften
Ballett von Jörg Mannes

  • Nach dem gleichnamigen Briefroman (1782) von Pierre Ambroise François Choderlos de Laclos.
  • Neue Kompositionen von Mark Polscher und Werke von Georg Friedrich Händel und Antonio Vivaldi
  • Premiere am 4. März 2010
   

Nach dem gleichnamigen Briefroman von Pierre Ambroise François Choderlos de Laclos

Jörg Mannes' Ballett zeigt die erotisch aufgeladene Stimmung und Morbidität des französischen Adels vor seinem Niedergang und hält zugleich der modernen Gesellschaft einen Spiegel vor. "Ein schönes Gesicht, gute Manieren, Geist und Unverschämtheit" - mit diesen Worten beschreibt die Marquise Isabelle de Merteuil ihren Freund und früheren Liebhaber Vicomte Sébastian de Valmont, einen von seinem Stand geschätzten Mann mit dem Ruf des erfolgreichen Verführers. Beide sind die Protagonisten des 1782 erschienenen Briefromans Les Liaisons dangereuses von Pierre Ambroise François Choderlos de Laclos. Unsentimental beschreibt er aus wechselnden Perspektiven die französische Adelsgesellschaft vor der Revolution und macht den Leser zum Komplizen von Merteuil und Valmont, weil er die Indiskretion begeht, ihre Briefe zu studieren.

Aus purer Langeweile spielen Isabelle de Merteuil und Sébastian de Valmont mit den Gefühlen anderer. Ehre, Unschuld und Moral sind für sie bloße Hürden, die es zu überwinden gilt. Der Vicomte nimmt die Herausforderung der Marquise an, die tugendhafte Schönheit Madame Marie de Trouvel zu seiner Geliebten zu machen und die unschuldige Cécile de Volanges noch vor ihrer Hochzeit zu verführen. In Briefen kommentieren und beschreiben sie ihr Tun. Die Sprache ist das Instrument, mit dem sie ihre erotischen Phantasien entfachen und den anderen zum Voyeur ihres Treibens machen. Was als Spiel beginnt, dessen oberste Regel es ist, kein echtes Gefühl zu investieren, wird zunehmend quälend und macht die Freunde und Verbündeten zu erbitterten Gegnern.
Kunstvoll entlarvt der Autor die doppelbödige Moral seiner Zeit: Die Gesellschaft duldet öffentlich alles, solange die Fassade der Anständigkeit gerade noch gewahrt wird. Sie applaudiert denen, die mit größter Raffinesse unmoralisch sind, und verschmäht die, die sich lächerlich machen. Valmont scheitert, weil er sich in Marie de Trouvel verliebt, und er lässt sie fallen, um seine gesellschaftliche Ächtung zu vermeiden. Choderlos de Laclos lässt sein Sittenbild böse enden: Valmont stirbt im Duell. Die Merteuil wird durch die Veröffentlichung ihres Briefwechsels bloßgestellt, ihr finanzieller Ruin folgt, sie erkrankt an Pocken, und ihre Spur verliert sich – eine kaum zu überbietende Vielfachbestrafung.

Jörg Mannes ist fasziniert vom intriganten Spiel einer Gesellschaft, die ihre Vergnügungssucht kaschiert hinter höfischem Zeremoniell. Regeln werden raffiniert unterlaufen durch ein komplexes System von Zeichen, das eine Verständigung erlaubt und den Tabubruch in aller Öffentlichkeit ermöglicht. Die Zuschauer werden zu Zeugen der Hassliebe zwischen Merteuil und Valmont und ihrer Gefährlichen Liebschaften.



Ballettdirektor Jörg Mannes


Jörg Mannes, 1969 in Wien geboren, wurde im Alter von acht Jahren in die Ballettschule der Wiener Staatsoper aufgenommen und 1985 Mitglied des Balletts der Wiener Staatsoper. Zudem besuchte er Weiterbildungskurse in Monte Carlo, London und New York.
  Ein Rudolf Nurejev-Stipendium ermöglichte ihm 1988 einen sechsmonatigen Aufenthalt an der Opéra de Paris. 1991 ging er als Solotänzer an die Deutsche Oper am Rhein/ Düsseldorf. Er tanzte in Choreographien von Frederick Ashton, August Bournonville, George Balanchine, John Cranko, William Forsythe, Jir(í Kylián, Léonide Massine, John Neumeier, Rudolf Nurejev, Heinz Spoerli, Rudi van Dantzig und Hans van Manen. In Düsseldorf gab er auch sein Debüt als Choreograph (1994). Gastchoreographien führten ihn u.a. mehrfach nach Montréal, Indianapolis und an das Bolschoi Theater Moskau, zuletzt an die Bayerische Staatsoper München und das Badische Staatstheater Karlsruhe. Er wurde wiederholt in internationalen Choreographie-Wettbewerben ausgezeichnet: So erhielt er 1999 mit seiner Choreographie »ensemble« den Concours International de Choreographie Classique in Paris, die auch beim Hamburger Choreographie Wettbewerb Prix Dom Perignon in das Finale gelangte. Seine Choreographie "Pramim", ein Solo für Thiago Bordin, wurde 2001 auf dem Ballettwettbewerb Helsinki mit dem ersten Preis ausgezeichnet. 2001 bis 2004 war er als Chefchoreograph am Stadttheater Bremerhaven, von 2004 bis 2006 in der gleichen Position am Landestheater Linz tätig. Mit Beginn der Saison 2006/ 07 wurde er als Ballettdirektor an die Staatsoper Hannover berufen.



Regieteam

Musikalische Leitung Toshiaki Murakami
Choreographie Jörg Mannes
Bühne und Videoprojektion Mathias Fischer-Dieskau
Kostüme Alexandra Schiess
Dramaturgie Brigitte Knöß
Besetzung

Mezzosopran Monika Walerowicz / Julia Faylenbogen / Khatuna Mikaberidze


Staatsoper Hannover - Gefährliche Liebschaften
WO: Oper Hannover - Opernplatz 1
Ticket Telefonischer Kartenverkauf
Telefon (0511) 9999-1111

Kassenöffnungszeiten: Mo bis Fr: 10 - 19.30 Uhr
Sa: 10 - 14 Uhr (Opernhaus 10 - 18 Uhr)
Wann:

Termine in der Übersicht:

03.03. Mi 18:30
04.03. Do 19:30
07.03. So 18:30
10.03. Mi 19:30
26.03. Fr 19:30
03.04. Sa 20:30
09.04. Fr 19:30
28.04. Mi 19:30
05.05. Mi 19:30
15.05. Sa 19:30
22.05. Sa 19:30


Weitere Infos:
www.oper-hannover.de

 



________________________